
Römersee ist ein Selbstläufer
Das Römersee-Festival hat sich zum entspannten Treffen der Generationen entwickelt. Über 70-Jährige kommen ebenso selbstverständlich zum Open Air bei Zimmerhof wie Jüngere und Familien. Das Römersee, wie Fans die zweitägige Veranstaltung liebevoll nennen, ist Kult. Ist Abwechslung. Und alles ohne Probleme. Die Polizei meldet nach Festival-Ende: Es sei nichts aufgefallen.
Jazz und Ska
Der Reiz liegt auch darin, dass das Wochenende über unterschiedliche Stile zu genießen sind. Die Rappenauer Enzojin and Dennis P. rappen, und danach schließen Bakad Kapelye Violine und Akkordeon an die Ton-Anlage an.Einer der jüngsten Besucher ist der zehn Monate alte Raphael. "Ich will meinen Mann hören", sagt Mutter Hanna Brinkmann. Johannes Lang gehört zur Heilbronner Metal-Band Linchpin. Also geht der Kleine mit, ausgerüstet mit Öhrenstöpseln. Ein Punkt macht das Festival besonders familienfreundlich: Wird’s zu laut für empfindliche Ohren, kann man weit genug laufen und trotzdem dabei sein. Der Vater hat allerdings von der Familienunterstützung nichts mitbekommen. Zu konzentriert war der Bandauftritt auf der Bühne: "Ich hab nichts gesehen."
Anstrengend
Das Festival strengt an. Mancher döst auf den Sesseln, die zwischen den Bühnen im Freien stehen. Christopher Berberich entspannt im Zelt auf einer Couch. "Ich bin Fan des Teezelts", sagt der 20-Jährige. Im Hintergrund läuft lässige Reggae-Musik. Der Eberbacher lobt die Organisatoren für ihr Fest."Die Atmosphäre ist super. Von Jung bis Alt, alles ist vertreten." Das Publikum ist bunt gemischt – nicht nur bei der Altersspanne. Viele sind barfuß und mit nacktem Oberkörper unterwegs, andere tragen weiße Stiefel oder Wedges. Make-up ist manchmal genauso Pflicht wie ein ordentlich gebügeltes Hemd.
Neue Wege
Andi Stiglmayr nutzt das Open Air, um seinen Dokumentarfilm „Menschen, Träume, Taten“ zu zeigen. Der Streifen stellt das Ökodorf Sieben Linden vor. Das Umfeld beim See passt für eine Aufführung, findet der Regisseur. „Es ist mein Zielpublikum.“ „Super“, fällt für Sebastian Frey vom Römersee Kulturverein das Fazit nach den zwei Tagen aus. Mindestens 2000 Besucher seien pro Tag gekommen. Auch Petrus scheint Römersee-Fan zu sein: Schlechtes Wetter davor, schlechtes danach, und beim Konzert scheint die Sonne.Kaum Werbung
Die Organisatoren des Festivals verzichten auf große Werbung für das zweitägige Festival. Man möchte es familiär halten, sagt Johannes Hofstetter, der im Römersee Kulturverein fürs Sponsoring verantwortlich ist. Rund 20 000 Euro kostet die Veranstaltung, schätzt er. Dennoch verzichtet der Verein auf einen Eintritt. Sponsoren kommen für einen Teil der Kosten auf, der Rest wird über den Verkauf von Speisen und Getränken erwirtschaftet.Autor: gaj Datum: 23.08.2010
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