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Land der Inka

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Zu Marens Steckbrief geht es hier entlang.
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Ich bezweifle, dass es mir diesmal gelingt, mich etwas kürzer zu fassen, weil es einfach so viel zu erzählen gibt über unsere zweieinhalb Wochen in Peru!

Bildergalerie:

Arequipa bei Nacht
Arequipa mit dem Vulkan im Hintergrund
Lima vom Cerro San Christóbal
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Am 22. August ging es los. Erster Stopp: Lima. Die Stadt präsentierte sich anfangs als sehr grau und nebelig, man konnte nur erahnen, wo das Meer aufhörte und der Himmel begann. Mittags zog es jedoch auf. Trotz der eher mäßigen Berichte über die Stadt und dem oft gehörten Rat "auf keinen Fall länger als zwei Tage dort bleiben", überraschte uns Lima und wir hätten gerne mehr Zeit dort verbracht, um die Promenade von Miraflores entlang zu schlendern oder uns am Mercado Central das Geschrei der Händler anzuhören.

Entlang der Küstenstraße

Es ging jedoch weiter an der Küste Richtung Süden. Wir hielten für jeweils einen Tag in Pisco, Ica und Nasca und sahen Robben, Pelikane und Pinguine auf den Ballestas Islands und im Paracas Natural Reserve, einige Inka Ruinen in der Nähe von Pisco, fuhren mit einem Sandbuggy durch die Dünen der Atacama Wüste bei Ica, ruhten uns danach in der Huacachina Oase aus und flogen mit dem kleinsten Flugzeug, das ich je gesehen habe, über die Nasca Linien. In Pisco lernen wir Saskia und Philipp kennen, zwei Deutsche die gerade auf Weltreise sind. Mit ihnen verbrachten wir drei Tage. Nach dem holprigen Flug in Nasca, den wir aber alle gut überstanden haben, wartete unsere erste Nachtbusfahrt auf uns. Es ging sechs Stunden nach Arequipa und damit weg von der Küste. Als der Bus endlich mit einer Stunde Verspätung und beschlagenen Scheiben aus Lima ankam, wussten wir schon, dass es eher ungemütlich werden konnte. Wir behielten Recht: Die Luft im Bus war eine Mischung aus verbraucht durch die vorherigen sechs Stunden, ausgezogenen Schuhen und Bustoilette.

Andenklima

Dementsprechend fit kamen wir in Arequipa an. Wir nutzen dennoch unsere Zeit, um uns die Stadt anzuschauen und eine Zwei-Tages-Trekking-Tour für die nächsten Tage im Colca Canyon, dem zweittiefsten Canyon der Welt, zu buchen. Los ging es schon um 3 Uhr morgens, da die Fahrt in den Canyon drei Stunden dauerte. Nach einem Frühstück bei eiskalten Temperaturen brachen wir zum ersten Teil unserer Trekking-Tour auf: Ab nach unten! Am Anfang war es noch relativ angenehm zum Wandern, weil es aufgrund der Höhe noch relativ kühl war. Im Laufe des Vormittags und mit abnehmenden Höhenmetern stiegen jedoch die Temperaturen und es wurde unerträglich heiß.

Als wir endlich nach nie endenden Serpentinen unten angekommen waren, war ich fix und fertig.  Danach wanderten wir weitere drei Stunden innerhalb des Canyons zu unserer Unterkunft, die aus einfachen Hütten ohne Strom bestand. Am nächsten Tag mussten wir schon wieder um 4.30 Uhr aufstehen, damit wir um Punkt 5 unseren Aufstieg beginnen konnten. Dafür kamen wir aber unterwegs in den Genuss des Sonnenaufgangs im Canyon. Der Weg nach oben war sehr anstrengend, doch uns lockte das Frühstück, das im Dorf auf uns wartete und so kamen wir immerhin vor den ersten Eseln, die man sich für den Aufstieg buchen konnte, an. Danach machten wir uns im Mini-Van auf den Rückweg und hielten noch an verschiedenen Aussichtspunkten auf dem Weg.

Titicacasee und Macchu Picchu

Als nächstes stand Puno auf dem Programm. Da wir an Leos Geburtstag in Cuzco sein wollten, hatten wir nur Zeit für eine Ein-Tages-Tour auf dem See. Wir sahen die "floating islands" (nur auf Schilf schwimmende Inseln) und aßen auf der Insel Taquile zu Mittag. In der Nacht ging es weiter nach Cuzco, diesmal gönnten wir uns aber einen besseren Busanbieter und die Fahrt war wirklich viel angenehmer. In Cuzco angekommen, trafen wir uns mit Saskia und Philipp zur Stadtbesichtigung, da diese zur gleichen Zeit dort waren. Von ihnen holten wir uns Tipps für Macchu Picchu und ergatterten am Ende des Tages ein gutes Angebot.

Endlich ging es also auf zu dem Highlight unserer Reise: Macchu Picchu! Wir fuhren mit einem Kleintransporter nach Hydroelectica und wanderten von dort aus an den Schienen entlang nach Aguas Calientes. Auf unserer Fahrt wechselten wir die Klimazone: aus Kakteen wurden Bananenbäume, plötzlich hatten wir mit Moskitos zu kämpfen und Papageien saßen in den Bäumen. Mit schlammbespritzten Fenstern kamen wir in Hydroelectica an und wanderten mit vielen anderen "Pilgern" entlang der Schienen nach Aguas Calientes.

Unsere Unterkunft ließ leider zu wünschen übrig, die Zimmer waren dreckig und der Duschkopf fehlte, aber was solls: am nächsten Tag würden wir Macchu Picchu sehen! Leider hatten wir kein Glück mit dem Wetter, da es sehr bewölkt war und zwischendurch auch anfing zu regnen. Es war trotzdem einfach atemberaubend. Wir verbrachten den ganzen Tag dort, wanderten zu allen Stellen, die es dort zu sehen gab wie z.B. die Inkabrücke oder das Sonnentor, an dem die Leute vom Inka-Trek ankamen.

Außerdem hatten wir noch den Macchu Picchu Mountain dazu gebucht, der auf einer Höhe von 3061m liegt. Ein Anstieg von 600 Höhenmetern also, und das nur durch die typischen Inka-Stufen. Zum Glück hatten wir vorher im Colca Canyon trainiert und der Muskelkater am nächsten Tag war nicht annähern so schlimm. Die Aussicht von oben auf Macchu Picchu und die umliegenden Berge war unglaublich. Nachmittags wurde es dann langsam leerer, da viele Touristen schon am selben Tag wieder nach Cuzco zurückkehrten. Wir konnten jedoch noch bleiben und hatten das Glück, den einzigen Moment mitzuerleben, in dem die Wolkendecke an diesem Tag aufriss und die Ruinen vom Nachmittagslicht angestrahlt wurden.

Am nächsten Tag ging es mit dem Zug zurück nach Cuzco. Wir verbrachten danach noch einige Tage in Cuzco und Umgebung (das Sacred Valley der Inca), lernten noch eine andere Deutsche kennen und trafen die Engländer wieder, die mit uns im Colca Canon waren. Am 11. September ging es dann mit dem Flugzeug zurück nach Lima und von dort aus nach Santiago, wo uns die Uni erwartete.

Fazit

Peru hat mir sehr gut gefallen! Uns wurde auf der gesamten Reise nichts geklaut, lediglich Leos Jacke ist abhanden gekommen, weil er sie im Bus vergessen hatte und natürlich ist sie nicht wieder aufgetaucht. Einmal wurden wir übers Ohr gehauen und unter der Angabe eines falschen Namens in ein Hostel gelockt. Später erfuhren wir durch Erfahrungsberichte, dass dort schon oft Polizeirazzias stattgefunden haben und es deswegen regelmäßig den Namen wechselte. Uns wurde jedoch nichts geklaut und wir zahlten nur 15 Sol die Nacht (knappe 4€). Der Besitzer war jedoch sehr komisch und aufdringlich, er wollte uns den Nasca Linien Fug für 150 Dollar verkaufen, den wir später für knappe 80 Dollar in der Stadt bekamen.

Allgemein lässt sich sagen, dass das erste Angebot für Touren, Taxis oder ähnliches meist doppelt so hoch ist, wie man nach längerem Verhandeln zahlt (vor allem wenn man darauf besteht, dass man eine Gruppe von vier Personen ist). Insgesamt ist Peru sehr günstig (man bekommt ein Mittagsmenu mit Vorspeise und Getränk für 2€) und einfach toll zum Reisen!

 

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