"Und dein Herz das schlägt"

Weil dem dunklen Typen in Chile niemand den "Chris de Alemania" abnahm, wurde der Kosmopolit umbenannt: Cris Cosmo. Unter diesem Namen tritt der gebürtige Brettener am morgigen Freitag beim Bundesvision Song Contest von Stefan Raab in Berlin an. Allerdings für Hessen, nicht für Baden-Württemberg. Zu einer kleinen Unplugged-Session und einem Gespräch traf sich unsere Redakteurin Milva-Katharina Klöppel zuvor mit dem ehemaligen Straßenmusiker in Heilbronn.


Ein Schwabe für Hessen beim Bundesvision Song Contest?
Cris Cosmo: Oh, der Badener! Schwabe ist komplett falsch. In der Band sind Schwaben – und Hessen. Aber letztendlich ist es beim Bundesvision Song Contest so, dass man sich für mehrere Bundesländer bewirbt. Wir haben es mit Baden-Württemberg und Hessen probiert. Ich selbst habe aber auch sechs Jahre in Frankfurt gelebt.

Für Baden-Württemberg tritt Xavas an. Eine Kombo aus Xavier Naidoo und Kool Savas. Xavier, Mannheim – so schließt sich der Kreis.
Cosmo: Absolut. Eigentlich hat mit der Popakademie in Mannheim das Projekt Cris Cosmo Füße gefasst. Und dann entstand "In Mannheim weint man zweimal".

Die heimliche Stadthymne. Ging es dir bei deiner Ankunft wie im Text beschrieben? Hast du dich gefragt, warum du in einer Stadt wohnst, die mehr Schornsteine als Bäume hat?Cosmo: Nein, so war es bei mir eigentlich nicht. Da ich ja aus Gondelsheim komme, bin ich früher häufiger nach Mannheim gefahren, um Straßenmusik zu machen – was dort übrigens gar nicht funktioniert. Ich fand Mannheim eigentlich immer sehr cool, offen und direkt.

Ursprünglich war der Song für einen Wettbewerb zum Jubiläum der Stadt Mannheim 2007 gedacht, oder?
Cosmo: Stimmt. Der Song hat aber mehr Zeit gebraucht, als die Deadline uns gab. Heute läuft er immer bei den großen Schneckenhof-Partys der Universität im Schlosshof. Vorher lief dort übrigens "Meine Stadt" von Xavier Naidoo.

Das ist doch ein gutes Omen für den Bundesvision Song Contest. Ist das jetzt dein Ziel: Baden-Württemberg zu überholen?
Cosmo: (lacht) Nein. Das wäre eine ganz schön hohe Messlatte. Xavier Naidoo ist für den deutschen Soul einfach eine Ikone. Er hat die deutsche Sprache im Lied mit groß gemacht. Kool Savas für den deutschen Hip-Hop genauso. Es kann natürlich passieren, aber es ist sehr unwahrscheinlich.

Wie schätzt du eure Chancen ein?
Cosmo: Wir sind eine Newcomer-Band. Im Südwesten sind wir einigen ein Begriff, aber mehr auch nicht. Sechs, sieben der 16 Bands am Freitag sind konkurrenzlos berühmt. Dann aber unter die Top Ten zu kommen, wäre geil.

Seid ihr jetzt schon im Bundesvision Song Contest-Fieber?
Cosmo: Wir nennen es Bundesvision Song Contest-Bootcamp. Nicht zuletzt bei Stefan Raab in der Show war es total cool. Ein Traum, der wahr wird. Ich stehe seit über 20 Jahren mit professionellen Ambitionen auf der Bühne und da gibt es einfach so ein paar Dinge, die auffallen und bleiben und dazu gehört TV Total.

Du hast in der Show deinen Contest- Beitrag "Herzschlag" performed. Wie kam der Song beim Publikum an?
Cosmo: Ich hätte gedacht, dass TV Total noch mehr Welle schlägt. Es gab nicht so viele Reaktionen, aber die waren alle positiv. Interessanterweise kam unser Hessen-Song vom Wahlwerbespot total gut an.

Wie entstand "Herzschlag"?
Cosmo: Die Geschichte lief relativ klassisch ab. Ich war beim Schreiben, habe auf der Gitarre rumgegroovt und plötzlich war die Zeile "Und dein Herz das schlägt" da. Der Inhalt von dem Song ist ja, dass das Leben so geil ist, dass man es feiern sollte. Was für ein Wunder es ist, dass dein Herz schlägt und alles andere im Körper funktioniert. Und wir machen uns Sorgen um den Job, die Kohle und dass unser Liebster uns verlassen hat – im Grunde alles Banalitäten. Das eigentliche Wunder ist doch, am Leben zu sein.

"Herzschlag" ist auch auf deinem neuen Album "Mund zu Mund" – wer sind die beiden auf dem Cover?
Cosmo: Das eine bin ich und das andere ist das Mädchen vom Cover.

Insgesamt ein halbes Jahr habt ihr an dem Album gearbeitet. Es klingt insgesamt nach Sommer – jetzt ist Herbst. Ein Problem?
Cosmo: Ja,wir haben die Veröffentlichung geschoben. Das Album klingt sehr warmherzig und leicht. Aber ich glaube, das kann man auch im Herbst und Winter gut hören.

 

                 

Milva-Katharina Klöppel 26.09.2012
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