Weglaufen vor Problemen

Mit der Premiere des Stücks "Simone haut ab!" von Hansjörg Dürr zeigten die Schülerinnen und Schüler der sechsten bis neunten Klasse der Johann-Friedrich-Mayer-Schule, was in ihnen steckt. Ob hinter oder vor der Bühne, Programmhefte, Getränke oder leckere Snacks – die Schüler haben fleißig geholfen, um den Theaterabend in der Aula zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen.

Theaterpädagogin und Schauspielerin Maria Warkentin, für Regie und Bühnenbild verantwortlich, sowie Sigvard Lenz, Koordinator des Theaterstücks und Jugendreferent der Gemeinde, trugen entscheidend zur Entstehung und Umsetzung des Stückes bei.


Gut nachvollziehbar

Mit "Simone haut ab!" wurde eine besonders wichtige Problematik aufgegriffen: Viele Jugendliche laufen aus den unterschiedlichsten Gründen immer wieder von zu Hause weg und landen dann im schlimmsten Fall auf der Straße. Die Gründe der Hauptdarstellerin Simone (Annika Albert) sind für junge Leute gut nachvollziehbar. Ihre Eltern (Tamara Neu und René Hütt) sind nur mit sich selbst beschäftigt und schenken ihrer Tochter lieber eine teure Reise, anstatt sich Zeit für sie zu nehmen.

Ihr Freund Andi (Patrick Möller) interessiert sich mehr für Fußball als für seine Freundin und auch in der Schule wird das junge Mädchen immer schlechter, so dass schließlich sogar ihre Versetzung auf dem Spiel steht. Simone wird alles zu viel und sie beschließt auszureißen.


Keine dauerhafte Lösung

Das Leben auf der Straße entpuppt sich aber als sehr gefährlich und es dauert nicht lange bis Simone in eine heikle Situation kommt, in der ihr zum Glück Gaby und Jürgen (Mona Stirn und Madleine Reich) helfen. Durch sie schafft Simone auch die Annäherung an ihre Eltern und alles nimmt ein gutes Ende: Simone hat erkannt, dass das Weglaufen vor Problemen keine dauerhafte Lösung ist. Die jungen Schaupieltalente werden mit viel Applaus für ihre Leistungen belohnt.


Kooperation

Der Theaterabend war eine Kooperation der Johann-Friedrich-Mayer-Schule mit dem Förderverein Kinder- und Jugendinitiative Kupferzell Impuls, der das Ganze finanziell unterstützte. Auch das Projekt "Aufwind Hohenlohe" unter Leitung von Christine Herzog wirkte mit und übernahm im Rahmen ihres Berufsintegrationsprojekts mit den Schülern der siebten Klasse das Catering sowie Organisation und Werbung im Vorfeld.

Rektor Rudi Kammerer war besonders stolz auf seine Schüler: "Sie waren wirklich sehr eifrig bei der Sache." Auch Claudia Niebel Vorsitzende von Impuls, freute sich über das Theaterprojekt: "Für die Schüler ist es eine tolle Bereicherung und eine Ergänzung zum Schulalltag. Es ist bemerkenswert, was die Schüler geleistet haben."


Aufwind Hohenlohe

Seit Januar 2009 gibt es das Projekt zur Berufsintegration von Hauptschülern. Es läuft in enger Zusammenarbeit mit den Schulen in Neuenstein, Waldenburg und Kupferzell. Träger ist das Albert-Schweitzer-Kinderdorf Waldenburg. Individuelle Konzepte für die einzelnen Schulen und ein kompetentes Projektteam stecken hinter den bisherigen Erfolgen von "Aufwind".

Projektleiterin Christine Herzog ist es sehr wichtig, dass die von ihnen betreuten Schüler positive Wertschätzung und Unterstützung erfahren. Sie lernen soziale Kompetenzen, eine realistische Haltung zum Beruf, bekommen Hilfe in der Berufsorientierungsphase und bei Bewerbungen. Viele Schüler trauten sich nur wenig zu, hätten wenig Selbstbewusstsein. Dabei stecke so viel in ihnen, meint Christine Herzog: "Man muss sie einfach nur mal machen lassen."





Autor: jm Datum: 09.03.2010
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