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Auf Mördersuche

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Wer ist denn nun der Mörder? Neun Schülerinnen der Nordheimer Kurt-von-Marval-Schule dürfen sich am "Girls’ Day“ nach einem interaktiven Vortrag von Molekularbiologin Melanie Schneider und Geoökologin Susanne Fries als Forensikerinnen in einem Mordfall betätigen: Der alte Graf von Mondstein ist erschlagen worden, und fünf Personen kommen als Täter infrage. 

Wer ist der Täter?

Zuerst erhalten die Mädchen einen weißen Arbeitskittel, um die Kleidung zu schützen. "Wie ein Arzt“, freut sich eines der Mädchen. Das steigert schon mal das Selbstbewusstsein. An drei Stationen lernen sie dann, wie man Fingerabdrücke, Blut, Haare und Fasern untersucht. Wie sieht das Blut auf den T-Shirts aus, wenn es aus einem 90- oder 45-Grad-Winkel darauf tropft? Mit Pipette und Geo-Dreieck lassen die Mädchen Kunstblut auf ein Blatt Papier tropfen und vergleichen die Formen mit dem Muster auf vorbereiteten Stoffproben. Mit Luminol kann man zudem testen, ob es sich um Blut oder Farbe handelt. Blut reagiert mit der chemischen Substanz und leuchtet.

Bei der Untersuchung der Fingerabdrücke, die sie mit Graphitpulver besser sichtbar machen, kann man sich leicht vertun. Und nur, weil man irgendwo einen Fingerabdruck hinterlässt, muss man noch lange nicht der Mörder sein. 

"Ich hätte nie gedacht, dass ein glattes Haar unter dem Mikroskop so aussieht“, wundert sich Flora-Jane. "Es sieht ja aus wie ein Stück Holz.“ Das Tierhaar ist kräftiger als Menschenhaar und daher leicht zu erkennen. Ohne die so genannten Mint-Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik geht es also bei der Verbrechensaufklärung nicht.

Workshops und Seminare

Blearta, Charlotte, Flora-Jane, Irem, Jessica, Lucy, Maxie, Nurseda und Pia – alle zwischen "fast 14“ und 15 Jahre alt – nehmen ein Jahr lang freiwillig an dem Projekt "Coaching4Future“ des BBQ (Berufliche Bildung GmbH) teil, das von der Agentur für Arbeit und Südwestmetall unterstützt wird. Jeden zweiten Mittwochnachmittag treffen sie sich mit Erziehungswissenschaftlerin Tatjana Weikum-Priss, um sich über "nicht typisch weibliche“ Berufe zu informieren. Technische Workshops und Betriebserkundungen gehören dazu wie auch Seminare zur persönlichen Entwicklung. In einer Abschlussfeier im Juli werden sie ein Zertifikat erhalten, das bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz von Nutzen sein kann.

Charlotte interessiert sich zwar für das, was sie an diesem Vormittag lernt, aber ihr Berufswunsch steht fest: Fotografin. Ihren Ausbildungsweg hat sie bereits fest geplant. Blearta hat schon eine Lehrstelle und möchte als Versicherungskauffrau ihr Geld verdienen. Wie attraktiv und vielseitig technische Berufe, in denen Frauen immer noch unterrepräsentiert sind, sein können, zeigen die beiden jungen Wissenschaftlerinnen Schneider und Fries in altersgemäßen Videoclips und vielen Anschauungsobjekten: die Beinprothesen des Models Aimee Mullins, die Öko-Disco, in der man beim Tanzen auf gefederten Bodenplatten selbst Strom erzeugt, oder die Säuberung der Ozeane vom Plastikmüll. Mint steckt eben überall drin. Bei einem Quiz gewinnen zwei Mädchen einen Sportbeutel – beide entscheiden sich für den Aufdruck "Topmodel.“

Dennoch: "Ganz langsam nimmt die Zahl der Mädchen zu, die sich für einen technischen Beruf entscheiden“, freut sich Melanie Schneider. Und der Mörder wird auch entlarvt: Es ist der geldgierige Enkel des Grafen

 

 

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