Einen Tag an der Horror-Schule

Eva wohnt seit zwei Monaten in England bei einer Gastfamilie. Bisher wurde es nicht langweilig. Erst plagte sie kurz das Heimweh, dann lebte sie sich in ihrer neuen Familie ein und schließlich gab es jetzt noch einen Schulwechsel...

Erster Schultag

Nachdem ich gelernt hatte, wie man eine Krawatte bindet, konnte der erste Schultag kommen. Ich war sehr gespannt darauf, was genau mich erwarten würde. Ehrlichgesagt, fühlte ich mich in meiner neuen Uniform nicht richtig wohl, aber der Gedanke, dass jeder diese nicht unbedingt modische Schuluniform an hat, beruhigte mich. Denn das ist ja eigentlich genau der Punkt, warum Engländer eine Schuluniform haben: Zum einen ist es um Tradition, zum anderen geht es aber auch darum, dass alle gleich sind. Die Schuluniform gehört hier einfach dazu.

 

 

 

Schlag ins Gesicht

Als ich dann in der Schule angekommen war und meiner neuen Klasse vorgestellt wurde, war es wie ein Schlag ins Gesicht. Die Schüler waren extrem respektlos und einfach unhöflich und laut. Zudem war es dort normal, die Lehrer zu beschimpfen. Ihr Verhalten entsetzte mich und ich wusste nicht wirklich mit der Situation umzugehen.

In der Pause wurde ich von meinen Mitschülern ausgefragt, wie viele Piercings und Tattoos ich habe und welche Drogen ich nehme, nachdem mir erst einmal eine Zigarette angeboten wurde.

Erschreckenderweise beleidigten die Schüler auch ihre Lehrer ständig, sodass die Lehrer mir fast schon leid taten. Sie brachten ihre Schüler einfach nicht unter Kontrolle und standen hilflos vor der Klasse. Das ganze Benehmen der Schüler überforderte mich zunhemend, weil ich einfach nicht verstehen konnte, warum die Schüler so drauf waren.

 

Schulwechsel

Abends, als ich von meinem ersten Schultag nach Hause kam, war für mich schon klar, dass ich auf dieser Schule nicht für ein ganzes Schuljahr bleiben kann. Ich war mir sicher, dass ich dort nicht glücklich sein würde, nicht für so eine lange Zeit. Ich wollte eine Zeit in England verbringen, an die ich mich gerne erinnern möchte. Am Ende will ich nicht sagen müssen: es war alles schlecht und ich hab es mit Müh und Not durchgestanden.

Deshalb berichtete ich gleich meiner Gastmutter von meinen Erfahrungen und meinem Gedanken, die Schule zu wechseln, denn ich wusste, dass langes Warten auf Besserung hier nicht möglich war. Mit Geduld kam ich in diesem Punkt nicht weiter. Es ist einfacher, das Problem gleich am Anfang zu lösen.

Darum habe ich mich eben offen und klar ausgedrückt, und fest entschlossen versichert, dass das keine Option für mich sei. Meine Gastmutter verstand mich auch und fand es genauso beängstigend und war ziemlich entsetzt über die vorgefallenen Ereignisse. Und so setzte sie gleich alles in Gang, um mich von dieser Horror-Schule runterzuholen.

Autor: Eva Datum: 19.10.2010
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