
Unterländer Sportler des Jahres
Sie sehen sich ansonsten nicht. Aber gerne mal bei diesem Anlass. Carina Bär und Dominik Britsch sind gestern Abend zum vierten Mal hintereinander gemeinsam als Unterländer Sportler des Jahres ausgezeichnet worden. Das Ruder-Ass und der Box-Champion sind übers Jahr in sportlichen Welten unterwegs, die keinen Berührungspunkt haben. Im Heilbronner Veranstaltungscenter Redblue haben sich die beiden gestern nach langer Pause wieder ausgetauscht. Britsch hatte in den vergangenen Jahren bei den Ehrungen gefehlt.
Carina Bär hat die Olympischen Spiele in London im Blick. Da muss anderes zurückstehen. "Ich habe zwei Urlaubssemester genommen. Jeden Monat mindestens ein Trainingslager, da könnte ich nicht richtig an die Uni gehen." Noch muss Carina Bär einige Konkurrentinnen ausstechen, um wirklich bei Olympia dabei sein zu dürfen. Die Zuversicht ist groß, bei aller Vorsicht. Die Unterländer Sportgemeinde drückt die Daumen. Auf Olympiateilnehmer kann eine Region schließlich immer besonders stolz sein.
Für Dominik Britsch sind die Spiele von London kein Thema. Er ist Profi, boxt anderswo. Dort, wo es auch ums Geld geht. Sein großer Traum ist der vom WM-Titel bei den ganz Großen."Das schaffe ich auch irgendwann." Geduld hat er gelernt. Und Junioren-Champion ist Britsch ja schon gewesen. Zum fünften Mal ist der Neckarsulmer zum Unterländer Sportler des Jahres gewählt worden. "Ich freue mich noch so wie beim ersten Mal", sagte er. "Es ist nie selbstverständlich."
Tolle Athleten
Uwe Ralf Heer, der Chefredakteur des Medienunternehmens Heilbronner Stimme, sagte: "Wir haben tolle Sportler in der Region." Damit waren beileibe nicht nur die Besten gemeint.
Bei den Frauen kam die Neckarsulmer Tischtennisspielerin Lisa Mayer auf Platz drei. Zweite wurde die Neckarsulmer Handballerin Helena Odenwald. Sie ist Junioren-Nationalspielerin. Aber nur Toreschießen, das geht natürlich nicht. "Man muss ja auch ein bisschen was für die Schule tun."
Bei den Männern mussten sich der Heilbronner Rollkunstläufer Markus Lell als Zweiter und Radprofi Yannick Mayer aus Möckmühl auf Platz drei dem alten und neuen Unterländer Sportler des Jahres geschlagen geben.
Mayer kam im Dienstanzug der Bundeswehr. Und er gab ehrlich zu, nach der Cross-WM am vergangenen Samstag die Beine hochgelegt zu haben: "Diese Woche habe ich nichts gemacht, deshalb ist der Kälteeinbruch spurlos an mir vorbeigegangen."
Viel Spaß hatten die rund 500 geladenen Gäste an den Sportarten-Erklärungen, die das Stimme-Videoteam in einem Kindergarten in Kirchhausen aufgenommen hatte. Wenn Vier- und Fünfjährige beschreiben, was sie unter Tischtennisspielen oder Rollkunstlauf verstehen, dann ist das höchst amüsant.
Spendengelder
Mit im voll besetzten Saal des Heilbronner Veranstaltungscenters Redblue waren auch zahlreiche Talente, die von der Sporthilfe Unterland e.V. Heilbronn-Hohenlohe gefördert werden. Damit dies so bleiben kann, wurden Spendengelder eingesammelt. Uwe Ralf Heer ging in die Offensive, und es fanden sich namhafte Geldgeber aus der Region, die beträchtliche Beträge für die Talentförderung einsetzten. Die Gesamtfördersumme fürs Jahr beläuft sich bei der Sporthilfe Unterland auf 59 920 Euro. 114 Athleten sind 2011 unterstützt worden. Einer ist Tischtennis-Youngster Tom Mayer. Der Steppke war mit den Worten ein wenig schüchtern, vernichtete den Chefredakteur aber an der Tischtennisplatte.
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Autor: öha Datum: 03.02.2012
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