Raub auf Goldtransport aufgeklärt!

Auf der Suche nach den Autobahn-Goldräubern von Ludwigsburg hat die Polizei heute vermutlich vier der acht Täter festgenommen.

Die Männer, die Mitte Dezember einen Schmucktransporter auf der Autobahn 81 bei Ludwigsburg ausgeraubt haben sollen, konnten in der Nähe von Bonn festgenommen werden, teilte ein Polizeisprecher heute mit. Nach den anderen Mittätern werde weiter gesucht (siehe Bilder).



"Gold"

Bis heute sind die Ermittler über 330 Spuren nachgegangen. Zug um Zug ist es der Ermittlungsgruppe "Gold" gelungen, eine Gruppe mutmaßlicher Tatverdächtiger zu identifizieren, bei denen es sich um sechs türkische, jordanische und iranische Staatsangehörige  im Alter von 21 bis 37 Jahren und zwei 23- und 24-jährige Deutsche aus Bonn, Meckenheim und Rheinbach handelt.

Als Kopf der Gruppierung sehen die Ermittler derzeit den 25-Jährigen Kawa Homam-Ghazi aus Rheinbach an, der zusammen mit seinem in Bonn wohnhaften 28-jährigen Landsmann Giwar Hajabi, der in der Rapper-Szene als "XATAR" bekannt ist, die Fäden gezogen und die Tat maßgeblich vorbereitet haben dürfte.  Dazu gehörte unter anderem die Beschaffung von Handschließen und anderen polizeitypischen Requisiten, die aus einem Geschäft im Raum Freiburg stammen. Beide sind derzeit flüchtig und halten sich möglicherweise in Osteuropa auf.

In ihrer Begleitung dürfte sich nach den bisherigen Erkenntnissen auch der 26-jährige Sami Abdel Hadi aus Bonn befinden. Ebenso flüchtig ist derzeit der 21jährige Sidar Coskun aus Meckenheim.




DNA-Spuren

An einer der bei der Tat verwendeten Handschließen wurden DNA-Spuren gesichert, die mittlerweile einem 21-Jährigen aus Meckenheim zugeordnet werden konnten. Er wurde, wie auch ein 24-jähriger Deutscher, am Donnerstagmorgen, 4. Februar, von den Einsatzkräften in Bonn und Rheinbach festgenommen.

Bei den Durchsuchungen stellten die Beamten ein Pistolenholster, mehrere Anscheinswaffen und daneben eine polizeitypische Weste, eine Schutzweste sowie Wollhandschuhe sicher, die bei der Tatausführung verwendet worden sein könnten. Darüber hinaus fanden die Ermittler verschiedene schriftliche Unterlagen, die einen Zusammenhang mit dem Raub erkennen lassen.

Die beiden Festgenommenen, ein 21-jähriger Türke und ein 24-jähriger Deutscher wurden nach ihrer Festnahme mit einem Polizeihubschrauber nach Ludwigsburg gebracht und werden auf Antrag der Staatsanwaltschaft Stuttgart dem Haftrichter vorgeführt.



Beute fehlt

Von dem geraubten Gold fehlt unterdessen noch jede Spur. Ebenso noch nicht aufgefunden wurden die bei der Tat verwendeten Fahrzeuge.  Die Kriminalpolizei geht weiter davon aus, dass die Tatverdächtigen am Tag des Raubes im Bereich von Mundelsheim beim Verladen des Raubgutes aus dem gestohlenen Sprinter in den roten VW-Bus von einem Jogger beobachtet wurden. Dieser Mann hat sich bislang nicht gemeldet und wird gebeten, sich mit der Kriminalpolizei Ludwigsburg in Verbindung zu setzen. 


Gegen die beiden am Donnerstagmorgen, 4. Februar, in Bonn und Rheinbach festgenommenen, 21 und 24 Jahre alten Tatverdächtigen hat der Haftrichter beim Amtsgericht Stuttgart auf Antrag der Staatsanwaltschaft Stuttgart Haftbefehl wegen gemeinschaftlichen schweren Raubes erlassen und sie in Justizvollzugsanstalten eingewiesen.


Die Fahndung nach den vier flüchtigen Tatverdächtigen läuft indes auf Hochtouren. Hinweise zum Aufenthaltsort der Gesuchten nimmt die Kriminalpolizei Ludwigsburg, Telefon 07141/18-9 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.




Rückblick: Spektakulärer Raub


Die Täter hatten auf spektakuläre Art haben den Transporter einer Sicherheitsfirma voller Gold und Goldschmuck im Wert von rund 1,5 Millionen Euro gestohlen. Die Männer, die im Heck eines dunklen BMW offenbar eine Leuchtanzeige mit dem Schriftzug "Stopp, Polizei" montiert hatten, leiteten den Transporter auf der A 81 in Richtung Stuttgart an der Abfahrt Ludwigsburg-Nord von der Autobahn ab. Nach Polizeiangaben hatten die Männer dunkle Jacken mit der Aufschrift "Polizei" an, gaben sich als Steuerfahnder aus und erklärten den Werttransporter für beschlagnahmt. Ursprünglich gingen die Ermittler von vier Tätern aus.




Getrennte Wege 


Als sie Fahrer und Beifahrer einer Werttransportfirma aus dem Raum Neumarkt/Oberpfalz in ihren dunklen BMW brachten, legten sie ihnen Handschellen an. Die Täter flohen mitsamt ihren Geiseln in dem BMW, einem roten VW-Bus und dem silbergrauen Sprinter mit dem Aufdruck der Werttransport-Firma in umgekehrter Richtung über die A 81 Richtung Weinsberger Kreuz.

Dort trennten sich die Wege. Werttransporter und VW-Bus fuhren in unbekannte Richtung davon. Zwei der Täter fuhren die Gefesselten im BMW einige Kilometer durch den nördlichen Landkreis Heilbronn und setzten die Opfer an der Kreisstraße 2001 zwischen Oedheim und Lautenbach am Straßenrand aus. Waffen sollen die Unbekannten bei ihrem spektakulären Coup nicht eingesetzt haben.



Xatar







Autor: red Datum: 04.02.2010
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