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Und weiter durch Bolivien

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Danach ging es in einer Nachtfahrt nach Sucre, der verfassungsrechtliche Hauptstadt von Bolivien, obwohl alle wichtigen Regierunggebäude außer der Judikative ihren Sitz in La Paz haben. Leider lief unsere Fahrt nicht so problemlos ab, wie wir dachten. Morgens um 7 Uhr kamen wir nicht mehr weiter, weil die Straße blockiert war. Wir fanden heraus, dass aufgrund eines umstrittenen Steuergesetzes auf Waren die Lkw-Fahrer zu Straßenblockade aufgerufen haben. Uns fehlten noch 30 Kilometer nach Sucre, die wir teils laufend, teils in Kleinbussen die Umgehungsstraßen nutzen um die Blockade zu umfahren, zurück legten. Endlich dort erwartete uns erst einmal ein Karnevalsumzug.

In Sucre schliefen wir bei einem Couch Surfer. Da aufgrund der Blockade unsere Weiterreise eingeschränkt war, blieben wir zwei Tage länger als geplant in Sucre. Wir gingen auf Aussichtspunkte, besuchten Museen, machten einen Tag einen Ausflug mit dem Couch Surfer zu dem Ort "Las Palmas", schafften es von dort aus aufgrund der Blockade am Ortsausgang, die wir mal wieder laufend durchqueren mussten, gerade noch vor Einbruch der Dunkelheit wieder nach Sucre, Dort besuchten wir dann unseren Couch Surfer bei seiner Arbeit in einer Schokoladenfabrik. Am vierten Tag entschieden wir uns trotz Blockaden nach Potosi weiter zu fahren. Langsam wussten wir auch, wie man diese am besten überwindet: man nimmt zuerst einen Bus bis zur ersten Blockade am Ortsausgang und läuft bis zur einer Umgehungsstraße, bei der weitere Kleinbusse zur zweiten Blockade fahren. Diese überquert man zu Fuß und nimmt auf der anderen Seite einen großen Bus bis zum Endziel. Dort wartet erneut eine Blockade am Ortseingang. Man muss wieder ein Stück laufen und danach einen weiteren Bus oder ein Taxi ins Zentrum nehmen.

Auch in Potosi war der Karneval in vollem Gange, wir kamen in diverse Schaum- und Wasserschlachten und kauften uns am zweiten Tag selbst Wasserbomben, um uns zu verteidigen. Ansonsten shoppten wir noch einige Mitbringsel, badeten in dem warmen Wasser eines Vulkankrater und genossen den Blick auf die Dächer von Potosi auf den Turm einer Kirche. Gegen die Bergminentour entschieden wir uns, da wir einige Bedenken hatten und von Freunden gehört haben, dass die Arbeitsbedingungen ziemlich schlecht und auch die Sicherheit nicht gut gewährleistet war.

Spieglein, Spieglein, an der Wand

Unser letzter Stopp in Bolivien war Uyuni. Die Stadt an sich ist überhaupt nicht sehenswert und wird nur  als Ausgangspunkt in den Salar de Uyuni und die Altiplano Ebene genutzt. Der Salar war dafür aber umso eindrucksvoller! 

Wir buchten eine dreitägige Tour nach San Pedro de Atacama in Chile. Unser Fahrer war mäßig gut, er war schlecht gelaunt, dass er den Karnaval verpasste und wir mussten sehr viel Eigeninitiative aufbringen, damit er uns etwas über den Salar, die Ursprünge und Geologie der Gegend erzählte. In unserer Gruppe befanden sich noch zwei Schweizer und zwei Chilenen. Da gerade Regenzeit war, war die riesige Salzebene mit Wasser gefüllt und ein einziger großer Spiegel. Es war unglaublich. Den ersten Tag verbrachten wir dort und auf dem Eisenbahnfriedhof in der Nähe von Uyuni. Leider konnten wir aufgrund des vielen Wassers den Salar nicht durch queren und mussten ihn umfahren. Daher stauten sich die vielen Touristen an einem Ort und wir konnten nicht ungestört die Spiegellandschaft genießen. Am Abend kamen wir relativ spät in dem Dorf an, in dem wir übernachten sollten, und hatten Schwierigkeiten eine Unterkunft zu finden, da wir normalerweise im Salar übernachtet hätten. Dies war aber aufgrund des Wassers nicht möglich. Nach einiger Warterei konnten wir jedoch bleiben.

Am zweiten Tag betraten wir die Landschaft des Altiplanos. Bevor wir losfuhren wurden noch unsere Autos dem Karneval entsprechend geschmückt und mit Bier gesegnet. Das soll anscheinend Glück bringen und Unfälle vermeiden. Wir sahen viele farbige Lagunen, teilweise mit Alpakas, diverse skurrile Felsformationen, Vulkane und viel Sand. Die Landschaft an sich war wirklich atemberaubend, doch die vielen Touristenmengen störten. An jedem Stopp, den wir machten, waren wir gleichzeitig mit teilweise 10 Autos, da alle zur gleichen Zeit am gleichen Ort hielten.

Den dritten Tag begannen wir schon um 4 Uhr morgens, da wir zu den Geysiren fuhren. Auch dort war es sehr voll. Nach dem Frühstück mit Blick auf die Geysire ging es zu Thermen, für die man extra Eintritt zahlen musste. Wir entschieden uns dagegen und liefen ein bisschen in der Umgebung herum. Dort fanden wir schließlich auch unsere "eigene Therme" und genossen die Landschaft ein bisschen abseits vom Lärm. Nach einer weiteren Lagune fuhren wir schließlich nur noch zur Grenze. Julika und ich hatten den Transport nach San Pedro noch nicht gebucht und mussten daher vor Ort noch suchen. Trotz der Bedenken unseres Fahrers ging dies relativ einfach.

In San Pedro angekommen, fühlten wir und erst einmal wieder wie zu Hause. Chile und Bolivien sind schon sehr unterschiedlich. Natürlich hat uns Bolivien sehr gefallen, doch wirklich willkommen fühlten wir uns dort nicht. Wir hatten immer das Gefühl nur als Touristen gesehen und behandelt zu werden, Kontakt zu Einheimischen auf gleicher Ebene zu bekommen, war eigentlich unmöglich. Die meisten machten uns durch ihr Verhalten auch ziemlich klar, dass sie nur auf Geld aus waren. Schade!

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