
Online-Spiele zum Umweltschutz
Ökologisch bauen, die Folgen eines Tsunamis begrenzen, eine ganze Stadt energieeffizient führen: "Grüne" Onlinespiele sollen nicht nur Spaß machen, sie sollen auch Wissen vermitteln.
"Die Anwendungen ähneln oft einer Wirtschaftssimulation. Doch statt um Geld geht es beispielsweise um Kohlendioxid", sagt Thorsten Unger, Geschäftsführer des Learning-Game-Portals Zone 2 Connect. Umweltspiele seien Lernspiele. Ziel sei es, dass sich der Spieler intensiv mit dem Inhalt auseinandersetzt.
Herausforderung
Konzentration und Cleverness erfordert zum Beispiel das Online-Game "Energetika". Dabei muss die Stromversorgung des gleichnamigen Landes bis zum Jahr 2050 sichergestellt werden. Das gelingt aber nur mit einem Energiemix, der gleichzeitig die Bürger zufriedenstellt, die Umwelt schont und die wirtschaftliche Kraft des Landes erhält. Eine komplexe Aufgabe. Doch: "Diese Komplexität macht den Reiz des Spiels aus", sagt "Energetika"-Projektleiter Frank Ulmer. "Energetika" wurde für das Wissenschaftsjahr 2010 des Bundesministeriums für Bildung und Forschung entwickelt.
Am Ende stand ein interessantes Ergebnis: Obwohl die Energieversorgung im Game sowohl mit regenerativen Energien, als auch mit Kohle oder Atomkraft gewährleistet werden kann, "hat sich der überwiegende Teil der Spieler für regenerative Energiemixe entschieden", sagt Ulmer. So auch Andres Gvirtz, der Gewinner des "Energetika"-Spiels. Der 15-Jährige setzte vor allem auf Wasserkraft. "Die hat keine elementaren Nachteile", sagt der Heidelberger. "Man nimmt niemandem etwas weg und hat keine hohen Folgekosten. Wasser fließt einfach."
Kombination
Besonders die ersten Jahre, in denen die älteren Kraftwerke abgeschaltet werden, sind schwer. "So entsteht eine Unterversorgung, die man schnell ausgleichen muss", erklärt Gvirtz. Man muss neue Kraftwerke bauen – ohne sich zu verschulden. Das gelingt nur mit höheren Strompreisen, die wiederum den Bürgern nicht gefallen. Solche Herausforderungen, der hohe Realitätsgrad des Spiels und das Kennenlernen neuer Energietechnologien haben ihn begeistert.
Das erworbene Umweltwissen bleibt haften, ist Linda Breitlauch, Professorin für Gamedesign an der Mediadesign Hochschule Düsseldorf, überzeugt. Die Nachhaltigkeit sei beispielsweise mit "Remission" – einem Game für krebskranke Kinder – belegt worden, sagt sie. "Nach dem Spielen haben die Kinder viel besser reflektiert, was in ihrem Körper vorgeht."
Autor: kaf/dpa Datum: 05.12.2011
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