Run aufs berufliche Gymnasium

Noch nie standen in Stadt und Landkreis Heilbronn die Chancen besser, einen Platz im beruflichen Gymnasium zu ergattern. 750 Jugendliche können im Herbst auf den dreijährigen Zug zum Abitur aufspringen, vorausgesetzt sie haben einen mittleren Bildungsabschluss in der Tasche. Entsprechend überwältigend war der Ansturm bei den beiden Infoabenden der beruflichen Gymnasien.


Realschüler, Schüler aus Berufsfachschulen und von Berufskollegs, Werkrealschüler und Neuntklässler aus den Gymnasien, die dem G8-Druck entfliehen wollen – in Scharen kommen sie mit ihren Eltern ins Technische Schulzentrum. Im neue Foyer der Schule gehen die bisher größten Veranstaltungen über die Bühne. 460 neugierige Gäste finden einen Sitzplatz, die Stühle reichen nicht aus.

 


25 Klassen

Das überwältigende Interesse sind "die Beruflichen" seit Jahren gewohnt. Ungewöhnlich ist, dass sie dieses Mal ein weitaus breiteres Angebot machen können. Alle Profile sind in den sieben staatlichen Berufsschulen in Heilbronn und Neckarsulm vertreten, nur wer sich speziell für den agrarwissenschaftlichen Zug interessiert, muss sich nach Öhringen wenden. Die Peter-Bruckmann- und die Johann-Jakob-Widmann-Schule in Heilbronn eröffnen neue berufliche Gymnasien, andere Schulen stocken auf.


Waren es 2009 noch 17 Eingangsklassen, im laufenden Schuljahr sind es schon 22. Im Herbst gehen 25 Klassen an den Start, nicht eingerechnet die drei beruflichen Gymnasien privater Bildungsträger.
"Jeden Tag", sagt Werner Fröhlich, Abteilungsleiter am Technischen Gymnasium der Wilhelm-Maybach-Schule, bekommt er Anrufe von Schülern oder ihren Eltern, die vom Turbo-Gymnasium ins Berufliche umsteigen wollen. Franziska (14) und Celina (14) vom Katholischen Bildungszentrum St. Kilian sind bei weitem nicht die Einzigen, die sich informieren. Celina will Ärztin werden, am Biotechnologischen Gymnasium fasziniert sie die Spezialisierung schon vor dem Abitur.

 

Populäre Profile

Heiß begehrt, das zeigen die Menschentrauben nach den Kurzvorträgen, sind das Sozialwissenschaftliche Gymnasium (SG, drei Klassen) und das Profil Gestaltung und Medientechnik im Technischen Gymnasium (GMT, eine Klasse). Carolin und Cecilia (beide 16) von der Selma-Rosenfeld-Realschule Eppingen wollen unbedingt aufs SG: Carolin will Lehrerin werden, das passt, hat sie eben von Winfried Hauber gehört. Er ist Abteilungsleiter im jetzt mit sechs Parallelklassen und drei Profilen größten beruflichen Gymnasium in Stadt und Landkreis Heilbronn. "Die Profile machen den Unterschied", erklärt er den Schülern, "das Profilfach entscheidet oft darüber, was der Mensch später studiert." Die Anmeldezahlen am SG nennt er "dramatisch hoch". Ob da der verlangte Notendurchschnitt von 3,0 in Deutsch, Mathematik, Englisch ausreicht? Im GMT waren es im vergangenen Jahr 180 Bewerbungen auf 30 Plätze. Da lohnt es sich, über eine "zweite Wahl" nachzudenken.

 

Berufliche Gymnasien

Schülerzahl

2009/10 - 1480

2010/11 - 1627

2011/12 - 1727

Alle Zahlen inklusive Privatschulen

Quelle: Berufliche Schulen

 

 

 


 

Autor: ger Datum: 27.01.2012
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