
Eigenes Geld verdienen
Nachfrage geht zurück
Die Agentur für Arbeit bestätigt dies. "Bis Juli waren bei uns nur 22 Arbeitsplätze für Schüler gemeldet", erzählt Mario Keller, Pressesprecher der Arbeitsagentur Heilbronn. Vor allem Gaststätten hätten sich "einen Pool an jungen Leuten aufgebaut", auf den sie zurückgreifen. In Firmen würden häufig Kinder von Mitarbeitern bevorzugt. "Die Nachfrage nach Ferienjobbern geht insgesamt zurück", stellt Keller fest."Durch die Automatisierung gibt es weniger einfache Tätigkeiten als früher." Bei Minderjährigen käme hinzu, dass sie keinen Führerschein haben und nur gemäß des Jugendarbeitsschutzgesetzes arbeiten dürfen. Auch der Fachmann rät dazu, sich frühzeitig im Bekanntenkreis umzuhören. Wer einen Job findet, könne mit einem Verdienst von sieben bis zehn Euro pro Stunde rechnen.
Chance
Der Heilbronner Biergarten Food Court will jungen Leuten ermöglichen, in der Arbeitswelt Fuß zu fassen. Geschäftsführerin Franziska Schumacher-Hagner kennt die Vorteile: "Viele Jugendliche machen ihre Sache sehr gut und bleiben uns längere Zeit treu. So haben wir auf Dauer verlässliche Mitarbeiter, die mit Geld umgehen können."Mehr als sieben oder acht der 48 Mitarbeiter seien aber nicht minderjährig. Das Problem: die Öffnungszeiten. Nach 22 Uhr dürfen Jugendlichen nicht mehr arbeiten. Eine von den unter 18-jährigen Servicekräften im Biergarten am Frankenstadion ist Catrin Reißig.
Faire Löhne
Die 17-Jährige trat bereits vor einem Jahr in die Fußstapfen ihrer beiden älteren Brüder. "Vorstellen musste ich mich natürlich trotzdem. Hier arbeiten aber auch viele, die einfach mal gefragt haben und vorher keinen kannten", erzählt die Heilbronnerin. Wie hoch der Stundenlohn genau ist, will Franziska Schumacher-Hagner nicht verraten. Die Löhne seien aber fair, "bislang hat sich noch niemand beschwert". Catrin Reißig konnte sich vom Geschirr abräumen und Blumen gießen im vergangenen Jahr den Führerschein leisten.Einfach beworben
Jan Klark aus Heilbronn schaffte es ohne Vitamin B. Der Schüler reparierte in den Pfingstferien bei Klöpfer IT in Heilbronn Computer. "Aus Interesse habe ich mich dort einfach mal beworben", erinnert sich der 15-Jährige. "Toll, dass es dann geklappt hat."Bei der Firma Beyerdynamic in Heilbronn wird nur tagsüber produziert. Das ist laut Personalchef Wolfgang Lustig der Hauptgrund dafür, dass bereits 16-Jährige hier einen Ferienjob bekommen.
"Bei Schichtarbeit würde es auch für unseren Betrieb zu kompliziert werden." In diesem Jahr helfen insgesamt 35 Schüler und Studenten in der Produktion. Der Lohn beträgt acht Euro, 37 Stunden pro Woche sind üblich. Die besten Chancen unter den Minderjährigen hätten allerdings Kinder von Betriebsangehörigen. "Damit haben wir gute Erfahrungen gemacht", sagt Lustig. "Die sind zuverlässig."
Gesetzliche Regelungen
Jugendliche dürfen nicht mehr als acht Stunden täglich und nicht mehr als 40 Stunden wöchentlich beschäftigt werden. Das schreibt das Gesetz zum Schutz der arbeitenden Jugend vor. Sie dürfen nur in der Zeit von 6 bis 20 Uhr arbeiten. Im Gaststätten- und Schaustellergewerbe dürfen Jugendliche erst ab 16 Jahren bis 22 Uhr tätig sein, in mehrschichtigen Betrieben bis 23 Uhr. In der Landwirtschaft und in Bäckereien ab 5 Uhr.Mehr Infos zu Job & Co gibt's [hier]!
Autor: jh Datum: 20.08.2010
Sicher dir jetzt die neue Ausgabe des Stimmt!-Magazins
















