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Fitness unter freiem Himmel

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Wer hat mir eigentlich den dicken Ball ausgesucht? Ich?“, fragt Timo Klug und verzieht das Gesicht. Der 25-Jährige hat sichtlich Mühe, den 15-Kilo-schweren Medizinball schnell mit beiden Händen von der Wiese in Überkopfhöhe zu stemmen. Damit ist der Künzelsauer auf dem Trainingsplatz an der Freien Schule Anne-Sophie auf den Taläckern nicht allein. 15 Sportbegeisterte im Alter zwischen 16 und 60 Jahren trainieren dort unter freiem Himmel. 

Fitness im Freien

Die Idee verdanken sie Fitnesstrainer und Personalcoach Dennis Göller (25) aus Künzelsau. Er entwickelte ein Fitnesstraining für draußen, das sich für verschieden fitte Menschen eignet und flexibel ist. Das hatte vor allem zwei Gründe: Zum Einen verfügt er als Selbstständiger nicht über Räume, zum Anderen störte ihn, dass sich Hobbysportler immer für mehrere Monate festlegen mussten. Bei seinem Programm ist das anders. Hier zahlt nur, wer teilnimmt.

Alltagsbezug

Für Timo Klug ist das ein großer Vorteil: "Ich bin nicht so oft da, weil ich samstags oft Schule habe .“ Der 25-Jährige bildet sich nebenberuflich fort. Trotzdem hat er sich selbst ein intensives zehnwöchiges Training auferlegt, das er in den Ferien besonders voranbringen will. Abnehmen, Muskeln aufbauen und vor allem den Oberkörper trainieren, das sind seine Ziele. 

"Wechsel“ ruft Göller und die Sportler begeben sich zur nächsten Station des Zirkeltrainings. Göller hat zehn Haupt- und vier Wechselübungen aufgebaut. Der Schweiß fließt. Man sieht zusammengepresste Lippen und aufeinander gebissene Zähne. Die Männer und Frauen treten in Zweierteams an. "Das motiviert“, sagt Klug.

Seile, Bälle und Matten sind im Einsatz. Hampelmänner, Liegestützen, Sprungkraft und Beweglichkeit trainieren sie. Wichtig ist Dennis Göller auch der Alltagsbezug. Wer den Medizinball stemmt, trainiert beispielsweise rückengerechtes Hochheben.

In der Natur

Natur Nina Hauke (17) aus Niedernhall trainiert schon mehrere Monate mit der Gruppe, kombiniert mit Fitnessboxen. Beim Zirkeltraining kennt sie sich bereits gut aus. Für Martin Kappel ist dagegen alles neu. Der 30-Jährige, der in einer Steuerkanzlei arbeitet, nutzt seinen Sommerurlaub, um Neues auszuprobieren und dem Körper Gutes zu tun, meint er. Da er beruflich überwiegend sitzt, möchte er vor allem Rückenproblemen vorbeugen. Die Natur zieht er Fitnessstudios vor. Zwischendurch legt Kappel, weil die Kräfte nachlassen, eine Pause ein. Das Training ist schnell und intensiv, trotzdem kann es jeder für sich anpassen, darin sind sich Kappel und Klug einig.

Gibt es Leistungsdruck in so einer fitten Gruppe? "Mir ist da nichts peinlich. Ich gucke auf meinen eigenen Fortschritt“, erklärt Hauke. Nach einer Stunde sind die Sportler bereit für die Dusche. Kappel fühlt sich ausgepowert aber gut. Für ihn steht fest, er will kommenden Samstag wieder dabei sein. 

 

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