Die Frisbee-Junioren-WM

Die Erde ist zwar keine Scheibe. Doch die Welt wird sich im Sommer in Heilbronn um das runde, flache Ding drehen. Zur Frisbee-Junioren-Weltmeisterschaft haben sich 44 Teams aus 23 Ländern angemeldet, darunter Bolivien, Australien, Japan und Israel. Der DJK Sportbund in Heilbronn hat prominente Mitbewerber wie Nottingham in England und Melbourne in Australien im Rennen um den Zuschlag für die Ausrichtungen des Turniers geschlagen. Das Konzept der kurzen Wege rund um die acht Spielfelder im Frankenstadion hat den Frisbee-Weltverband wohl überzeugt.


Runde Sache

Auch der Bundespräsident findet die runde Sache ausgezeichnet. Er ist Schirmherr der Initiative "Deutschland – Land der Ideen", die jedes Jahr 365 Orte in der Bundesrepublik für ihre Kreativität und Innovationskraft prämiert. In seinem Glückwunschschreiben heißt es: "Mit Ihrem Know-How und Ihrer Leidenschaft verstärken Sie Deutschlands einzigartiges Netzwerk für Mut, Neugier und Innovation."


Boomregion Unterland

Der Preis geht auf Vorschlag vom deutschen Frisbee-Verbandsgeschäftsführer Jörg Brenner nach Heilbronn. Begründung: Die dortige Frisbeeszene hat das Unterland zur nachhaltigen Boomregion für den Trendsport in Deutschland entwickelt. Tatsächlich stellen die Frisbeeabteilungen des DJK mit dem schönen schwäbischen Namen Muggeseggele und weitere Clubs aus Massenbach, Bad Rappenau, Gemmrigheim und Bönnigheim bei den Herren etwa 70, bei den Damen 60 Prozent der Nationalmannschaft, wie Mark Kendall stolz bei einer Pressekonferenz am Freitag in der Heilbronner Experimenta verkündete.

Der US-Amerikaner hat den In-Sport über den TSV Massenbach ins Unterland gebracht. Er organisierte 2000 die erste Frisbee-WM in Heilbronn. 30 000 Zuschauer pilgerten zu den Spielen ins Böckinger Union-Stadion. Peter Deißler vom Heilbronner DJK-Sportbund war so begeistert, dass er eine Abteilung in seinem Verein initiierte. 2008 folgte die deutsche Meisterschaft in Heilbronn, die Generalprobe zur WM – und jetzt erntet er die Früchte der Disziplin, die als eine der fairsten Sportarten überhaupt gilt.


Großer Kraftakt

Deißler erhofft sich einen weiteren Schub für den Sport mit der Junioren-WM im Unterland. Der 300-Mitglieder-Verein DJK hat heute etwa 50 Muggeseggele an der Scheibe. 700 ehrenamtliche Helfer sind für die WM vom 2. bis 7. August nötig. Ein logistischer Kraftakt: Die rund 800 Spieler können in der Schmoller-Schule übernachten. Sie müssen verpflegt werden. Zu den Topspielen am Abend werden bis zu 10 000 Zuschauer erwartet. Auf der Theresienwiese findet das Volksfest statt. Heilbronn kann sich freuen: Die Stadt ist Gastgeberin einer großen, bunten, jungen Party.

Spielregeln beim Ultimate Frisbee:

Ultimate Frisbee ist die einzige Mannschaftssportart der Welt, die ohne Schiedsrichter gespielt wird. Jeder Körperkontakt ist ein Foul. Ziel des Spiels ist, die von einem Mitspieler geworfene Frisbeescheibe in der gegnerischen Endzone am Ende des 35 Meter breiten und 110 Meter langen Feldes zu fangen. Dafür erhält die Mannschaft einen Punkt.




Autor: mut Datum: 16.04.2010
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