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Vier Fäuste für Bukarest

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Für sie ist es mehr als bloßer Sport. "Goju Ryu bedeutet für mich auch gleichzeitig Kunstform und Lebenseinstellung“, sagt Lena Mayer. Beim Kata der Karate-Stilrichtung geht es nämlich nicht um rohe Gewalt, sondern um reichlich Geschick. Gekämpft wird nicht im direkten Duell, sondern gegen imaginäre Widersacher. Die besser vorgetragene Kür zweier Kontrahenten gewinnt.

Mit den Besten messen

Was die 21-jährige Weinsbergerin Mayer daran fasziniert, ist die ständige Arbeit an den Übungen: "Keine Kata gibt es in absoluter Perfektion.“ Nah dran will sie mit ihrer Erlenbacher Vereinskameradin Amelie Demke allerdings beim Goju-Ryu-Karate Worldcup sein.

Im Dienste des deutschen Nationalteams steigt das Kime-Budosport-Duo an diesem Mittwoch in den Flieger Richtung Rumänien, um sich mit den Besten zu messen. Am Freitag starten Lena Mayer und Amelie Demke dann sportlich durch – vier Fäuste für Bukarest. Dass die beiden im Doppelpack unterwegs sind, findet Mayer "einfach super, schließlich trainieren wir ja auch zu Hause gemeinsam“. 

Hartes Training

Und trainiert wurde in der Vorbereitung reichlich. Zweimal täglich feilten die Unterländerinnen an Athletik und Ausführung ihrer Katas. Die Kürübungen sind von alten Meistern überliefert und streng festgeschrieben. "Sieben bis acht verschiedene haben Weltklasse-Sportler für ein Turnier im Repertoire“, erklärt Lena Mayer. Wiederholen darf sich während des Wettkampfs keine, je nach Gegner wird variiert und taktiert. Das erfordert im Vorfeld jede Menge harte Arbeit.

Eine Investition, für die sich Mayer beim Worldcup mindestens mit dem Sprung aufs Treppchen belohnen möchte. Sollte ihr auf diesem Weg in der offenen Klasse die 18-jährige Amelie Demke im K.o.-Duell begegnen, kennt die Studentin kein Pardon mit der jüngeren Schülerin: "Im Wettkampf gibt es keine Freundschaft.“

Gutes Pflaster

Neben der Matte allerdings schon. Und deshalb weiß Lena Mayer auch, dass es für Amelie Demke bei den Großen vor allem darum gehen wird, "mal die Luft zu schnuppern“. Spannend wird es für die Gymnasiastin aus Leingarten in der zweiten Klasse, in der sie startet. In der U 21 traut zumindest Lena Mayer ihrer Vereinsfreundin einen Medaillenplatz zu.

Mayer selbst hat Rumänien als sportliches Reiseziel in guter Erinnerung. Schon einmal war sie mit dem deutschen Nationalteam hier. 2012, beim Goju-Ryu Europacup der Junioren. Damals kehrte sie mit Silber um den Hals wieder nach Hause zurück. 

Mehr als nur Sport

Auch wie es bei einem Worldcup geht, weiß die 21-Jährige. Im November 2015 gewann Lena Mayer bei den Goju-Ryu-Karate-Weltmeisterschaften im neuseeländischen Auckland die Goldmedaille in Kata in der Altersklasse U 21. Dagegen hätte sie natürlich diesmal auch bei den Seniorinnen nichts. Letztlich geht es Lena Mayer aber nicht nur um den bloßen Sport und Medaillen. Es geht darum, eine Lebenseinstellung zu präsentieren.

 

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