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Unterwegs in ferne Länder

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Mit dem Bus über Stadt und Land, in andere Länder, nach Südeuropa oder womöglich sogar in den hohen Norden. Eine Vorstellung, die Nico Markewitz gefällt. Der 21-Jährige macht derzeit eine Ausbildung bei Müller Reisen in Massenbachhausen. Berufskraftfahrer, das ist sein Traumberuf, am liebsten im Reiseverkehr. "Ich möchte einfach etwas von der Welt sehen", sagt Markewitz.
 

Technik

Mit Busfahren ist es aber nicht getan. In seiner Ausbildung lernt Nico Markewitz auch, die Technik seines Fahrzeugs zu beherrschen. Abfahrtskontrolle, Öl- und Wasserstand prüfen, Fehler während der Fahrt oder bei einer Panne erkennen. "Ein Kraftfahrer muss sich zu helfen wissen, wenn er unterwegs ist", sagt Geschäftsführer Albert Müller. Nicht leicht für Nico Markewitz. Eigentlich ist er nicht technikbegeistert. "Aber der Meister erklärt das ganz gut", sagt der 21-Jährige. Auch Sauberkeit und Pünktlichkeit sind für Kraftfahrer unabdingbar.
 
Einen Führerschein mitbringen muss als Kraftfahrer übrigens niemand. Der kann während der Ausbildung gemacht werden. Auch nach bestandener Fahrprüfung gehen die Auszubildenden nicht gleich alleine auf große Tour. Stattdessen sind sie in einer Zwei-Mann-Besatzung unterwegs. "Es ist immer ein Kollege mit dabei", sagt Müller.
Aber Albert Müller weiß: Kraftfahrer ist kein leichter Beruf. "Normalerweise ist der Reiseverkehr nicht so beliebt bei den Fahrern", sagt er. "Schließlich ist man immer unterwegs, wenn sich Freunde und Familie treffen – auch am Wochenende." Bis Nico Markewitz allerdings mit einem Reisebus in ferne Länder fährt, wird es noch etwas dauern.
 
Die Ausbildung zum Kraftfahrer im Personenverkehr umfasst bei Müller nämlich neben dem Reiseverkehr auch den Linienverkehr. Und damit beginnen die Nachwuchsfahrer auch, denn Auslandsreisen sind erst ab dem vollendeten 23. Lebensjahr erlaubt. "Uns wäre es natürlich lieber, wenn wir die jungen Fahrer in der Zwei-Mann-Besatzung im Reiseverkehr einarbeiten könnten", sagt Müller und schüttelt den Kopf. Schließlich sei hier mehr zu beachten als beim Linienverkehr, etwa das Einchecken ins Hotel. Dass Nico Markewitz einmal Busfahrer werden würde, war eigentlich schon immer klar. "Das scheint mir im Blut zu liegen", sagt er. Schon sein Opa war Busfahrer, Vater und Onkel sind Lkw-Fahrer.
 

Engagement

Ausgebildet werde bei Omnibusunternehmen allerdings nur wenig, sagt Müller. "Für uns ist das selbstverständlich." Schließlich werde guter Nachwuchs dringend benötigt. Allerdings hat auch Müller erst vor vier Jahren begonnen, auszubilden. Der Geschäftsführer ist sich sicher: Das Engagement lohnt sich: "Am Anfang war das Interesse nur gering, aber mittlerweile haben wir mehr Anfragen, als wir ausbilden können."
 
 

Gut zu wissen

Was müssen Auszubildende für die Lehre mitbringen? Für die Ausbildung zum Berufskraftfahrer ist kein bestimmter Schulabschluss gefordert. Die überwiegende Anzahl der Betriebe stellt auch Bewerber mit Hauptschulabschluss ein. Für den Reiseverkehr sollten allerdings Fremdsprachenkenntnisse vorhanden sein.
Verdienstmöglichkeiten und Zukunftsperspektiven: Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit liegt der Durchschnittsverdienst während der Ausbildung zwischen 574 und 742 Euro. Auch nach der Ausbildung werden Kraftfahrer derzeit gesucht. Möglichkeiten zum beruflichen Aufstieg bestehen. Beispielsweise kann die Prüfung zum Meister im Kraftverkehr abgelegt werden. Ausgelernte Kraftfahrer verdienen etwa 2000 Euro Brutto.
 
 
 
 

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