
Polizeistatistik
Positiver Trend
Bei den Kindern stieg die Zahl der erfassten Tatverdächtigen von 126 wieder deutlich auf 176, vor allem in den Bereichen Ladendiebstahl und Sachbeschädigung, an.Bei den Jugendlichen (14- bis 17-Jährige) sank die Zahl erneut von 269 auf 242 und ergab damit den niedrigsten Wert seit 1995.
Bei den Heranwachsenden (18- bis 20-Jährige) hatte sich der positive Trend der vergangenen fünf Vorjahre fortgesetzt. Die Anzahl der heranwachsenden Tatverdächtigen fiel leicht von 222 auf 217, wobei diese Zahl den zweitniedrigsten Wert in den letzten zehn Jahren bedeutet. Zuletzt waren es im Jahr 2000 mit 215 etwas weniger heranwachsende Tatverdächtige.
Die Trendlinie bei der Zahl der tatverdächtigen Jungtäter geht seit sechs Jahren (in den Bereichen Kinder, Jugendliche und Heranwachsende in unterschiedlichem Gefälle) nach unten. Die absolute Zahl von 635 ist der zweitniedrigste Wert seit 1998, nach 2008 mit 617 als dem niedrigsten Wert in diesem Zeitraum.
Handlungs- und Spannunsfelder
"Für mich ist dies ein klarer Indikator dafür, dass die zahlreichen vernetzten Aktivitäten und Investitionen vieler Bürger, Institutionen, Vereine, kirchlicher und sozialer Einrichtungen sowie Behörden in die Jugend im Hohenlohekreis in den letzten Jahren nun die erwarteten Früchte tragen. Es ist allerdings kein Anlass, sich zurückzulehnen. Dafür gibt es noch genügend Handlungs- und Spannungsfelder, weshalb wir unsere Arbeit gerade in diesem Bereich zusammen mit unseren Partnern intensiv fortsetzen werden", so der Leiter der Polizeidirektion Künzelsau.Anders die Zahlen im Kreis Heilbronn
Bereits in den vergangenen Jahren wurde von den Sachbearbeitern der Schutz- und Kriminalpolizei auf eine zunehmende Gewaltbereitschaft von Jugendlichen und Heranwachsenden hingewiesen.Diese Tendenz mit Fallzahlen zu belegen ist problematisch, da die Delikte oftmals nicht bei der Polizei angezeigt werden. Grund hierfür könnte die Angst vor Repressalien durch den Täter bzw. die Tätergruppe sein. Auch werden in Jugendkreisen oftmals die Anzeige einer Straftat und die damit verbundene Zusammenarbeit mit der Polizei als Schwäche angesehen.
Gründe für Gewalt
Auch im Jahr 2009 konnte eine vermehrte Anzahl von Jugendlichen bzw. Jugendgruppierungen mit Migrationshintergrund festgestellt werden, welche durch Gewaltdelikte polizeilich in Erscheinung traten. Obwohl es sich dabei um Migranten der 2. und 3. Generation handelt, diese in Deutschland geboren und zum größten Teil deutsche Staatsbürger sind, kann bei ihnen eine Rückkehr zu Werten und Normen der Herkunftsländer der Eltern festgestellt werden.Verletzungen des persönlichen bzw. ethnischen Wertbegriffes sind oftmals der Anlass für Gewaltdelikte. Insgesamt wurden im letzten Jahr 4835 Gewaltdelikte (4454 Fälle im Jahr 2008) registriert. Die Zahl von Jugendlichen und Heranwachsenden ohne schulischen Abschluss bzw. ohne Verdienstmöglichkeit, welche eindeutig die Mehrheit der Delinquenten darstellt, steigt weiter an und dürfte auch künftig die Gewaltproblematik verstärken. Auch ungezügelter Alkoholgenuss –viele Täter waren alkoholisiert- trägt zudem zu dieser Tendenz bei.
Autor: red Datum: 12.03.2010

















