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Unter gestrengen Augen

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Mit zwei schnellen Schnitten seiner Rebschere kürzt Martin Willems (21) an einem Rebstock zwei Ruten auf eine Länge von neun "Triebaugen“ ein. Er steht in einem Weinberg des Staatsweinguts Weinsberg am Schemelsberg. "Falls man die Ruten zu kurz schneidet, bindet man zwei Strecker zusammen“, erklärt der Weinbautechnik-Schüler seinen Prüfern Alexander Kästel und Alexander Link. Martin Willems aus Konz an der Saar ist der erste von 22 Weinsberger Weinbautechnik-Schülern, der zu einer von vier Praxisprüfungen beim Berufswettbewerb des Weinbauverbandes antritt.

Der Wettbewerb eigne sich gut dazu, sich selbst zu kontrollieren, herauszufinden, wo man mit seinem beruflichen Wissen im Vergleich zu den Mitschülern stehe und an welchen Stellen man noch nacharbeiten müsse, erklärt der junge Mann sein Interesse am Wettbewerb. Da stimmt seine Mitschülerin Christina Kircher aus Weinsberg mit ihm überein: "Hier kann man gut seine Stärken und Schwächen herausfinden.“ „Mit dem Berufswettbewerb wollen wir den Bildungsstand unserer Nachwuchskräfte im Weinbau messen und die Teilnehmer für den Wettbewerb auf Bundesebene ermitteln“, erläutert Weinbaupräsident Hermann Hohl. Zusammen mit seinem Vizepräsidenten Peter Albrecht besucht Hohl die Stationen des Wettbewerbs.

Großes Wissensfeld 

Auf dem Gelände der Weinbauschule prüft Weingutchef Ralf Keil aus Pfedelbach an einer von vier Bodenprobenstationen das Wissen von Winzer-Lehrling Tobias Läpple aus Ilsfeld. Der füllt ein Formular für die Laboruntersuchung der Bodenprobe aus. "Wenn man das Untersuchungsergebnis kennt, kann man die Düngung optimieren“, erklärt Läpple dem Prüfer. Läpple ist einer von 67 Winzerlehrlingen, die sich im Berufswettbewerb auf Landesebene, den die Landjugend und der Weinbauverband gemeinsam veranstalten, für den Bundeswettbewerb qualifizieren wollen.

"Der Frauenanteil in der Weinbau-Ausbildung bei Winzern und Technikern wird höher und liegt derzeit bei rund 30 Prozent, das finde ich sehr erfreulich“, sagt Peter Albrecht. Die Prüfungsaufgaben in den beiden Leistungsgruppen für Winzer und Techniker seien bundesweit standardisiert. In der Kelterhalle prüft Weingutchef Wolf-Peter Leiß aus Weinsberg-Gellmersbach die angehende Weinbautechnikerin Mikuna Sudo Ochi aus Japan und ihren Mitschüler Mathias Pfisterer.

Im Team ziehen die beiden angehenden Weinbautechniker eine Fassprobe, füllen ein Fass spundvoll und erläutern die Hygiene im Keller. "Ich habe bisher einen sehr guten Eindruck, was die Schüler bisher gelernt haben. Bei den Prüfern Martin Notz und Thomas Fischer filtrieren die Prüflinge im Gärtankkeller 1500 Liter Wein. Manche seien sehr gut, andere hätten wenig Ahnung, hat Notz festgestellt. "Ich finde es erschreckend, wenn sie im Betrieb die Schichtfiltertechnik noch nicht gelernt haben“, so Notz.

Theorie und Praxis 

Eine weitere Station ist die Sensorik-Prüfung. "Man braucht gute Geruchs- und Geschmacksnerven, um die vier Proben zu bestehen“, erläutert Prüferin Sabrina Roth. Neben der Praxisprüfung sind alle Teilnehmer beim Wettbewerb auch in der Theorie gefordert, müssen ihre Allgemeinbildung und ihr Fachwissen unter Beweis stellen. "Das hier ist eine gute Übung für die anstehende Zwischenprüfung, da bekommt man schon mal das richtige Feeling“, sagt die angehende Winzerin Lisa Eisele aus Fellbach. 

 

 

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