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Mehr als Tütensuppen

Übersicht

Wenn es schnell gehen soll, greifen viele gern zur Tütensuppe. Steht "Knorr“ auf der Verpackung, ist es gut möglich, dass der Beutel aus der Heilbronner Knorrstraße kommt. Fachkräfte für Lebensmitteltechnik kümmern sich dort um die Herstellung von Soßen und Salatdressings. Aber wie wird man Fachkraft für Lebensmitteltechnik?

Vorstellung

Alexandra Nowacek erinnert sich noch gut an ihr Bewerbungsgespräch bei Unilever. "Mein Vater hat mich zum Gespräch gefahren und extra frei genommen.“ Die 17-Jährige hat ihre Ausbildung zur Fachkraft für Lebensmitteltechnik, die von Eingeweihten "FALET“ genannt wird, vergangenes Jahr im September begonnen. Die Ausbildung zur FALET dauert drei Jahre. Unilever setzt bei Bewerbern einen guten Haupt- oder Realschulabschluss mit guten Noten in den naturwissenschaftlichen Fächern voraus. Wer außerdem Spaß an der Arbeit mit computergesteuerten Maschinen hat und über technisches Verständnis verfügt, erfüllt alle Anforderungen an die Bewerbung.

Ebenfalls im ersten Ausbildungsjahr befindet sich Jacqueline Hoffmann, die nach der mittleren Reife auf das Ernährungswissenschaftliche Gymnasium wechselte, bevor sie beschloss, sich bei Unilever um einen Ausbildungsplatz zu bewerben. "Ich wollte auf jeden Fall etwas mit Lebensmitteln machen“, erklärt die 18-Jährige. "In der Schule bekommt man nur die Theorie zu sehen. Ich wollte in die Praxis.“ In der Ausbildung lernen die FALETs, wie aus natürlichen Rohstoffen die Nahrungsmittel von Unilever werden. Die Azubis lernen die Technik kennen, steuern die Maschinen und begleiten die Fertigung von der Rohware zum Fertigprodukt. Auch die Qualität der Erzeugnisse überprüfen die jungen FALETs und arbeiten im Laufe der Ausbildung in einer Vielzahl von Teams. 

"Lebensmittel sind ein wichtiger Teil des Lebens“, sagt Hoger Hamo, der auch das erste Ausbildungsjahr durchläuft. "Wir nehmen sie dreimal am Tag zu uns. Daher wollte ich verstehen, wie man sie herstellt.“ Der 28-jährige Syrer hat in seinem Heimatland studiert und bei Knorr erst ein Praktikum absolviert, bevor er sich erfolgreich um einen Ausbildungsplatz bewarb. "Die Beschäftigung mit Lebensmitteln und der Technik dahinter macht mir großen Spaß.“ "Als ich den Vertrag mit den anderen Azubis unterschrieben habe, dachte ich, die sehe ich eh nicht mehr so häufig“, berichtet Brigitte Hock. "Dann hatten wir mit den Mechatronikern in der Metall-Grundausbildung sogar mehr zu tun als mit den FALETs aus den älteren Jahrgängen.“ Die 21-Jährige hat ihre Ausbildung ebenfalls im September begonnen.

Rückmeldung

Wolfgang Gooß schult die Auszubildenden und ist ihr Ansprechpartner bei Fragen. "Von einem guten Azubi erwarte ich Freundlichkeit, Pünktlichkeit und Hilfsbereitschaft“, erklärt der 56-Jährige. Einmal im Monat haben die Azubis beim FALET-Treff die Möglichkeit, ein ausführlicheres Feedback zu geben. Die Zukunft der Ausbildung wird einmal im Jahr intensiv bei einem Workshop besprochen. "Da legen wir gemeinsam die Schwerpunkte für die kommenden zwölf Monate fest“, meint Gooß.

Manchmal entscheiden sich junge Mitarbeiter, die Ausbildung abzubrechen. "Vergangenes Jahr hatten wir zwei Fälle“, sagt Gooß. "Beide Abbrecher wollten gern etwas anderes machen. Auf Dauer hat es keinen Sinn, etwas zu tun, was keinen Spaß macht.“ Nach der Ausbildung können die fertigen FALETs für einzelne Fertigungsschritte Verantwortung übernehmen. Wenn sie ein Jahr Berufserfahrung gesammelt haben, können sie sich zum Lebensmitteltechniker oder zum Industriemeister weiterbilden.

Der Anfang in Heilbronn

In der Heilbronner Kaiserstraße fing 1838 alles an. Dort eröffnete Carl Heinrich Theodor Knorr (1800-1875) zunächst einen Gemischtwarenladen. Kurz darauf begann er, mit 53 Arbeitern in einer Fabrik im heutigen Bahnhofsviertel Kaffeeersatz herzustellen. Die ersten Suppenpräparate aus getrocknetem Gemüse und Obst rollten 1873 vom Band. In den folgenden Jahrzehnten traten Suppenwürfel & Co. den Weg in die Welt an. 2000 wurde Knorr vom britisch-niederländischen Konzern Unilever übernommen.

 

 

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