
Falken geizen zu Hause mit Toren
Rico Rossi schaut bereits über das Derby hinaus. Erst einmal geht es für den Trainer der Heilbronner Falken natürlich darum, dass seine Mannschaft die Schmach vom 16. Dezember tilgt, als die Falken vor fast 3300 Zuschauern eine 0:5-Heimschlappe gegen die Bietigheim Steelers hinnehmen mussten. Heute Abend gibt es die Chance zum Auswärtstriumph im Ellental. "Bietigheim war damals gut, wir überhaupt nicht", blickt der Trainer zurück. Zuletzt aber haben die Falken sechs Zweitliga-Siege in Folge gefeiert.
Das Derby ist wichtig, gar keine Frage. Doch Rico Rossi hat schon die Playoffs im Hinterkopf, die am 14. März beginnen werden. Er schaut auf die Tabelle und sagt: "Wir haben 17 Punkte Vorsprung auf Platz neun, wir sind fast drin. Wenn wir nur sieben unserer letzten 14 Spiele gewinnen, kann uns keiner mehr die Playoffs nehmen."
Bangt er denn tatsächlich um den Einzug ins Viertelfinale? Nein. Dazu ist seine Mannschaft zu stark. Die Heilbronner Falken stehen in der 2. Eishockey-Bundesliga zu Recht auf dem zweiten Tabellenplatz. Und es ist unwahrscheinlich, dass es noch einmal eine tiefe Krise geben wird wie im Dezember.
Tagesform entscheidet
Aber Rico Rossi sagt: "Wenn du nicht drin bist in den Playoffs, kannst du gar nix erreichen. Die Qualifikation muss also unser erstes Ziel sein. Auf welchem Platz wir dann sind, ist egal." Die Top Vier in der Hauptrunden-Abschlusstabelle starten mit Heimspielen in die Playoffs, die Teams auf den Rängen fünf bis acht brauchen Auswärtscoups, um ins Halbfinale zu kommen. Der Heilbronner Trainer sagt: "Es wird nicht auf den Heimvorteil ankommen, sondern auf die Form der Mannschaft an den Tagen, an denen wir spielen."
Die Erfahrung der vergangenen Saison zeigt, wie Recht Rossi hat. Der vermeintliche Vorteil der Falken gegenüber den Starbulls Rosenheim erwies sich im Viertelfinal-Duell als gänzlich unbedeutend. Die Bayern hatten einfach die bessere Form, setzten sich mit 4:0 Siegen souverän durch.
Revanche, Teil zwei
Am Sonntag (18 Uhr, Kolbenschmidt-Arena) beginnt für die Heilbronner Falken mit der Partie gegen den Tabellen-Drittletzten SC Riessersee das Schluss-Viertel der Zweitliga-Hauptrunde. Wie schon heute in Bietigheim gilt es, Wiedergutmachung zu leisten. Denn in allen drei bisherigen Spielen gegen den Aufsteiger gab es Niederlagen. Stets kassierten die Falken vier Gegentore (2:4, 2:4,3:4 nach Verlängerung).
Fünf Heim-Tore also – und alles ist klar. Das klingt einfacher, als es ist. Denn auswärts fällt es den Spielern von Rico Rossi viel leichter, den Puck im gegnerischen Tor unterzubringen. Die 71 Treffer, die die Heilbronner Falken bislang auf fremden Eisflächen erzielt haben, sind mit weitem Abstand der Spitzenwert der 2. Liga.
Im eigenen Stadion hingegen wurden nur 55 Tore geschossen. Nur drei Mannschaften im Dreizehner-Feld haben weniger vorzuweisen. "Und dann muss man ja noch sehen, dass wir Weißwasser mit 10:0 geschlagen haben", verweist Rico Rossi darauf, dass sich sein Team zu Hause in vielen Spielen viel zu geizig gezeigt hat.
Was nicht ist, kann ja noch werden. Vielleicht am Sonntag, spätestens aber in den Playoffs.
Autor: öha Datum: 27.01.2012
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