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Kleine Erfindung, große Wirkung

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Das Problem kennen wohl viele: Ein Stecker lässt sich nur schwer aus der Steckdose lösen. Was daheim mit etwas Rütteln erledigt ist, kann in der Industrie gefährlich werden. Dort kommen größere Drehstromstecker zum Einsatz und hängen oft an Stellen, die nur mit der Leiter erreichbar sind. Wenn sich der Stecker plötzlich löst, wird die überschüssige Zugenergie als Rückstoß frei – was in ein paar Metern Höhe schnell nach hinten losgehen kann. Drei Auszubildende bei den Bürkert-Werken in Ingelfingen-Criesbach haben nun eine Lösung für dieses Problem gefunden.

Mehrere Entwicklungsstufen

Mit ihrem "Easily Detachable Connector“, einem Drehmechanismus, der den Stecker kontrolliert und mit der optimalen Kraft herauszieht, haben die drei sogar einen Preis beim Bundeswettbewerb "Jugend forscht“ gewonnen. Seit November haben Jonas Baumann, Jan-Hendrik Egly und Felix Gaab an der Idee getüftelt.

Zugute kamen ihnen dabei ihre unterschiedlichen Kenntnisse: Der 20-jährige Baumann erlernt den Ausbildungsberuf des Werkzeugmechanikers, Egly (19) wird zum Mechatroniker ausgebildet und Gaab (21) eignet sich die Kompetenzen eines technischen Produktdesigners an. Im Februar reichten die jungen Forscher ihren Einfall beim Wettbewerb ein. Sie entwarfen einen Prototyp nach dem anderen, um am Ende ein Modell ohne "Kinderkrankheiten“ präsentieren zu können.

"Der allererste Entwurf bestand aus einer Schraubvorrichtung aus Kunststoff“, berichtet Baumann und präsentiert den Prototyp. "Der hat sich aber nach einer Weile abgenutzt.“ Gaab hält das zweite Entwicklungsstadium in seinen Händen. "Bei diesem hier besteht der Ring aus Messing und nutzt sich nicht so leicht ab“, erklärt er. "Die Metallstifte, die den Stecker von der Steckdose lösen, können aber herausfallen, wenn man zu weit dreht.“ Die fertige Erfindung hat Egly dabei. Die schwarze Kunststoffvorrichtung deckt den Stecker ab und löst ihn, wenn man ohne viel Kraft daran dreht. "Es gibt keinen Rückstoß“, betont der 19-Jährige.

Der Mechanismus, der in zahlreichen Betrieben Anwendung finden kann, brachte dem jungen Team den dritten Preis in der Kategorie Arbeitswelt ein, der mit 1500 Euro dotiert ist. "Es ist das erste Mal, dass Azubis von Bürkert einen Preis bei Jugend forscht gewonnen haben“, sagt Christof Schmuck, der in dem Unternehmen als Ausbilder für Metallberufe tätig ist.

2021 kann der Stecker durchstarten

Als Möglichkeit, die während der ersten Ausbildungsjahre erlernten Kenntnisse anzuwenden, steht der Wettbewerb fest im Kalender der Bürkert-Werke. "Wir versuchen, jedes Jahr ein Team von Azubis zu finden und einen Vorschlag einzureichen“, erklärt Schmuck. "Letztes Jahr kam nichts zustande. Da freut uns der Erfolg in diesem Jahr natürlich umso mehr.“

Ein Patent können die drei Tüftler auf ihre Erfindung vorerst nicht anmelden. "Das Patent des Herstellers der Drehstromstecker deckt Abzieh- und Löseverbindungen mit ab“, weiß Egly. Dass noch kein anderer Lösemechanismus für die Stecker auf dem Markt sei, zeige aber, dass das Patent nur in der Schublade herumliege. Einen Silberstreif sieht der 19-Jährige immerhin am Horizont: "2021 läuft das Patent aus.“

Die drei Preisträger durften als Belohnung für ihre Leistung einen Tag das Forschungsschiff "Aldebaran", bei seiner Tour auf dem Bodensee, begleiten. Unseren Artikel dazu, findet ihr hier.

 

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