Neue Achterbahn in Tripsdrill

"Wir machen es heute ganz spannend", sagt Geschäftsführer Helmut Fischer schmunzelnd. Die Enthüllung der Namenstafel bereitet unerwartete Probleme. Die Plane verhakt sich, lässt sich nur mit vereinten Kräften beiseite schieben. Doch schließlich ist das Geheimnis gelüftet: "Karacho" soll die neue Katapult-Achterbahn heißen, die Ende Mai, Anfang Juni im Erlebnispark Tripsdrill eröffnet wird. Mehr als sieben Millionen Euro steckt die Betreiberfamilie Fischer in das spektakuläre Fahrgeschäft. Es ist die größte Einzelinvestition in der Firmengeschichte.
 
Die Besucher dürfen sich auf Nervenkitzel freuen. Normalerweise werden die Wagen einer Achterbahn nach oben gezogen und dann durch die eigene Schwerkraft angetrieben. Die Katapult-Achterbahn dagegen beschleunigt ihre Fahrzeuge gewissermaßen aus dem Stand. "Von Null auf 100 km/h in 1,6 Sekunden – das ist wie ein Raketenstart", verdeutlicht Helmut Fischer bei der Baustellenbesichtigung am Montag vor zahlreichen
Medienvertretern.
 
 

Monatelange Arbeit

Fünf Jahre nach dem Bau der Holzachterbahn "Mammut" setzt der Freizeitpark unterm Cleebronner Michaelsberg mit einem weiteren Großprojekt ein Ausrufezeichen. "Wir brauchen ein bisschen Adrenalin", verweist Benjamin Fischer, Mitglied der Geschäftsführung, auf Besucherumfragen und Marktforschungen. Dass es reichlich ausgeschüttet wird, dafür dürften unter anderem vier Überkopf-Elemente sorgen. Ein Teil der 700 Meter langen Strecke verläuft zudem im Dunkeln, in zwei Tunnels.
 
Seit vier Jahren befassen sich die Fischers mit der neuen Attraktion. In den USA und in England, in den Vereinten Arabischen Emiraten und zuletzt in Japan besichtigten und testeten sie verschiedenste Katapult-Bahnen. Die Tripsdrill-Version wurde dann in monatelanger Arbeit zusammen mit dem deutschen Hersteller Gerstenlauer Amusement Rides aus Münsterhausen entwickelt. Der hat 1998 die "G'sengte Sau" für Tripsdrill gebaut – und seitdem rund 50 weitere Achterbahnen.
 
 

Schoßbügel

Auch wenn die Geschäftsführer noch nicht alles verraten, versprechen sie doch einige Finessen, die es in dieser Kombination in Europa sonst nirgendwo gebe. Nach dem Abschuss auf über 30 Meter Höhe folgen Steilkurven, überraschende Stürze in die dunkle Tiefe, schnelle Wechsel der Fliehkräfte.
 
Die achtsitzigen, 3,30 Meter langen und 2,50 Meter breiten Wagen hat der Achterbahn-Hersteller speziell für Tripsdrill konstruiert. "Es sind die breitesten Fahrzeuge, die wir je entwickelt haben", sagt Andreas Simonis von Gerstenlauer. Sie gleiten auf einem Magnetfeld dahin. "Ein ähnliches System wie beim Transrapid", erklärt Simonis. Um den Nervenkitzel perfekt zu machen, werden die Fahrgäste nur durch einen Schoßbügel gehalten.
 
 

Auch für die kleinen Gäste

An der Grundausrichtung des Parks ändert auch die neue Attraktion nichts. "Familien mit Kindern sind nach wie vor unsere Zielgruppe", bekräftigt Benjamin Fischer. Die Katapult-Achterbahn ist daher so ausgelegt, dass auch jüngere Besucher mitfahren können. Einzige Voraussetzung: Sie müssen mindestens 1,25 Meter groß sein. "Das sind Kinder ab sieben, acht Jahren", sagt Fischer.
 
Der "Karacho" ist übrigens nicht die einzige Neuerung im Erlebnispark, an der die Baufirmen und Handwerker derzeit arbeiten. Momentan legen sie auch letzte Hand an im neuen Gaudi-Viertel, einem rund 1000 Quadratmeter großen Indoor-Spielbereich. Den können die Besucher bereits ab der Saisoneröffnung am 23. März nutzen.
 
 
                  

dor05.02.2013
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