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"Jogginghose geht gar nicht“

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Wenn es um Ausbildung geht, weiß Klaus Neuwirth Bescheid. Der Geschäftsführer der Läpple Ausbildungs GmbH ist seit 26 Jahren in diesem Bereich tätig. Beim Autozulieferer Läpple haben Anfang September 42 junge Menschen ihre Ausbildung begonnen, davon sechs von externen Unternehmen.

Herr Neuwirth, wenn Sie die Jugendlichen von 1990 mit denen von heute vergleichen: Was hat sich geändert?

Klaus Neuwirth: Die Jugendlichen sind heute viel besser informiert. Das gilt generell, aber auch, was den Ausbildungsberuf und den Ausbildungsbetrieb betrifft.

Was bedeutet das für die Unternehmen?

N: Die Betriebe müssen 100-prozentig authentisch sein. Sie müssen ihre Bildungsphilosophie klar formulieren und auch umsetzen, daran werden sie letztlich gemessen. Und sie müssen stärker den persönlichen Kontakt zu den jungen Leute suchen, damit Vertrauen entstehen kann.

Worauf sollten Betriebe gerade am Anfang des Ausbildungsjahres besonders achten?

N: Wichtig ist, die Leute ankommen zu lassen und sie Schritt für Schritt in den Betrieb einzubinden. Dazu gehören etwa gemeinsame Mittagessen, die Formulierung von Zielen und klare Ansagen der Ausbilder.

Und was sollten die neuen Auszubildenden beherzigen?

N: Sie sollen authentisch sein. Wir legen Wert auf ein gepflegtes Erscheinungsbild, freundliches Auftreten und eine gepflegte Sprache. Wichtig sind uns Teamwork und Gemeinschaftsgefühl, Pausenclowns und Angeber können wir nicht gebrauchen.

Was machen Sie mit denen, die aus der Reihe tanzen?

N: Die werden frühzeitig vom Ausbilder zur Seite genommen, der ein ernstes Wörtchen mit ihnen spricht. Dann funktioniert das in der Regel. Da Bewerbungen bei uns aus mehreren persönlichen Gesprächen bestehen, wissen wir ziemlich genau, wen wir einstellen und erleben kaum böse Überraschungen. Wir hatten seit mehr als zehn Jahren keinen Abbrecher mehr dabei.

Ein Tipp für neue Lehrlinge: Was geht gar nicht?

N: Mit Jogginghose zur Arbeit zu kommen. Und häufiges Zuspätkommen geht auch nicht.

Machen Smartphones Probleme?

N: Das ist schon ein Ablenkungsfaktor. Deswegen machen wir den Auszubildenden gleich am Anfang klar, dass das Smartphone während der Arbeitszeit in den Spind gehört.

Und das funktioniert?

N: Ja. Aber ich bin mir sicher, dass das Smartphone bald zum Handwerkszeug für viele Arbeiten gehören wird. Dafür sorgen die Digitalisierung und die Industrie 4.0. Bei Läpple starten wir demnächst mit einer eigenen Ausbildungs-App, mit der sich die jungen Leute über Lehrinhalte, Termine oder Berufsbilder informieren können. Jede Generation hat ihre Stärke. Bei der heutigen Jugend ist es der Umgang mit den neuen Medien.

Zur Person

Klaus Neuwirth, 49 ist Geschäftsführer der Läpple Ausbildungs GmbH in Heilbronn. Das Tochterunternehmen der Läpple-Gruppe bildet nicht nur junge Leute für den eigenen Bedarf aus, sondern auch für andere Firmen in der Region, die keine Kapazitäten für eine eigene Ausbildung haben. Auch Umschulungsmaßnahmen gehören zum Angebot.

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