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Ist Videospielen eine Sportart?

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Für manche ist es ein Widerspruch in sich: E-Sport. Denn was hat es schon mit Sport zu tun, wenn man auf einen Bildschirm starrt, sich kaum bewegt und in Videospielen gegen andere antritt? Der Obersulmer Tobias Benz kennt diese Sichtweise natürlich und kann sie nicht komplett von der Hand weisen. Doch der 25-Jährige sagt: "Für mich ist es Sport – wegen des kompetitiven Charakters.“ 

Professionelles Videospielen

Wer hat nun Recht? An der Pädagogischen Hochschule (PH) in Ludwigsburg fand am Wochenende ein eBarock genanntes Symposium statt. In einer Podiumsdiskussion ging genau darum, ob E-Sport nun ein Sport ist. Tobias Benz hat die Veranstaltung initiiert. 

Der Obersulmer ist vielbeschäftigt. An der PH in Ludwigsburg studiert er auf Lehramt, sein Hauptaugenmerk liegt aber beim E-Sport. Benz arbeitet bei der Agentur Hitpoint, die die Szene in Deutschland fördern will – und mit Euronics Gaming ein Team von professionellen Videospielern unterstützt. Benz ist deren Manager. 

Am Mannschaftsnamen merkt man schon: E-Sport ist längst raus aus der Nische. Unternehmen wie die Elektromarktkette Euronics investieren. Bei Turnieren wie im April in Hamburg, als die besten Teams des Kontinents in "League of Legends“ (LoL) gegeneinander antraten, gab es ein Preisgeld von 100 000 Euro für die Sieger. Das Finale der Weltmeisterschaft 2016 in LoL verfolgten weltweit 43 Millionen im Netz. Auch die realen Bundesligisten Schalke 04 und VfL Wolfsburg leisten sich Teams.

Dennoch, und das betont Benz häufiger: "Beim E-Sport in Deutschland fehlt es an Struktur.“ Gerade deshalb hielt er das erste Symposium zum Thema für so wichtig. Benz sieht darin eine Plattform für professionelle und Amateurspieler, wissenschaftliche und wirtschaftliche Perspektiven wurden erörtert. Und auch sportpolitisch sind Folgen vorstellbar. Denn: Wenn E-Sport eine Sportart wäre, müsste es dann nicht auch eine Sportförderung geben? Die Piratenfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus hatte diesbezüglich 2016 sogar ein Gutachten in Auftrag gegeben. 

Trainingslager für Zocker

Benz ist sich durchaus bewusst, dass Videospiele auch Risiken mit sich bringen. Der Obersulmer merkt das bei seiner Arbeit. "Die E-Sportler sind sehr jung. Einige kamen nach der Schule nach Hause und waren dann in ihrer digitalen Welt gefangen. In der realen Welt hatten sie ihre Schwierigkeiten.“

Das ist einer der Gründe, warum es für die professionellen Zocker Manager wie ihn gibt. Bei Euronics Gaming ist es so, dass die Spieler in einem gemeinsamen Haus bei Würzburg leben und trainieren. Benz hat ihnen einen festen Tagesablauf verpasst – mit Aufsteh-, Frühstücks- und Trainingszeiten. Professionalisierung nennt Benz das. 

Wenn der 25-Jährige über die weitere Entwicklung nachdenkt, dann schwebt ihm zum Beispiel vor, dass es ein klares Ligensystem gibt – "vom Profisport bis zur Kreisliga, wie im analogen Sport auch“. 

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