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Tapsig sein ist gar nicht leicht

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Er muss kurz durchatmen. "Es war erfolgreich, es war voll." 13 Vorstellungen bei den Burgfestspielen Jagsthausen sind vorbei, vier Mal noch wird Thando Walbaum in Michael Endes "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" den Hauptdarsteller mimen. Für die Kinder ist Thando längst eins mit der Rolle. "Hallo Jim!", rufen sie, als er sich nach der Vorstellung im Schatten der Burg auf einen Stuhl fallen lässt.
  

Kleiner Kulturschock

Erstmal Autogramme schreiben. Für Raphael und Alexander, Luisa und Miriam. Dann erzählt der 26-Jährige, wie es ihn von Hamburg nach Jagsthausen verschlagen hat – und wie ihm der "kleine Kulturschock" bekommt. Die Anfrage von Regisseur Mathias Frank kam letztes Jahr. "Wir haben uns getroffen und beschnuppert." Es passte. Im Mai begannen die Proben, und Jagsthausen wurde für Walbaum zum Zuhause auf Zeit. "Ich habe mir schon länger gewünscht, etwas Ruhe zu haben." Natur statt "Remmi Demmi" kam da ganz recht.
 

Außerdem bringt die Rolle des neugierig-tapsigen Jim einige Herausforderungen mit sich. "Es ist meine Premiere bei einem Freilichttheater. Und: Ich spiele ein Kind, das bedeutet eine ganz andere Mimik und Aussprache. Es hat Zeit gebraucht, um da reinzukommen." Doch "die Aufregung und den Ansporn, etwas Neues zu machen" waren groß, und Walbaum freundete sich mit seiner Rolle an. "Hier bin ich der liebe Junge." Das war nicht immer so. TV-Erfahrung hat der Hamburger in Krimiserien wie "Großstadtrevier" oder "Notruf Hafenkante" gesammelt.
 

2005 dann: die Hauptrolle in der ZDF-Verfilmung von "Neger, Neger, Schornsteinfeger". Danach ging es "ganz gut weiter", wie er bescheiden erklärt. In Sachen Film, aber auch auf der Bühne: Anfang dieses Jahres spielte Walbaum in dem Jugendstück "So nah, so fern" am Hamburger Schauspielhaus.
  

Schattenseiten der Schauspielerei

 "Es ist das, was ich immer machen wollte", sagt der Jungschauspieler über seinen Job. Trotz der Schattenseiten. "Es bleibt das Risiko, dass man mal nichts macht. Wenn man selbstständig ist, muss man das in Kauf nehmen und Geduld haben." Weniger Nachsicht hat der Sohn eines Südafrikaners und einer Deutschen mit Klischeegeschichten. "Ich möchte Rollen spielen, die nicht aufgrund meiner Hautfarbe besetzt sind." Deutschland müsse hier noch dazulernen.
 

"In Holland, Frankreich oder England werden Kulturunterschiede nicht so sehr betont." Dass er in Jagsthausen als dunkelhäutiger Jim Knopf besetzt ist, findet Thando Walbaum dennoch richtig. "Bei dem Stück gibt es das immer noch, dass Weiße für die Rolle schwarz angemalt werden. Das finde ich lächerlich, das muss man heutzutage nicht mehr machen."
 

 

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