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Einblicke in das ugandische Leben

Übersicht

Nach einem halben Jahr ist mir Uganda längst zur Heimat geworden. Immer wenn ich unterwegs bin, freue ich mich darauf, wieder heim nach Fort Portal zu kommen. In meine Stadt, meine Straße, mein Haus, in mein Bett! Manches von dem, was mir anfangs sehr fremd vorkam, nehme ich schon gar nicht mehr wahr. Während mir am Anfang die wirklich fast schwarze Hautfarbe der Menschen immer und überall ins Auge fiel und ich mir im Kontrast noch weißer vorkam, spielt die Hautfarbe jetzt keine Rolle mehr.

Auch den afrikanischen "Akzent“ und typische Redewendungen wie „"You sit“, "We go“ und "How is life?“ fällt mir gar nicht mehr auf. Anfangs war es sehr schwer die Ugander zu verstehen, weil diese erstens sehr leise reden und zweitens dann auch noch englische Wörter anders aussprechen. Teilweise bringen sie noch  Wörter in Luganda oder Rutooro rein. Zum Beispiel "Banage“ was so viel bedeutet wie "Oh nein“, oder "Mawe“ (Ah ja!). 

Fahren und Abbremsen

Es gibt aber auch Dinge, an die ich mich wahrscheinlich nie so ganz gewöhnen werde. Ein gutes Beispiel dafür ist der Verkehr und die dazugehörenden Fortbewegungsmittel. Denn da erlebe ich noch täglich neue Überraschungen. Jeder fährt hier, wie er will. Es gibt zwar Straßenregeln, aber offensichtlich keinerlei Gründe, warum man sich daran halten sollte. Es gibt sogar Geschwindigkeitslimitschilder mit 30, welche aber – so scheint es mir zumindest - niemand je gesehen hat. Da es alle 500 Meter "Speedbums“ also Schwellen auf den Straßen gibt -  sogar auf Erdpisten kann man solche Schwellen aufschütten - ist es ein ständiges Beschleunigen und Abbremsen.

Es gibt unendlich viele Tankstellen in Fort Portal, von einer riesigen Shell bis zu ganz kleinen mit gerade mal einer Zapfsäule, ganz ohne Gebäude, einfach so in der Landschaft stehend mit einer Person daneben, denn hier tankt man nicht wie in Deutschland selbst, sondern gibt dem Tankwärter eine bestimmte Summe an Geld, für die man dann entsprechend getankt bekommt. Ein Liter kostet hier um die 3400 Ugandaschilling, das sind runde 90 Eurocent

Verhandeln im Straßenverkehr

Öffentliche Fortbewegungsmittel bestehen hier in Fort Portal aus Boda Bodas, den besagten Motorradtaxis, Matatus und Bussen. Bodas stehen an jeder Ecke und bringen einen überall hin. Davor sollte man aber unbedingt mit den Fahrern gut verhandeln. Wenn sie mit dem gebotenen Fahrpreis einverstanden sind, sagen sie immer "You sit“, egal ob sie überhaupt Englisch können oder nicht. Diesen Zwei-Wort-Satz beherrscht jeder Boda-Fahrer! Bei etwas unbekannteren Orten sollte man genau auf deren Gesten achten, um frühzeitig zu merken, ob sie das Ziel wirklich kennen oder nur so tun. Ansonsten kann es eine lange Fahrt ins Nirgendwo geben, bevor sie zugeben, dass sie keine Ahnung haben, wo sich dieser Ort befindet.

Eigentlich gibt es ein Gesetz, dass auf den Bodas nur eine Person mitgenommen werden darf. Außer in der Hauptstadt Kampala, scheint dieses Gesetz im übrigen Land gänzlich unbekannt. Nachts waren wir schon zu dritt, mit Fahrer also zu viert, auf einem Boda. Diese sind allerdings auch ganz anders gebaut als normale Motorräder. Sie haben eine längere Sitzfläche und fahren zum Glück auch nicht so schnell. 

Der Fahrer lenkt von draußen

Neben Bodas gibt es noch die Matatus (Kleinbusse), welche oftmals die gleiche Strecken wie die Busse bedienen, jedoch deutlich billiger sind. Als Ausgleich für das gesparte Geld teilt man seinen Sitzplatz in diesen Matatus auch mit mindestens einer weiteren Person und, wenn man Pech hat, auch noch mit einem "süßen“ Huhn oder einer Ziege. In Fort Portal stehen diese an den Straßenseiten auf den Ausfallstraßen in Richtung der jeweiligen Ziele. Sie haben keinen Fahrplan, sondern fahren immer los, wenn das Matatu voll ist. Oft so voll, dass der Chauffeur dann halb aus dem Auto lehnend fahren muss.
Dann gibt es noch normale Reisebusse, wenn man Glück hat sogar klimatisiert, die die größeren Städte anfahren. In denen hat man seinen eigenen Sitzplatz garantiert. Aber auch sie fahren erst los, wenn sie voll sind. Was man aber in Uganda gut abwarten kann. In diesem Fall "absitzen“.

 

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