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Pflichttag zur Berufsorientierung

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In Baden-Württemberg müssen künftig alle weiterführenden Schulen einen "Tag der beruflichen Orientierung“ anbieten. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) will erreichen, dass Schüler und Eltern mehr Informationen über "Ausbildungs-, Studien- und Berufswege“ erhalten. Auch Gymnasien werden verpflichtet, über Ausbildungswege ohne Studium zu informieren. Die Verwaltungsvorschrift, die derzeit im Anhörungsverfahren ist, soll im Sommer für nächstes Schuljahr in Kraft treten.

Pflichttag auch für Gymnasien

Für ihr Jahr als Präsidentin der Kultusministerkonferenz hat sich Eisenmann die Stärkung der beruflichen Ausbildung als Schwerpunkt gewählt. Der jährliche Pflichttag für die Schulen im Südwesten ist das erste konkrete Ergebnis. Die SPD-Opposition unterstützt den Vorstoß. Der Mannheimer SPD-Abgeordnete Stefan Fulst-Blei sieht darin eine Stärkung der Berufsorientierung an den Schulen, wie sie von der alten Landesregierung unter Beteiligung seiner Partei eingeleitet wurde. Besonders wichtig ist Fulst-Blei, dass auch die Gymnasien einbezogen werden. Es müsse sichergestellt werden, dass "dieser Tag allen Schülern einen klaren Einblick insbesondere auch in das duale System der Berufsausbildung gibt“.

Als vorbildlich würdigt Eisenmann das von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Rhein-Neckar entwickelte Konzept. Die IHK bietet allen Schulen ihres Bezirks einen "Tag der Berufsorientierung“ an. Kernpunkt ist dabei, dass Firmen mit Auszubildenden in die Schulen kommen und praktische Ausbildungssituationen vorführen. Weitere Module sind simulierte Vorstellungsgespräche, Hinweise für korrekte Präsentationen in sozialen Netzwerken oder ein Check von Bewerbungsmappen. "Das wird sehr, sehr gut genutzt“, sagt Harald Töltl, der Leiter der Berufsbildung in der IHK Rhein-Neckar. Eisenmann geht davon aus, dass dieses Konzept alle zwölf IHK-Bezirke übernehmen könnten und dieses von den "Schulen im Land aufgegriffen und bedarfsgerecht nachgefragt wird“.

Doch ausgerechnet die Vorreiter aus Mannheim, die 2014 als bundesweit erste Kammer ihr Konzept entwickelt haben, fürchten eine Verwässerung. Denn Eisenmann will neben den Kammern die Arbeitsagenturen, Hochschulen und andere Kooperationspartner einbinden. Töltl warnt vor einer Verwässerung des Praxisbezugs. Interessierte Schulen sollen seiner Ansicht nach das Kammer-Angebot zusätzlich buchen können: "Statt einen Pflichttag festzuschreiben, sollte das Ministerium mindestens einen Tag in der Verordnung verlangen.“

Schulen müssen kooperieren 

In ihrer Antwort auf einen SPD-Antrag skizziert Eisenmann erstmals ihre Vorstellungen für den Orientierungstag. Jede Schule soll ein auf ihr Umfeld zugeschnittenes Konzept mit den Experten der Arbeitsagenturen und anderen Partnern entwickeln und den Tag im Unterricht vorbereiten. Die Eltern müssten aktiv eingebunden werden. Als denkbare Partner sieht die CDU-Ministerin neben den Kammern Unternehmen aus der Region, Hochschulen, Berufsschulen, Ausbildungs- und Studienbotschafter.

Ausdrücklich betont sie, dass Gymnasien "gleichwertig über berufliche und akademische Ausbildungen informieren sollen“. Töltl weist darauf hin, dass sich bisher manche Gymnasien weigern, auf Ausbildungswege ohne Studium hinzuweisen. Speziell für die Gymnasien wurde eigens ein Leitfaden zur "Berufs- und Studienorientierung in der Kursstufe“ entwickelt.

 

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