
Großbrand in Löwenstein
Einsatz des Jahres
Der Alarm geht um 12.40 Uhr ein. Die Löwensteiner Feuerwehrleute sind im Festprogramm der Klinik eingeplant. Dann müssen sie los, zum größten Brandeinsatz des Jahres, wie Kreisbrandmeister Uwe Vogel später anmerkt. Nach und nach kommt Verstärkung.Sieben Wehren beteiligen sich am verzweifelten Kampf gegen die Flammen, wollen ein Ausbreiten verhindern. Probleme bereitet die Wasserversorgung. Das Ortsnetz ist nicht leistungsfähig genug, um die vielen Strahlrohre ausreichend zu versorgen.
Nicht aufzuhalten
Drei Drehleitern ermöglichen Löschangriffe von oben. Gegen 14 Uhr zeigt sich aber, dass die Flammen nicht aufzuhalten sind. Entlang der Ortsdurchfahrt erfassen sie die Dachstühle von drei weiteren Häusern. Eine wichtige Aufgabe kommt den vielen Atemschutz-Trupps zu, die in den Häusern ansetzen. Eine anstrengende Arbeit. Erschöpft liegen die Aktiven nach ihrem Einsatz am Boden, ringen nach Luft.Löwensteins Bürgermeister Klaus Schifferer organisiert eine Notunterkunft in der Alten Kelter, sein Obersulmer Kollege Harry Murso hält Kontakt mit den Wasserversorgern. Schifferer sagt mit Blick auf die vielen Feuerwehrfahrzeuge in der Ortsmitte: "Es ist eigentlich unglaublich, dass ein Einsatz trotzdem so koordiniert ablaufen kann." Kurz nach 15 Uhr erklärt Kreisbrandmeister Uwe Vogel: "Wir haben den Brand unter Kontrolle."
Niemand verletzt
"Das hat ausgesehen, als ob die ganze Stadt brennt", berichtet eine 39-jährige Löwensteinerin. Von ihrem Garten aus habe sie "nur eine schwarze Rauchwolke" gesehen. Als die Feuerwehrkräfte gegen 15.30 Uhr mit Löschschaum im Gebäude in der Schulgasse vordringen, steht Hausbesitzer Walter Schock (62) ein paar Meter weiter und blickt nach oben. "Wichtig ist, dass niemand verletzt ist", sagt er. Die zwei Mieter, deren Wohnungen zerstört sind, will die Familie bei sich unterbringen.Ursache unklar
Zur Brandursache kann Kreisbrandmeister Uwe Vogel noch nichts sagen. Ein technischer Defekt sei nicht auszuschließen. "Ein Millionenschaden" sagt er zur Schadenshöhe.Rund 40 Sanitäter und drei Ärzte stehen für alle Fälle bereit. Einen gehbehinderten Mann müssen die Helfer aus einem Haus evakuieren, in das Rauch eingedrungen war.
Alle Anwohner, deren Häuser zerstört sind, kommen bei Verwandten oder Bekannten unter. Die Gemeinde muss keine Notunterkunft bereitstellen. Dass es keine Verletzten gab, "ist die beste Nachricht", sagt Bürgermeister Klaus Schifferer um 17 Uhr. Die Feuerwehr hat in seinen Augen "einen guten Job gemacht".
Autor: bor, cf Datum: 26.07.2010
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