Die Jugend von heute ...

"Schüler hinterlassen Müllhalde" konnte man vergangenen Freitag als Überschrift in der Heilbronner Stimme lesen. In dem Artikel ging es um den schlechten Zustand des Wertwiesenparks, nachdem Abiturienten dort das Ende ihrer schriftlichen Prüfungen gefeiert hatten. Feiern, trinken, Müll machen – was im Wertwiesenpark passiert war, beschreibt genau das, was immer mehr ältere Menschen von der Jugend denken.

Der unschöne Vorfall wird die zahlreichen Kritiker in ihren Vorurteilen erneut bestätigen. Sprüche, wie "Die Jugend von heute denkt nur noch ans Trinken" oder "Die Jugend von heute kennt keine Werte mehr", müssen sich Jugendliche immer wieder anhören.

Negative Schlagzeilen über Jugendliche

Viele Jugendliche denken, dass die Medien eine große Rolle bei der Entstehung von Vorurteilen spielen. Schlagzeilen in der Presse und im Fernsehen, wie "Jugendliche verprügeln Rentner" oder "Die Jugend verbringt immer mehr Zeit vor dem Computer", werfen einfach ein schlechtes Bild auf unsere Generation.

Doch sind wir wirklich so schlimm, wie wir in den meisten Fällen dargestellt werden? Häufig sagen Erwachsene, dass die Jugend nur noch egoistisch denkt und dass ihr soziales Engagement fehlt. Etwas, was die 16-jährige Schülerin Sarah Kailuweit aus Böckingen nicht verstehen kann: "Dem kann ich überhaupt nicht zustimmen. Ich bin sehr aktiv in der Schülermitverantwortung (SMV) unserer Schule, trainiere ehrenamtlich eine Kindertanzgruppe und arbeite ebenfalls ehrenamtlich bei der Kinderbibelwoche (KiBiWo) mit. Außerdem habe ich viele Freundinnen und Freunde, die ähnlich aktiv sind."


Zeit vor dem Computer als Zukunftsinvestition

Ebenso muss man sich als Jugendlicher oft anhören, dass man seine Zeit nur sinnlos vor dem Computer verbringt. Dass Jugendliche viele Stunden vor der grauen Kiste hocken, ist richtig. Doch dass sie dabei nur aggressive Ballerspiele und stupide Autorennen fahren, ist nicht richtig.

Bernd Stupp, Schüler aus Kirchhausen, erzählt von seinen eigenen Erfahrungen: "Die Schulen verlangen Referate mit Power-Point-Präsentationen und Unternehmen setzen sehr gute PC-Kenntnisse voraus. Ich muss mir aber immer wieder anhören, dass ich vor dem Computer lebe." Der 19-Jährige fragt sich: "Wo sonst soll ich denn meine komplizierten, bunten Folien erarbeiten und die so wichtigen PC-Kenntnisse für die Zukunft erlangen?" Außerdem kommunizieren Jugendliche oft über das Internet. "So kann ich einfacher Kontakt zu Freunden halten, die weiter weg wohnen", findet Bernd.


Helfende Hände

Eine weitere Voreingenommenheit gegenüber Jugendlichen ist, dass sie nicht hilfsbereit und freundlich sind. "Wenn ich höre, und das kommt leider oft vor, dass wir Jugendliche nicht hilfsbereit sind, bin ich echt immer wieder sprachlos", sagt Bernd Neuffer. "Ich stehe oft im vollen Bus auf, um älteren Menschen meinen Platz anzubieten", meint der 18-jährige Schüler aus Böckingen. Natürlich macht so etwas nicht jeder. Aber diejenigen, die hilfsbereit sind, zeigen, dass Vorurteile nicht für alle Jugendlichen Gültigkeit besitzen.


Vorurteile

Ähnlich verhält es sich mit dem Vorurteil Jugendlichen gegenüber, sie wollten sich am Wochenende nur noch mit ihren Kumpels betrinken. Als ich neulich abends mit Freunden mit dem Bus ins Kino fuhr, hörte ich ein Rentnerpaar hinter mir sagen: "Die gehen sich jetzt bestimmt besaufen.“"Dabei wollten wir doch nur entspannt einen Film schauen. Dieser kleine Vorfall hat mir leider gezeigt, was viele ältere Menschen für ein schlechtes Bild von jungen Leuten haben. Dabei wird die Gesamtheit der Jugendlichen schnell für das verantwortlich gemacht, was ein kleiner Anteil anrichtet. Und in ein schlechtes Licht gerückt.

Ich finde, viele der bestehenden Vorurteile uns gegenüber sind nicht gerechtfertigt. Allerdings: Intoleranz gegenüber bestimmten Gruppen in der Gesellschaft gab es wohl schon immer und es wird sie auch immer geben. Man muss wohl leider damit leben.



Mehr zum Thema:

Wir haben uns umgehört mit welchen Vorurteilen Jugenliche in der Region zu kämpfen haben.
Hier geht's zur [Umfrage].







Richard Dören31.03.2011
Sicher dir jetzt die neue Ausgabe des Stimmt!-Magazins


Kommentar schreiben

Betreff:
Kommentar:
Sie dürfen nur 1000 Zeichen als Text schreiben

Hier einloggenNoch nicht registriert?
Benutzername  
Passwort