Mayer kämpft mit Dauerregen

Das Buswartehäuschen mit dem schützenden Dach ist nur zehn Meter entfernt. Aber Yannick Mayer schüttelt den Kopf. Also wird es ein Interview im Nassen. Es schüttet.

Aber dem 20-Jährigen aus Möckmühl ist das egal. Mehr als vier Stunden ist er auf dem Rennradsattel im strömenden Regen unterwegs gewesen.

Das Gesicht ist schmierig-schwarz vom vielen Dreck, den die Räder seiner Vorderleute nach oben gespritzt haben. Mayer ist ein Schmuddelkind des Radsports – aber so wie er sahen gestern alle U-23-Fahrer aus, die sich durch das Bundesligarennen von Ilsfeld-Auenstein gequält hatten.



Überraschungssieger

145 Kilometer, mehr als 3000 Höhenmeter, und dann noch das viele Wasser, das vom Himmel kam – es war nun wirklich kein Genusstag. Doch Emanuel Buchmann, der Überraschungssieger aus dem Perspektivteam Baden-Württemberg, kam in weniger als vier Stunden (3:57,36) ins Ziel.

"Mein erster Bundesligasieg!", freute er sich. Zusammen mit vier Fahrern anderer Teams war der Ravensburger zur Rennmitte davongezogen. Die Entscheidung fiel auf der Schlussrunde. "Oben am Berg habe ich nochmal attackiert. Da konnte mir keiner mehr folgen."

Yannick Mayer, in Auenstein als Lokalmatador dabei, kam mehr als zehn Minuten nach Buchmann ins Ziel. Die Moral hat gestimmt: "Aufgegeben wird nicht." Aber richtig fit war der Möckmühler vom Team NSP eben nicht: "Ich bin von der Bahn-DM krank zurückgekommen und war die ganze letzte Woche erkältet. Zwei Mal habe ich es wieder zurück ins Feld geschafft, aber dann war der Akku leer."



WM-Traum

Ärgerlich für Yannick Mayer: Vor dem Rennen in Auenstein lag er auf Platz zehn der Bundesliga-Gesamtwertung. Das gestrige Ergebnis warf ihn zurück.

Aber der Traum von der Teilnahme an der Straßen-WM im September in Kopenhagen ist davon nicht betroffen: "Ich habe in diesem Jahr eine Etappe bei einer internationalen Rundfahrt gewonnen, ich war Zweiter beim Nationen-Cup in Kanada und Vierter bei der deutschen Meisterschaft. Ich gehöre schon zum engeren Kreis."

Am Sonntag geht es ins Höhentrainingslager nach Livigno. "Mal sehen, wie es dort läuft."


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Autor: öha Datum: 18.07.2011
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