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Neuer Name, neues Glück

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Es ist ja nun nicht so, als ob Philipp Schreiber nervös gewesen wäre. Er war mordsnervös. "Wir hätten uns eine Riesenblöße gegeben.“ Wenn, ja wenn ihr Anliegen unerhört geblieben wäre. 

Live-Platte aufnehmen

AndiOliPhilipp, die Deutschpunk-Heroen aus Bad Wimpfen, die sich jetzt AOP nennen, ganz unter der Prämisse, neuer Name, neues Glück: Sie hatten ihre Anhänger um Geld gebeten. Und bei Geld, das weiß jedes Kind, hört die Freundschaft auf. Aber sie haben es einfach mal keck ins Netz gestellt.

Wir, AOP , wollen eine Live-Platte aufnehmen. Gut, wir waren eine Weile weg, aber ihr erinnert euch doch noch? An "Unser Radio“? An "Deutschpunk.com“? Oder vielleicht an unseren Auftritt am 3. Oktober 2009 am Brandenburger Tor? Genau, das waren wir. Wenn ihr uns zurückhaben wollt, dann könnt ihr etwas dazu beitragen. Crowdfunding nennt sich das, Schwarmfinanzierung. In Zeiten der dahinsiechenden Plattenindustrie beinahe ein Muss. 

Rückblick

Es ist früher August, Ferienzeit. Und Philipp Schreiber, Bassist, Gründungsmitglied und das P von AOP , ist leicht irritiert. Ein Blick auf die Seite bei Startnext, der Crowdfunding-Plattform im Netz, verheißt nichts Gutes. Das Konto stagniert bei 9 374 Euro. "Da hat sich schon eine Weile nichts mehr getan.“ War ihre Zielvorgabe vielleicht zu hoch? 13 500 Euro hatten sie von ihren Fans erbeten. Wenn sie bis zum 28. September die Hürde nicht nehmen, ist ihr Versuch gescheitert, das Geld futsch, die Plattenaufnahme perdu. Eine Live-CD sollte es werden. Der Termin für ihre Comeback-Show beim Geschrubb und Geschepper Festival in Bad Rappenau steht fest. 

Einige neue Stücke sind geschrieben, die Platte hat sogar schon einen Namen. "Vor ein paar Jahren“ soll ihr Baby heißen. Waren sie vielleicht gar zu voreilig? Philipp Schreiber, 34, der seine Brötchen als selbständiger Web Developer verdient, erinnert sich an die Anfangsjahre mit AndiOliPhilipp, ihren unglaublichen Erfolg. Den vierten Platz bei MTV-Rookie, den Bandförderpreis des Popbüros Baden-Württemberg, die Auftritte bei Rock am Ring, Hurricane und Melt!. "Was unsere Fans nicht gesehen haben“, so Schreiber, "ist, dass wir immer nur gemacht, gemacht, gemacht haben. Und das wenige Geld sofort reinvestiert haben.“ Hängengeblieben ist da wenig. "Präzise gesagt, sind uns die Kosten davongelaufen.“

Schulden hatten sich angesammelt, die sich erst durch die Einnahmen beim großen Finale 2013 in Luft auflösen sollten. Anfängerfehler. Und jetzt? "Haben wir wieder Lust.“ Das Trio ist beruflich gesattelt, Familien wurden gegründet, ihre Prioritäten haben sich geändert. Oliver Pfleger, Freund aus Schultagen auf dem Wimpfener Hohenstaufen-Gymnasium und inzwischen selbst Studienrat, ist dem Projekt treu geblieben. Mit Chris "Stukki“ Stephan wurde ein Neubesetzung für die Schlagzeug-Vakanz gefunden.

Alles auf Anfang

Jetzt, Anfang September. Auf dem Konto hat sich etwas getan. Stolze 13 633 Euro stehen zu Buche, und die Aktion ist noch nicht beendet. Vier Fans haben ein Wohnzimmerkonzert (unplugged) im Wert von 500 Euro gebucht, zwei ein verstromtes Konzert für 1000 Euro. "Gerade die hochpreisigen Angebote sind gut gelaufen“, wundert sich Philipp Schreiber.

Alles steht wieder auf Anfang für AOP. Nur gelassener wollen sie es dieses Mal angehen. Wobei: Bei ihrer kleinen Bookingagentur Ministerium für Punk in Neckarsulm häufen sich bereits die Anfragen. Ganz vergessen sind sie nicht. 

 

 

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