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Keine Angst, aber sehr viel Respekt

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Seit zweieinhalb Jahren machen sie an der Gesundheits- und Krankenpflegeschule (GKPS) im Klinikum am Weissenhof ihre Ausbildung. Jetzt stand die erste große Bewährungsprobe an: 17 Schülerinnen und Schüler übernahmen für eine Woche auf der Intermediate Care Station (Zwischenintensivstation) des Klinikums Löwenstein den Dienst und damit die Verantwortung. Tagsüber stellten sie das komplette Personal inklusive Stationsleitung; die examinierten Pfleger standen nur im Hintergrund bereit. Nachts war jeweils eine Auszubildende gemeinsam mit vier Kräften vom Stammpersonal im Dienst. Um die Erfahrungen zu reflektieren, gab es jetzt eine Pressekonferenz. 

Sehr viel Respekt

Arzu Aksoy, Pflegedienstleiterin in der Klinik, sagte, dass das Projekt auch für sie eine Premiere gewesen sei. Und sie stimmte zu: "Im dritten Ausbildungsjahr braucht man einfach etwas Besonderes.“ Die vielen positiven Rückmeldungen, die sie vom Pflegepersonal, den Ärzten und auch den Patienten erhalten habe, hätten die Richtigkeit des Projekts bestätigt. Elke Bannert, Leiterin der GKPS am Weissenhof, ergänzte, dass eine solche Arbeit unter realen Bedingungen die Persönlichkeit stärke.

Die Voraussetzungen hatten die Schüler vorher an der Schule des Weissenhofs erhalten. Und das hieß vor allem lungenspezifische und intensivmedizinische Fachkenntnisse erwerben. Da die Schüler unter „echten“ Bedingungen arbeiten sollten, wählten sie mit Iris Baier und Abdelmajid Mekkaoui auch zwei eigene Stationsleiter, die unter anderem für die Dienstpläne zuständig waren. Hatten die jungen Menschen dabei Angst? "Nein, aber sehr viel Respekt“, verriet Baier. Und Mekkaoui ergänzte: "Die Abläufe wurden schnell zur Routine, das eigentliche Personal freute sich über entspanntes Arbeiten im Hintergrund.“ 

Andere berichteten in ihrem Vortrag, wie stolz sie auf ihre Tätigkeit waren. Die Patienten in Löwenstein hätten teilweise nicht einmal bemerkt, dass sie von Auszubildenden betreut wurden. Andere lobten die "Neuen“ bewusst. Für die Schüler ist klar, dass ein solches Projekt auch im nächsten Jahrgang wiederholt werden sollte, dann möglichst sogar über einen etwas längeren Zeitraum.

Lob und Vertrauen

Nadja Obrend, die sonst für die Station zuständig ist, lobte auch ihr Personal, das die Auszubildenden gut angeleitet habe. Besonders erfreulich: Einige hätten noch während der Projektwoche versprochen, sich nach der Ausbildung in Löwenstein bewerben zu wollen. Ihr Fazit: "Das habt Ihr super gemacht!“ Es habe keine schülertypischen gravierenden Fehler gegeben. Melanie Bennarndt, an der Schule für den Jahrgang zuständig, gab zu, wie schwer ihr das "Zurücktreten“ gefallen sei. "Ich habe vor allem versucht, Motivationsarbeit zu leisten, als am Anfang Schwierigkeiten auftraten“, so die Ausbilderin.

Im Gespräch mit der Stimme freute sich Iris Baier vor allem über die Aufgeschlossenheit und das Vertrauen der Patienten, "obwohl wir doch nur Schüler waren“. Natürlich gab es auch unvorhersehbare Schreckmomente. "Als ein Katheterbeutel gerissen ist, habe ich sofort nach Hilfe gerufen“, erinnerte sich Helen Pfeiffer. Ein besonderes Erlebnis hatte Melissa Pasc-Maurer. "Eine Angehörige bedauerte es, dass unsere Zeit so schnell zu Ende war. Sie hätte es gerne gesehen, wenn wir ihren Mann bis zur Entlassung aus der Station betreut hätten“, berichtete Melissa Pasc-Maurer stolz. 

 

 

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