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Frankenbach und die Jugendlichen

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In Frankenbach hört man immer wieder von Konflikten mit Jugendlichen, die gelangweilt rumhängen. Tanja Sagasser (36) ist in dem Heilbronner Stadtteil aufgewachsen und vertritt ihn als jüngste Stadträtin und Bezirksbeirätin. Mit unserem Redakteur Kilian Krauth beleuchtet sie die Problematik.
 
In ihrem Heimatort sorgen Jugendliche unweit der Sportanlagen im Ried ab und an für Unmut.
Tanja Sagasser: Im Sommer ist das Ganze tatsächlich eskaliert, da gab es Sachbeschädigungen. Aber seitdem ist mir nichts derart Heftiges mehr zu Ohren gekommen. Von Anwohnern wird man als Rätin öfters angesprochen: wegen lauter Mopeds, Lärm oder Scherben. Durch die Nähe zu Kindergarten und Schule gibt es in dem Bereich tatsächlich ein gewisses Konfliktpotenzial.
 
Manche Beobachter sprechen gar von einem Brennpunkt.
Sagasser: Das halte ich für überzogen. Eine signifikante Häufung von Straftaten ist nicht festzustellen. Trotzdem wäre es gut, wenn auch in Frankenbach und den anderen Stadtteilen Streetworker oder der neue Kommunale Ordnungsdienst präsent wären. Fakt ist: Die Jugendlichen hängen dort rum, auch mangels Alternative.
 
Es ist ihnen also langweilig.
Sagasser: Das ist ein Alter, wo man nach Orientierung sucht, am Ende der Schule oder als Azubi, aber eben noch nicht ständig zum Ausgehen in die Stadt fährt und wenig Geld hat. Die jungen Menschen suchen Ausweichorte von Familie und Schule. Das offene Jugendcafé ist da eine Anlaufstelle.
 
Ist es offenbar aber nicht für alle.
Sagasser: Mit mehr Mitteln gäbe es mehr Möglichkeiten. Das Jugendcafé ist im Schulgebäude untergebracht, konzentriert sich in erster Linie auf Schulkinder und leistet da gute und vielfältige Arbeit, seit Neustem auch einmal im Monat samstags. Angebote nach 19 Uhr wie etwa im Olga-Jugendzentrum gibt es nicht. Das ist mit diesem Personalschlüssel auch nicht möglich.
 
Auch die Raumsituation ist beengt.
Sagasser: Wir in Frankenbach fordern seit Jahren einen ausgedienten Bauwagen. Den könnten die Jugendlichen selbst verwalten. Wenn man jungen Menschen Verantwortung überträgt, identifizieren sie sich mit den Sachen und gehen ordentlich damit um.
 
Das klingt jetzt aber stark nach Sozialromantik.
Sagasser: Das mag sein. Solche Projekte können auch bei schwierigen Kindern funktionieren, das habe ich als langjährige Gaffenbergtante erlebt. Doch die Stadtverwaltung will den Bauwagen offensichtlich nicht und findet für die Ablehnung immer neue Gründe: vom Hochwasser- über Brandschutz bis zum fehlenden WC.
 
Ist in Frankenbach denn sonst gar nichts für junge Menschen geboten?
Sagasser: Für jüngere Kinder schon, von den Spielplätzen über Bolzplatz bis zur Skateranlage, aber so ab 16 Jahren wird’s kritisch. Der Sportverein hat viele Angebote, es gibt eine Jugendfeuerwehr, aber letztlich erreicht man nie alle.
 
Ab einem gewissen Alter herrscht in Frankenbach also tote Hose.
Sagasser: Ich bin hier ja aufgewachsen und muss sagen: Das war früher auch so. Dezentrale kommerzielle Angebote lohnen sich nicht, in anderen Stadtteilen und auf dem Land ist das auch so. Ab einem gewissen Alter trifft man sich in der Stadt, das gehört zum Ausgehverhalten, das ja immer weiter in die Nacht hinein reicht. Deshalb ist es gut, dass es am Wochenende Nachtbusse gibt. Vielleicht müsste man Shuttle-Angebote oder Rufbusse ausbauen, auch wegen der Sicherheit. In solchen Fragen ist der Jugendgemeinderat ein guter Signalgeber. Ich fände auch Stadtteil-Workshops mit Jugendlichen und anderen Gruppen gut, so wie das bei der Buga gemacht wurde, da entstehen wirklich gute Ideen. Vielleicht würde man so eine Idee finden, um den Park am Dörnle neu zu beleben.
 
 

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