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Auf diese Jobs steht die Jugend

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Wer hätte das gedacht: Die Polizei steht als Wunscharbeitgeber bei Jugendlichen ganz hoch im Kurs. Zu diesem Ergebnis kommt das sogenannte "Schülerbarometer“ – die größte Schülerkarrierestudie in Deutschland, bei der 17.000 Schülerinnen und Schüler der Klassen acht bis 13 jährlich den beliebtesten Arbeitgeber Deutschlands wählen können. 15,2 Prozent der Befragten könnten sich demnach eine Anstellung bei der Polizei gut vorstellen.

Starke Produktmarken

Auf Platz zwei und drei, mit 12,5 und 12,2 Prozent, stehen indes mit Adidas und BMW zwei bekannte Hersteller: "Starke Produktmarken haben einen wesentlichen Vorteil“, sagt Holger Koch, Geschäftsführer des Beratungs- und Marktforschungsunternehmens Trendence, das den Barometer sponsert. "Die Schüler kennen sie. So können sie sich etwas unter der Arbeit vorstellen und sehen, woran sie aktiv mitwirken können.“ Das scheint auch bei dem Automobilhersteller Audi der Fall zu sein.

Mit 9,8 Prozent landete der Neckarsulmer Arbeitgeber auf Platz sechs der Rangliste. "Es freut uns sehr, dass Audi schon seit Jahren auch bei den Schülern als attraktiver Arbeitgeber gilt“, sagt Dr. Ulrich Eritt, Leiter Berufsausbildung bei Audi Neckarsulm. "Wir bieten jungen Leuten spannende Einstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten: Bei uns gestalten sie die Zukunft der Mobilität mit.“

Deshalb hat Audi auch die Zahl der Ausbildungsplätze in Deutschland in diesem Jahr um mehr als zehn Prozent auf rund 800 erhöht. "In unseren 20 Ausbildungsberufen sind modernste Lehrinhalte. Unsere Azubis haben auch die Möglichkeit zu Auslandsaufenthalten an anderen europäischen Standorten des Konzerns“, erklärt Dr. Ulrich Eritt. Die Chancen, anschließend übernommen zu werden, stehen dabei nicht schlecht: "Wer hier seine Ausbildung erfolgreich absolviert, erhält ein Angebot für einen attraktiven Arbeitsplatz“, sagt der Ausbildungsleiter.

Auch eine weiteres Unternehmen aus der Region hat es unter die Top 100 geschafft: Lidl steht mit 0,8 Prozent auf der 64. "Wir freuen uns sehr, dass wir uns im Ranking erneut um einige Plätze verbessern konnten. Wir sehen die Platzierung als Ergebnis einer kontinuierlichen Weiterentwicklung und vieler positiver Veränderungen“, sagt Katharina Ryske von der Pressestelle Lidl Deutschland. "Lidl bietet als führendes Unternehmen vielfältige Ausbildungsmöglichkeiten sowie interessante Zukunftsperspektiven und Aufstiegschancen.“ In insgesamt acht verschiedenen Berufen aus den Bereichen Handel, Logistik, IT sowie Personal und Mediengestaltung bildet Lidl aus. "Auf die Azubis warten spannende und abwechslungsreiche Aufgaben sowie ein zukunftsorientierter Beruf mit Aussichten auf eine spätere Übernahme“, sagt Ryske. 

Doch worauf achten Jugendliche bei ihrem künftigen Arbeitgeber eigentlich genau? Samantha Walther hat sich in der Heilbronner City einmal umgehört und gefragt, welche Unternehmen hierzulande gut ankommen:

Lisa, 17, Auszubildende, Heilbronn

"Was mir wichtig war? Dass mir der Beruf auch wirklich Spaß macht. Ich mache eine Ausbildung zur Chemielaborantin. Auf Gehalt und Aufstiegsmöglichkeiten habe ich dabei weniger geachtet. Auf den Namen des Unternehmens schon eher. Es gibt einem ein wenig Sicherheit, wenn hinter dem Unternehmen eine große Marke steht.“

Ella, 16, Schülerin, Heilbronn

"Polizei auf Platz eins: Da würden so einige aus meiner Stufe sicherlich zustimmen. Viele finden den Job echt cool; man trägt eine Uniform, bekommt Respekt gezollt, ist Freund und Helfer, hat zudem Beamtenstatus. Ich hingegen kann mir nicht vorstellen, als Polizistin zu arbeiten. Ich muss aber überhaupt erst mal gucken, wohin es mich führt. Noch weiß ich das nicht.“

Antonia, 16, Schülerin, Heilbronn

"Man muss ein Leben lang mit seiner Grundausbildung leben, daher ist es wichtig, dass der zukünftige Arbeitgeber auch das eigene Interessensgebiet vertritt. Wichtige Punkte sind natürlich auch Gehalt und Aufstiegsmöglichkeiten.“

Enis, 18, Schüler, Heilbronn

"So sportlich wie ich bin, ist die Polizei eher nichts für mich. Aber ich verstehe, dass andere sie als Traumjob ansehen. Ich weiß noch nicht, in welche Richtung es mal gehen soll und worauf ich bei meinem künftigen Arbeitgeber achten sollte, aber dafür bin ich ja auch noch in der Schule.“

Fabian, 20, Auszubildender, Untergruppenbach

Audi, Adidas: Große Marken kommen natürlich auch bei mir an. Uns hat man damals aber geraten, sich auch bei No-Name-Unternehmen zu bewerben. Dort sind einfach die Chancen größer, auch genommen zu werden. Bei meinem Arbeitgeber haben sich beispielsweise 500 Leute beworben, bei Audi ist es mit Sicherheit das Zehnfache an Bewerbern. Da muss man erst einmal bestehen.“

Kastriot, 18, Auszubildender, Markgröningen

"Ich würde nicht aufs Gehalt achten oder auf Markennamen, für mich war wichtig: Fühle ich mich wohl. Das merkt man meistens ja bereits beim Bewerbungsgespräch. Das kollegiale Umfeld muss einfach hinhauen, dann macht die Arbeit auch Spaß, egal, ob dahinter jetzt eine große Marke steht oder nicht.“

Ellon, 16, Schülerin, Heilbronn

"Aufstiegschancen sind mir persönlich sehr wichtig – und die hat man meiner Meinung nach eher bei den großen Unternehmen. Ich sehe mich später im Tourismus-Bereich, ich mag den Umgang mit Menschen, die verschiedenen Kulturen und Länder. Gerne würde ich bei Tui oder einem anderen großen Reisebüro arbeiten.“

Jannine, 16, Schülerin, Heilbronn

"Das Gehalt ist schon nicht unwichtig. Auch, wie man mit dem Boss klarkommt, beziehungsweise wie das kollegiale Umfeld generell ist. Das sollte schon passen.“

Givoanna, 15, Schülerin, Heilbronn 

"Ich kann schon verstehen, dass so viele zur Polizei wollen. Warum auch nicht, es ist schön, Menschen in Not zu helfen. Für viele ist das bereits ein Kindheitstraum. Meiner ist es nicht. Ich will zu Audi. Was man da genau macht – keine Ahnung. Ich liebe Autos. Und der Markenname zieht schon an. Zumal es auch hier in der Region wäre. Ich kenne viele, die gerne bei Adidas oder Nike arbeiten wollen würden. Ist ja auch klar, was man privat mag, hätte man am liebsten auch gerne irgendwann im Beruf. Mit Marken kann man sich halt besser identifizieren, als mit kleinen Unternehmen, von denen man noch nie etwas gehört hat.“

Erma, 15, Schülerin, Heilbronn

"Audi auf Platz sechs? Ich würde die Firma auf Platz eins setzen. Ich will unbedingt mal für Audi arbeiten. Wie Givoanna liebe ich Autos. Die Marke ist einfach mega schön. Später will ich auch mal einen Audi fahren. Und klar, man hat die Vorstellung, dass, wenn man bei einer großen Firma arbeitet, auch ordentlich bezahlt wird. Das ist mir schon wichtig.“

Celina, 16, Schülerin, Heilbronn

"Polizei wäre eher nicht so mein Traumberuf, dazu habe ich schon zu schlechte Erfahrungen mit der Polizei gemacht. Ich möchte in den kaufmännischen Bereich. Mir ist ein solider Job wichtig, wo man jeden Tag ins Büro geht und an seinem Schreibtisch sitzt und seinen eigenen Aufgabenbereich erledigt.“

Ella, 16, Auszubildende, Heilbronn

"Markennamen ziehen an, klar. Wer will nicht bei einem großen Unternehmen mit Namen arbeiten. Davon blenden lassen darf man sich aber nicht. Nur weil es groß ist, heißt es nicht, dass es dort auch gut ist.“

 

 

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