Bescheiden, aber ehrgeizig

Die Medaille baumelt im elterlichen Wohnzimmer am Griff der Schrankwand. Das sagt schon einiges aus über Holger Roth, den diesjährigen Sieger im Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks bei den Zerspanungsmechanikern. "Ich will das nicht an die große Glocke hängen", sagt der 20-Jährige bescheiden.


Dabei hätte Holger Roth allen Grund dazu. Schließlich hat er mehrfach bewiesen, dass er seinen Beruf beherrscht – soweit man dies von einem Gesellen erwarten kann. Dem Sieg beim Leistungswettbewerb auf Kammer-Ebene, also in Heilbronn-Franken, folgten die ersten Plätze in Baden-Württemberg und schließlich vor wenigen Wochen im Bund.

 

Stolze Eltern

"Meine Eltern sind schon stolz auf mich", sagt der mehrfach ausgezeichnete Junghandwerker. Im Freundes- und Kollegenkreis spielten die Ehrungen aber keine große Rolle. "Ich bin ja derselbe geblieben", meint Roth.
Die Erfahrungen, die der Cleebronner bei den Wettbewerben gemacht hat, will er freilich nicht missen. "Man hat gesehen, wie die anderen arbeiten und sich mit ihnen gemessen", sagt Holger Roth. Wenn man am Ende als Sieger dastehe, sei das natürlich eine Bestätigung der Berufswahl. Und zugleich ein Lob für seinen Ausbildungsbetrieb, den Lauffener Greiftechnikspezialisten Schunk. "Ich habe sehr viel von meinem Meister und meinen Kollegen gelernt", betont Roth, "alleine hätte ich das nie geschafft."


Bei Schunk und in der Christian-Schmidt-Schule in Neckarsulm hat der Cleebronner in seiner dreieinhalbjährigen Lehrzeit jene Fertigkeiten erlernt, die einen guten Zerspanungsmechaniker ausmachen: Fräsen, Drehen und Schleifen von Metall – sowohl manuell als auch an modernen CNC-Maschinen. "Die Ausbildung war sehr gut, weil sie die ganze Breite des Berufes abgedeckt hat", sagt Roth. Dies sei nicht in allen Betrieben der Fall, hat er beim Austausch mit Kollegen erfahren.

 


Neue Ziele

Wichtiger als der Sieg, zu dem ihm die komplette Geschäftsleitung von Schunk gratuliert hat, ist dem Cleebronner seine berufliche Zukunft. Sein Ausbildungsbetrieb hat ihn schon vor den Auszeichnungen übernommen, im Werk in Brackenheim-Hausen ist er im Bereich Sonderfräsen/Systemlösungen tätig. Die Arbeit macht Holger Roth Spaß, für ihn steht aber fest, dass er sich weiterqualifizieren will. "Entweder mache ich den Techniker oder ich hole das Abitur nach und studiere." Für seine Hobbies Tischtennis und Mountainbiking bleibt dem ehrgeizigen Junghandwerker dann noch weniger Zeit.

 


 

Autor: jüp Datum: 30.12.2011
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