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Was ist eigentlich mit Musik-Videos los?

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Eigentlich hatte ich vor meinen Beitrag heute passend zum 1. Dezember vorweihnachtlich zu gestalten. Aber dann habe ich am Samstag etwas gemacht, das ich sonst nie mache. Also nicht mehr. Ich hab‘ Musikfernsehen angeschaut. Also nicht Viva oder so. Da kommen ja fast keine Musikclips mehr. Nur noch Family Guy und Bob’s Burgers

Neuentdeckung

Egal, ich schweife ab. Mein Sender am Samstag, war sozusagen eine Neuentdeckung von mir. Ich hatte mal wieder eine dieser Phasen erreicht, wo ich genug von Netflix hatte und rüberschaltete auf das verstaubte, analoge Fernsehen. Meistens vergeht diese Phase schnell wieder, da ich mich meistens nach ein paar Minuten so über den Müll aufrege, der da gezeigt wird, dass ich wieder zu Netflix rüberswitche. Dieses Mal war es aber nicht so. Ich hatte Deluxe Music entdeckt. 

Ein Sender, der tatsächlich nur Musikvideos zeigt. Das fand ich im ersten Moment so cool, dass ich mindestens eine Stunde mit offenem Mund davor saß. Aber dann, ja sagen wir, bemerkte ich was, das mir komisch vorkam. Ich weiß nicht genau wie es euch geht, aber ich sehe mir fast nie die Videos zu den Songs an, die ich gut finde. Und weil ich mich noch nie richtig damit beschäftigt habe, fiel mir erst nach und nach auf, wie wenig der Inhalt der Videos, mit dem Kontext des Liedes zu tun hatte. 

Mir schossen zig andere Songs durch den Kopf, zu denen zwar artsy Videos gedreht wurden, mit coolen Filtern, lässigen Panorama-Aufnahmen und abgefahrenen Tanzszenen um einen nebligen Pool, die aber irgendwie wenig aussagten. Wie zum Beispiel "Crazy in Love“ von Beyoncé. Versteht mich nicht falsch ich vergöttere Queen B. Aber was um alles in der Welt hat das Räkeln auf einem Betonboden in kurzen Shorts und Tank Top damit zu tun, dass sie so verliebt in Jay-Z ist, dass es sie verrückt aussehen lässt? 

Schräge Videos

Ein anderes Beispiel? Alle Videos von den Imagine Dragons. Das zu "Thunder“ ist schwarz weiß, es sind sehr viele, an Star Trek-Figuren erinnernde Statisten zu sehen, und immense Glasfassaden. Was das mit Frontmann Dan Reynolds Kindheit zu tun hat, in der er oft gehänselt wurde? Keinen Plan. Aber immer noch verständlicher als das Kunstwerk zu "Radioactive“, wo zwei Puppen bei einem Boxkampf gegeneinander antreten. 

Lady Gaga ist vermutlich die Königin, der schrägen Videos. In "Bad Romance“ singt sie über eine giftige Beziehung, die sie nicht beenden kann. Und tanzt in einem roten Ganzkörperdress in einem sterilen weißen Raum ohne Fenster mit halb nackten Männern. Insgesamt ist immer viel Getanze involviert.  Denn in "Poker Face“ wackelt sie viel um einen Pool herum und steigt in einem Lackeinteiler aus ihm heraus, obwohl es, im Kern, darum geht, dass sie anderen Menschen nie ihr wahres Gesicht zeigt.

Aber das Beste hab‘ ich mir für den Schluss aufgehoben. Hier will ich euch noch ein Lied besonders ans Herz legen. Aus ihm hätte vermutlich sogar ein guter Clip werden können. Aber "Wannabe“ von den Spice Girls wird leider auch nur viel Rumgehopst. "Wenn du mit mir zusammen sein willst, musst du mit meinen Freunden klar kommen.“ Oder: "Wenn du mit mir zusammen sein willst, musst du wild durch ein leeres Theater tanzen.“ Ja, in Ordnung: Ich muss zugeben, der Text der meisten Popsongs ist auch nicht besonders tiefschürfend. Beweisstück A: "Ich sag dir was ich will, was ich wirklich, wirklich will. Ich will "zigezigah““ Okay, was soll mir das überhaupt sagen? 

Naja, vielleicht verstehe ich einfach den Sinn von hochkultureller Musikvideokunst nicht. Egal, jedenfalls, gern geschehen. Wenn man erst einmal erkannt hat, dass Musikvideos keinen Sinn ergeben, kann man es nicht mehr übersehen. 


Bis nächsten Freitag! 

Eure Fabs
#dennichkommwiederkeinefrage

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