Mann aus Jagst gezogen

Es ist der zweite Tag der Sommerferien im vergangenen Jahr. Lea David (12), Hannah Kuhn (11), Alexandra Schmidt ( (10) und Luca Röser (13) sind zum Badeplatz an der Jagst gekommen, um den sonnigen Julitag zu genießen. "Plötzlich sahen wir einen Mann auf dem Bauch im Wasser treiben, der langsam immer weiter unter ging", erzählt Lea. "Zuerst wussten wir gar nicht, was wir machen sollen. Aber dann bin ich schnell zu Alex gelaufen, weil ich den kannte."
 

Leblose Person

Auch der 19-jährige Alexander Kinderreich ist wie sein Bekannter Philipp Stütz (25) zum Schwimmen in Jagsthausen. Zuerst denken die beiden jungen Männer an einen Scherz der jüngeren Kinder, denn von dem Mann im Wasser ist nichts mehr zu sehen. Doch schnell erkennen sie den Ernst der Lage, springen in die Jagst und tauchen. In gut 1,5 Meter Tiefe sehen sie eine leblose Person auf dem Grund.
 
Gemeinsam schaffen es die Jugendlichen, den bewusstlosen Mann aus dem Wasser zu ziehen und an Land zu bringen. "Ich war total geschockt und dachte, dass ich selbst Hilfe gebrauchen könnte", erzählt Kinderreich. "Doch dann ging alles irgendwie automatisch." Der Widderner erinnert sich an seinen Erste-Hilfe-Kurs, den er vor den Führerscheinprüfung gemacht hat und beginnt sofort mit Herzdruckmassage und Beatmung. Inzwischen haben die anderen Jugendlichen schon den Rettungsdienst alarmiert. Bis er eintrifft, gibt der ältere Mann schon wieder erste Lebenszeichen von sich. Ein paar Tage muss der 83-jährige im Krankenhaus bleiben. "Ich habe ihm bei der Herzdruckmassage wohl auch eine Rippe gebrochen", stellt Kinderreich mit Bedauern fest. Doch das fällt kaum ins Gewicht. Inzwischen geht es dem Jagsthausener, so ist von Bürgermeister Roland Halter zu hören, wieder gut. Von dem Vorfall hat er keine bleibenden Schäden davon getragen.
 

Vorbildlich

Beim diesjährigen Bürgerempfang lobte Halter noch einmal ausdrücklich das beherzte und couragierte Handeln der jungen Lebensretter, die einen Mitbürger vor dem sicheren Ertrinken gerettet haben. "Die Jugend wird ja heute hin und wieder kritisch gesehen, aber wir werden erfreulicherweise immer wieder auch eines Besseren belehrt", stellt er fest. "Als es um Leben und Tod ging, haben sie nicht gezögert." Für ihren Mut und ihr vorbildliches Handeln sprach ihnen Halter noch einmal Dank aus und überreichte im Namen der Gemeinde Kino-Gutscheinpakete.
 
 

Alexandra Berk06.02.2013
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