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Zurück aus den Ferien

Übersicht

Es ist Mitte März und ich bin wieder in Santiago angelangt. Nach zwei Monaten reisen bin ich ehrlich gesagt auch wieder froh über ein bisschen Alltag. Natürlich trauere ich dem Reisen hinterher aber irgendwann reicht es auch mal und man ist froh darüber, nicht mehr aus dem Koffer leben zu müssen. Wo ich in den zwei Monaten überall war und was ich dort erlebt habe, werde ich in den folgenden Blogeinträgen berichten.

Alles neu

Nun also Santiago…neue WG, neue Kurse, was sonst? Ehrlich gesagt ist sonst alles ziemlich beim alten geblieben. Ich wohne immer noch in der gleichen Gegend in Providencia, nur ein bisschen näher an der Uni. Ich gehe weiterhin sonntags joggen bei gesperrter Hauptstraße, gehe immer noch auf der gleichen Feria in der Nähe einkaufen, habe an den gleichen Tagen Handballtraining (aber dieses Semester sind wir genug um eine Mannschaft zu stellen!) und in der Uni geht organisatorisch immer noch alles drunter und drüber.

 

 

 

Neue WG: Mit den Leuten in meiner WG verstehe ich mich sehr gut. Ich wohne jetzt in einem Haus mit sieben anderen Austauschstudenten, dem Vermieter, seiner Freundin und ihrem Kind. Alles sehr familiär und immer etwas los! Beispielsweise war ich mit meiner Mitbewohnerin aus dem Baskenland schon auf einem Rock-Konzert, wir sind nach Isla Negra gefahren, eigentlich keine Insel sondern ein Fischerdorf in dem das schönste Haus des berühmten chilenischen Dichters Pablo Neruda steht und waren gemeinsam im Kino. Zwei meiner Mitbewohner kommen aus Frankreich, einer aus Brasilien, zwei aus Spanien und eine aus England. Ein Zimmer wird jetzt Ende März frei. Mal sehen welche Nationalität es noch hierhin verschlägt.

 

Julika ist auch umgezogen und wohnt jetzt im Barrio Brasil, das wir letztens mit einer Free Walking Tour erkundet haben. Ein sehr schönes studentisch geprägtes Viertel mit vielen alten Gebäuden, Street Art (teilweise auch mit politischer Aussage) und grünen Plätzen. Man findet dort viele neugotische, klassizistische und typisch chilenische Architektur. Das Viertel entstand zusammen mit dem anliegenden Barrio Yungay kurz nach der Unabhängigkeit Chiles und galt ab Mitte des 19. Jahrhunderts als eine der reichsten Gegenden in Santiago. Ab dem Jahr 1940 entstanden die Viertel Providencia und Escuela Militar und die Oberschicht zog in den Osten der Stadt. Heutzutage gelten Las Condes und Vitacura als die Viertel der „Schönen und Reichen“. Viele Gebäude sind aufgrund dessen verlassen und heruntergekommen, aber gerade das macht meiner Meinung nach den Charme dieses Viertels aus.

 

Neue Kurse

Dieses Semester belegen ich Constistucional II (Grundrechte), Criminologia, Relaciones Internacionales (IB) und Derechos Indigenas en Chile (Rechte der Ureinwohner). Scheinen alle ganz okay zu sein, vor allem in Kriminologie werden Veranstaltungen angeboten wie z.B. ein Besuch im Gefängnis und ähnliches. Darüber hinaus gab es einen Wechsel in der Stelle des für uns zuständigen Professors. Unsere neue Ansprechpartnerin ist Professorin für Zivilrecht und scheint engagierter zu sein als der alte. Trotzdem funktioniert nichts, wir hätten für unsere Rückmeldung bis zum 15. Februar in Deutschland eigentlich eine Bestätigung der Uni in Chile gebraucht, die wir bis jetzt immer noch nicht haben. Anscheinend funktioniert die Kommunikation zwischen beiden Fakultäten nicht. Wir haben auch herausgefunden dass für unsere Fakultätspartnerschaft

kein Vertrag existiert sondern alles nur schriftlich über E-Mails geregelt wird. Daher muss, obwohl wir eigentlich immatrikuliert sind, uns für Kurse anmelden können, erst das Auslandsbüro in Freiburg eine E-Mail an Chile schreiben und bestätigen dass wir auch das zweite Semester hier absolvieren werden. Und da die natürlich gerad

e mitten in der Erasmus-Auswahlphase stehen, kommt der Fakultätsaustausch zu kurz. Und so standen wir am Ende unserer verlängerten Rückmeldungsfrist immer noch ohne das notwendige Dokument da. Wir haben jetzt noch einmal vier Tage Fristverlängerung bekommen und hoffen dass es sich bald regelt.

Trotz der wenigen Sachen die sich geändert haben und der vielen Sachen die gleich geblieben sind, fühlt sich das neue Semester anders an. Mein Jahr in Chile neigt sich langsam dem Ende zu. Ich bin schon am überlegen, wann ich denn meinen Rückflug buche und was ich alles noch an den Wochenenden sehen will. Sprachlich habe ich mich auf jeden Fall verbessert, die Kommunikation mit den Chilenen fällt leichter und man kennt sich so langsam in Santiago aus, weiß in welchen Ecken es eher gefährlich ist und wo man unbekümmert nachts mit dem Fahrrad nach Hause fahren kann. Ich hoffe trotzdem, dass ich in den nächsten vier Monaten noch einiges entdecken werde, in Santiago und in der Umgebung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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