
Mobile Jugendarbeit
"Dieses Projekt bietet den Teilnehmern die Möglichkeit, Technik hautnah zu entdecken und zu erleben", erläutert die Leiterin des Zweiradmuseums, Natalie Scheerle-Walz. Damit gewinne das Museum als kultureller Erlebnisort auch für Jugendliche an Attraktivität.
Neuer Blickwinkel
Tatsächlich dürften die Jugendlichen das Zweiradmuseum wohl mit anderen Augen sehen, wenn sie demnächst ihren Eltern und Freunden stolz ein Exponat präsentieren können, das sie selbst instandgesetzt und auf Hochglanz poliert haben. "So beschert das Projekt den Jugendlichen ein Erfolgserlebnis", betont Guido Oetzmann, Mitarbeiter der Mobilen Jugend- und Stadtteilarbeit Amorbach. "Die Teilnehmer können außerdem ihren Neigungen entsprechend eigene Fähigkeiten und Stärken entdecken und im Team entwickeln", so Oetzmann. "Das schafft Selbstvertrauen."Zum Restaurierungsteam gehören Schadi Hammoud (15 Jahre), Heiko Kessler und Marcel Pischel, beide 16 Jahre alt, David Wisniewski (17) und Jürgen Radkiewicz (20). "Schrauben macht Spaß", sind sich die Nachwuchsrestauratoren einig. Alle fahren selbst Mofa und freuen sich schon auf die Probefahrt mit der restaurierten Schwalbe.
Alles wird überprüft
Bis dahin liegt aber noch viel Arbeit vor den jugendlichen Schraubern. Jedes Einzelteil des DDR-"Youngtimers", Baujahr 1983, muss auf Erhaltungsgrad und Funktionstüchtigkeit überprüft werden. Noch verwendbare Teile werden aufgearbeitet und wieder eingebaut, schadhafte ersetzt. "Die Ersatzteile werden nachproduziert und können bestellt werden", versichert Benjamin Stroh. Er ist freier Mitarbeiter im Zweiradmuseum und leitet die Restaurierung in der museumseigenen Werkstatt.Bei der Restaurierung soll der Originalzustand des Rollers so weit wie möglich erhalten werden. Daher müssen sich die Jugendlichen tüchtig ins Zeug legen. "Lieber ein altes Teil reinigen und polieren als neu lackieren", gibt der Projektleiter die Richtung vor. So soll das Gefährt auch seine Sonderlackierung in der Farbe billardgrün behalten.
Zu den weiteren Besonderheiten des Schwalbe-Rollers gehört der original erhaltene Kindersitz. Für Erwachsene bietet die Simson Schwalbe zwei Sitzplätze, ein Vorteil für die Probefahrt. "Die wollen wir schließlich alle machen", erklärt Schadi Hammoud.
Weitere Projekte
Die Kooperation zwischen dem Zweiradmuseum und der Mobilen Jugendarbeit soll nach Möglichkeit fortgesetzt werden. Jugendliche Interessenten gibt es genug. Für das laufende Projekt haben sich mehr junge Leute gemeldet, als Plätze zur Verfügung standen. "Für das Werkstattprojekt eignen sich auch Fahrräder", versichert Projektleiter Benjamin Stroh.Autor: snp Datum: 03.09.2010
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