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Zaz - Sans Tsu Tsou

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Im Süden Frankreichs fegt alljährlich der Mistral durchs Land. Man könnte dem Sturm einen neuen Namen geben: Zaz. Seit einem guten Jahr zieht die französische Sängerin Isabelle Geffroy unter diesem Namen wie ein Wirbelwind durch die Welt und bestürmt die Fans mit ihrer unvergleichlichen Mischung aus Chansons, Pop und Jazz. Nun erscheint mit "Sans Tsu Tsou" ein Livealbum als CD+DVD-Paket. Für gewöhnlich nimmt man an, dass gut gemachte Live-Alben über verpasste Konzertgelegenheiten hinweg trösten, doch bei "Sans Tsu Tsou" bereut man umso mehr, das konzertale Feuerwerk von Zaz nicht hautnah erlebt zu haben.

Denn dieses Live-Album macht beinahe mehr Spaß als ihr selbst betiteltes Debüt aus dem letzten Jahr. Zaz reizt ihre Stimmbänder bis zum Äußersten und holt alles aus sich raus. Das verleiht ihren ohnehin wahnsinnig energetischen Songs einen zusätzlichen Powerschub. Ihren Hit "Je Veux" eröffnet Zaz mit esoterisch anmutenden Gesängen, bevor Bass und Drums mit treibenden Klängen die Spannung steigern. Wenn dann beim Refrain des Megahits die Stimmung explodiert, dürfte auch zu Hause niemand mehr stillhalten. Am anderen Ende des Gefühlsspektrums: die intensiv gesungene, nur von Piano begleitete Gänsehaut-Nummer "J'Arrive Pas".

Auf der DVD dann Bilder von einer Künstlerin, die mit Ringelstrümpfen und zwei verschiedenfarbigen Schuhen die Bühne betritt und sich die Welt am Abend des Auftritts macht, wie sie ihr gefällt. Es ist nicht nur die Stimmgewalt der modernen "Pippi Langstrumpf", sondern ihre Natürlichkeit und Energie, die sich schon nach den ersten Tönen auf das Publikum überträgt, leider aber nicht auf den Kameramann.

Die Stimmung, welche die zierliche Französin selbst bei Regen auf die Festivalbühnen zaubert, können die verschlafenen Kamerafahrten leider nicht wiedergeben. Sehr schön dagegen die ruhigen Aufnahmen im Theatre de Bethune, die ihren ganzen Fokus auf Zaz, ihre so eigenen Tanzbewegungen und den intensiven Ausdruck auf ihrem Gesicht legen. Dort sieht man Schweißtropfen, einen verzerrten Mund, manchmal ein fast fratzenhaftes Grinsen - Zaz überlegt nicht, wie sie wirkt, sie ist einfach da, ganz natürlich und ungeschönt. Insofern würde das grieselige Bild mit den leichten Unschärfen sogar ins Konzept passen. Bei den Festivalaufnahmen führt ein Regentropfen auf der Kamera zu irritierenden Bildstörungen. Eine Unvollkommenheit, wie sie einer Zaz sicher nur recht wäre. Vom HD-konditionierten Zuschauer bleibt sie aber sicher nicht unbemerkt.

Sympathisch und charmant sind die Übergänge zwischen den Auftritten des Konzertfilms: ein Blick aus dem Tourbus auf nachtdunkle Autobahn, Isabelle Geffroy beim privaten Grimassenschneiden und Scherzen, bevor sie als Zaz auf der Bühne die professionelle Entertainerin gibt. Die drei kurzen Extras - Schnappschüsse von ihrem Auftritt in New York und vom Proben - versprühen nicht weniger Lebensfreude. Und spätestens das Kurzvideo "Le Cri d'Animooooooool" zeigt noch einmal, wie viel Power in dieser kleinen Frau steckt.

 

Label Playon
Vertrieb Sony
Erscheinungsdatum 23.12.2011
Genre Chanson/Pop
Bewertung ausgezeichnet

 

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