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Alles nach Plan

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Kleine Jungs bauen Häuser aus Lego. Und große Jungs? Die werden Bauzeichner. So war es zumindest bei Denis Radlak . Der 22-Jährige hat schon immer gern gebaut, erst mit Bauklötzen, später dann am PC. Jetzt sitzt er als Bauzeichner-Azubi im 2. Lehrjahr wieder vor dem Bildschirm und arbeitet am Grundriss eines Einfamilienhauses. "Das habe ich zusammen mit einem Kollegen entwickelt“, sagt Radlak und deutet auf die Skizze. "Das Zeichnen und die kreative Zusammenarbeit, das ist schon toll.“ 

Raus auf den Bau

Radlak macht seine Ausbildung im Ellhofener Architekturbüro S-Projekt – dementsprechend liegt der Schwerpunkt seiner Ausbildung auf Architektur und er beschäftigt sich vor allem mit dem Anfertigen von Bauplänen für Einfamilienhäuser, Schulen oder Gewerbegebäuden. Auch wenn er dafür die meiste Zeit im Büro vor dem Computer über Plänen brütet: hin und wieder geht es auch raus auf die Baustelle. "Dann schauen wir, ob alles läuft“, sagt Radlak. Denn das Architekturbüro ist nicht nur für die Planung zuständig, sondern sorgt auch dafür, dass am Bau alles planmäßig ausgeführt werden kann und gesetzliche Grundlagen eingehalten werden. Zudem ist es für die Baukosten verantwortlich.

In einem kleineren Büro wie S-Projekt mit seinen neun Mitarbeitern sind die Azubis in alle Prozesse miteinbezogen. "Bei größeren Firmen gibt es wahrscheinlich nicht so vielfältige Aufgaben für Azubis“, sagt Radlak. Damit es im Büro mit der Praxis klappt, geht es für den 22-Jährigen aus Eppingen ein- bis zweimal in der Woche nach Heilbronn in die Berufsschule. Dort lernt er im Baulabor verschiedene Erdreiche und Mauerwerke kennen, beschäftigt sich mit Statik und Entwässerung. Und natürlich mit dem Zeichnen. "Viele sagen, man braucht Kreativität, um Bauzeichner zu werden“, sagt Radlak. "Aber ich habe auch Leute in der Klasse, die nicht so kreativ sind, die sind deshalb aber nicht schlecht.“ Das nötige räumliche Sehen, sagt er, bekommt man in der Schule vermittelt.

Bunte Klasse

Vom Werkrealschüler bis zum Einser-Abiturient ist in Radlaks Klasse alles vertreten, einen bestimmten Schulabschluss braucht man für die Bauzeichner-Ausbildung nicht. Auch für seinen Chef Frank Seiter sind Noten bei der Suche nach neuen Azubis zweitrangig. Wichtiger ist, ob jemand präzise und fehlerfrei arbeiten kann. "Jeder Fehler bei uns führt zu Fehlern auf der Baustelle und damit zu Kosten“, sagt der Architekt. Radlak musste deshalb mit vier anderen Bewerbern, die sich für den Ausbildungsplatz als Bauzeichner interessierten und es in die engere Auswahl geschafft hatten, Würfel aus Papier bauen, Geschäftsbriefe schreiben, Skizzen erstellen und rechnen – und setzte sich am Ende durch. Dabei wäre er beinahe Zimmermann geworden. Denn dass der Beruf des Bauzeichners überhaupt existiert, erfuhr er erst, als ihm ein Freund – und ehemaliger Azubi von Seiter – von der Ausbildung erzählte.

Sein Ziel hatte Radlak aber schon damals vor Augen: irgendwann Architektur studieren. "Das ist mittlerweile fast der Regelfall“, sagt sein Chef. "Dabei ist es auch gut, Bauzeichner im Büro zu haben. Für viele Dinge, für die ein Architekt zu teuer wäre, hat ein Bauzeichner fast die gleichen Kompetenzen.“ "Architektur light“ nennt Radlak das. Was für Architekturbüros wie Seiters S-Projekt Nachteile hat, ist für Bauzeichner-Azubis ein Vorteil auf dem Arbeitsmarkt: Sie werden dringend gebraucht. "Wer heute mit einer fertigen Ausbildung auf den Markt geht“, prognostiziert Seiter, "hat morgen einen Job“. 

 

 

 

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