
19-Jähriger ums Leben gekommen
Es ist kurz nach halb eins, als ein VW Golf am Donnerstagmittag von der A 6 bei Neuenstein abkommt. Das Auto, besetzt mit vier jungen Männern aus Öhringen und Neuenstein, kracht gegen einen Baum. Der Golf schleudert weiter, eingeklemmt zwischen Leitplanke und Gestrüpp. Die Fahrt endet an einem weiteren Baum.
Zeugen helfen
Andere Autofahrer halten an und ziehen drei schwerverletzte Männer im Alter von 18 und 19 Jahren aus dem Wagen. Für einen jungen Neuensteiner, der auf dem Rücksitz rechts saß, können sie nichts mehr tun. Wenige Minuten später stellt der Notarzt den Tod des jungen Mannes fest.Mit schweren Verletzungen werden die anderen drei Männer auf die umliegenden Krankenhäuser verteilt. Zwei werden mit Rettungswagen nach Künzelsau und Öhringen gebracht, der Dritte hat schwere Kopfverletzungen. Ein Hubschrauber landet auf einem Feldweg neben der Autobahn und nimmt den jungen Mann auf. Anschließend wird der Heranwachsende ins Haller Diakoniekrankenhaus geflogen.
Von Tschechien
"Der Grat zwischen Leben und Tod ist nur eine Hand breit", sagt ein Öhringer Feuerwehrmann und schaut die Autobahn entlang. Ersten Erkenntnissen zufolge waren die jungen Männer auf dem Rückweg von einer Party in Tschechien. 300 Kilometer ging alles gut, bis zur Ausfahrt in Neuenstein wären es noch drei Kilometer gewesen. Derzeit deutet alles darauf hin, dass der Fahrer (18) wegen Übermüdung eingeschlafen ist."Es sind die typischen Spuren", sagt ein Polizist. Das Auto sei langsam immer weiter in den Grünstreifen geraten. Endgültig könne man die Ursache wohl erst klären, wenn die Mitfahrer ihre Aussage gemacht hätten. Sie seien noch nicht vernehmungsfähig.
Der Notarzt fährt wieder weg und macht Platz für den Abschleppwagen. Autofahrer rollen auf einer Spur an der Unfallstelle vorbei. Die meisten schauen kurz nach rechts, eine Frau auf dem Beifahrersitz hält sich beim Anblick des zerbeulten Golf die Hand vor den Mund. Einem Lastwagenfahrer der US Army geht es nicht schnell genug. Hupend fährt er einem Peugeot fast in den Kofferraum. Der Stau in Richtung Heilbronn ist zu diesem Zeitpunkt zwei Kilometer lang.
Verkehr rollt
Als der Bestatter eintrifft, bauen die Feuerwehrleute einen Sichtschutz auf. In einem Sarg wird der 19-Jährige abtransportiert. Das Abschleppunternehmen räumt die Unfallstelle, zuletzt werden Glassplitter und ein Teil der Türverkleidung weggefegt. Schon bald rollt der Verkehr wieder auf allen drei Spuren. Zurück bleiben ein paar Kreidestriche und ein Baum, an dem ein Stück Rinde fehlt.Autor: red Datum: 03.09.2010
Sicher dir jetzt die neue Ausgabe des Stimmt!-Magazins
















