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Prüfungen und Ausflüge

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Erst einmal tut es mir leid, dass ich mich schon so lange nicht mehr gemeldet habe, es war einfach so viel los in Santiago und an der Universität. Was mir im November und Dezember so alles passiert ist, möchte ich mit den nächsten zwei Blogeinträgen aufholen.

Alltag in Santiago

In Santiago pendelte sich so langsam der Alltag ein, man wusste so langsam welche Professoren immer pünktlich anfangen und welche grundsätzlich immer zu spät kommen, wenn sie denn überhaupt kommen. Wir haben zwei Professoren, bei denen das nie so ganz klar ist. Einer davon ist schon 90 Jahre alt und ist daher aus gesundheitlichen Gründen fast über eine Woche gar nicht erschienen. Letztens haben wir herausgefunden, dass er sogar die Vorlesungen hält ohne dafür Gehalt zu verlangen.

Der andere arbeitet anscheinend an vielen verschiedenen Orten in Santiago und kommt deshalb meist eine halbe Stunde zu spät oder auch gar nicht. Die chilenischen Studenten sind das anscheinend gewohnt und warten jedes Mal mit einer Seelenruhe bis der Professor kommt. In einem Kurs gibt es sogar eine Whatsapp Gruppe in der gepostet wird ob der "Profe" schon angekommen ist oder nicht. Darüber hinaus haben wir den Kurs "Derechos Humanos" mit einem Professor, der Leiter der Rechtsabteilung der Organisation "Comité Pro Paz" war, ein Komitee, das von christlichen und der jüdischen Gemeinde gegründet wurde, um das Leben und die körperliche Unversehrtheit der von dem Militärregime unter Pinochet verfolgten Personen zu schützen.

1975 wurde er verhaftet und ab 1976 befand er sich im Exil in Frankreich. Eine bekannte chilenische Persönlichkeit also, sein Kurs war auch sehr interessant, obwohl ich ihn am Anfang kaum verstehen konnte, da er nicht sehr deutlich redet.

Erste Prüfungen

Darüber hinaus standen auch die ersten "Pruebas" an. Bei der allerersten fielen wir alle durch, die anderen bestanden wir zum Glück. Das chilenische Prüfungssystem an der Uni ist sehr unterschiedlich zu dem deutschen. Hier ist ein bisschen wie in der Schule, man schreibt pro Fach zwei "Pruebas" (eine Art Test) und ein Endexamen, hat also das ganze Semester zu tun. Was für ein Unterschied zu Jura in Freiburg, wo wir eigentlich nur einmal pro Semester richtig lernen musste auf eine Klausur.

Teilweise kam ich mir auch mehr wie eine Philosophiestudentin vor und nicht wie eine Jura Studentin, denn an der Universidad de Chile wird viel mehr Wert auf Rechtsgeschichte und Theorie gelegt und weniger auf die Praxis des Fällelösens.

Wochenendausflüge

Unsere freien Wochenenden verbrachten wir in Santiago oder fuhren über das Wochenende weg. Einmal fuhr ich mit meiner mexikanischen Freundin nach Pichilemu zum surfen, ein anderes Mal ging es mit drei deutschen Freundinnen nach La Serena an den Strand und ins Valle del Elqui. Dort wohnten wir in einer Wohnung die der Familie meiner Mitbewohnerin gehört. Samstagabend machten wir, nachdem wir uns tagsüber La Serena angeschaut hatten, eine Tour in ein Observatorium. Der Sternenhimmel dort ist nämlich, genauso wie in San Pedro de Atacama, der klarste in ganz Chile, ja sogar in Südamerika.

Es war sehr interessant etwas über die verschiedenen Konstellationen der Südhalbkugel zu erfahren und den Mond und Saturn so nah durch ein Teleskop zu sehen. Im Valle del Elqui an nächsten Tag mieteten wir uns Fahrräder und fuhren zu einer Pisco Destilería um zu lernen, wie man das chilenische Nationalgetränk herstellt. Außerdem verbrachten wir hin und wieder einen Tag in Valparaiso, das ist eine Stadt an der Küste und von Santiago aus in nur einer Stunde zu erreichen. An einem Wochenende fand dort ein Karneval statt, bei dem ziemlich viel los war.

Ansonsten verbrachten wir die Tage bei Festen in Parks, Trekking Touren zu den verschiedenen National Parks Richtung der Cordillera. Wir bestiegen den Cerro Manquehue, der auf 1638 Metern liegt, wir fuhren nach Pomaire um dort die größte Empanada Südamerikas zu essen und einen Tag fuhr ich mit zwei chilenischen Freunden zum Skifahren in die Anden.  Da ich immer noch auf der Suche nach einem Fahrrad war, versuchten wir unser Glück auf dem Mercado Bio Bio, der größte Markt in Santiago. Dort finden man von Gemüse, Obst und anderen Lebensmitteln alles bis hin zu Klamotten, Möbeln und einer Art Flohmarkt. Schließlich kaufte ich mir dort sogar ein Fahrrad, das zwar ziemlich schlecht ist und quietscht aber immerhin funktioniert. Es muss ja nur ein Jahr halten!

 

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