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Reden über Allah und die Welt

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Was glaubst denn du? Die Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten. Für jeden. Doch vor allem Jugendliche tun sich schwer, über Gott und die Welt zu reden. Im Heilbronner Familienzentrum Augärtle tun sie's. Sie treffen sich sieben Mal zu Gesprächskreisen und Workshops. "So ein Projekt habe ich noch nie vorher gehabt", sagt g (18). Deshalb ist er da.
 
Muslim 3.0 hat die Integrationsbeauftragte von Heilbronn, Roswitha Keicher, aus Dortmund an Land gezogen. Der Bund trägt die Kosten, etwa 1500 Euro gibt die Stadt Heilbronn dazu. Das Projekt ist eine Kooperation der Multilateral Academy Dortmund (MLA) mit dem Liberal-Islamischen Bund. Es will große Themen aufgreifen: Sinn des Lebens, Ziel von Religion, Rollenverteilung der Geschlechter.
 
 

Viel Diskussionsstoff

Mit drei Schlagworten wirbt die MLA um die Teilnahme: "deutsch, muslimisch, tolerant." Männliche Jugendliche, die in muslimischen Familien aufwachsen, sollen sich angesprochen fühlen. Die Ziffern 3.0 stehen einerseits für diese drei Begriffe, die für viele – egal was sie glauben – nicht zusammenzupassen scheinen. Anderseits wollen sie den Jugendlichen signalisieren: Das Projekt ist modern. Die Jungen diskutieren miteinander. Und nachmittags versuchen sie, tanzend, rappend, schauspielernd ihren Gedanken kreativ Ausdruck zu verleihen.
 
 

Schwache Resonanz

Die Resonanz in Heilbronn ist schwach. Waren beim ersten Durchlauf in Hagen 80 junge Männer im Alter von 16 bis 25 Jahren zugange, so verlieren sich in das Familienzentrum in Nachbarschaft der Fatih-Moschee gerademal sieben Teilnehmer in die morgendliche Gesprächsrunde. Sie hat sich auch für Mädchen geöffnet. Und eine Katholikin ist dabei. Warum nicht? Ina (16) war mit ihrer muslimischen Freundin auch schon in der Moschee: "Ich will die anderen kennenlernen."
 
 

Rede und Antwort

Sie diskutieren. Engagiert, aufmerksam, ohne Pause. Wann schon hat man eine Islamwissenschaftlerin wie Lamya Kaddor in der Runde, die auf alles eine Antwort weiß, zumindest auf fast alles. Die Jugendlichen beklagen einen "Kuddelmuddel" in sich – vieles wissen sie nur andeutungsweise. Im Nu entspinnt sich etwa eine Diskussion über "Dschinn": Gibt es gute Dämonen? Die Jugendlichen möchten es gerne glauben und warten mit Geschichten auf, selbst erlebten, selbst gehörten. Kopftuch und die Schöpfungsmythen des Islam, Deutschsein und das Leben in einer islamfeindlichen Umgebung – bei Muslim 3.0 gehen die Themen nicht aus.
 
 
                       
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