Musik macht den Wow-Effekt

So viel Applaus tut gut. Knapp 200 Menschen in der Sporthalle der Dammrealschule in Heilbronn jubeln und klatschen. Die Band der Kaywaldschule in Lauffen hat gerade "An Tagen wie diesen" von den Toten Hosen gespielt. Zufrieden lächelnd gehen die Jugendlichen von der Bühne.
 
Beim Festival "Rock Meets School" treten acht Schulbands aus Heilbronn, Neckarsulm, Ilsfeld oder Eppingen auf. Diese Begegnung der Schulmusik soll den Bands eine Möglichkeit bieten, auf einer großen Bühne aufzutreten, sagt Organisator Udo Völker. "Es gehört für uns Musiker einfach dazu, auch vor Publikum zu stehen."

 

Einfach nur Wow

Lea Marino erinnert sich noch an ihren ersten Auftritt bei "Rock Meets School" vor fünf Jahren. "Das war einfach nur Wow", sagt sie. Ein großartiges Gefühl. In diesem Jahr singt die 16-Jährige zum letzten Mal bei ihrer Schulband "The Bats". Bald macht sie ihren Abschluss an der Dammrealschule.
 
Andere Schüler erleben dagegen zum ersten Mal den Wow-Effekt, von dem Lea Marino spricht. "Es ist schön, oben auf der Bühne zu stehen, wenn die Scheinwerfer dich anstrahlen und alle klatschen", sagt Chiara Cataldo. Sie hatte gerade ihren ersten Auftritt als Sängerin der Band von der Fritz-Ulrich-Schule.
 
Die Sängerinnen von Abandesee von der Realschule Obersulm-Willsbach haben ihren großen Moment dagegen noch vor sich. Im Gang der Halle proben Maren Graz, Jessica Schmidt und die anderen ihre Choreografie. "Nervös sind wir noch nicht, das kommt erst kurz vorher", sagen die Schülerinnen. Auch ihre Lehrer Heiner Strohauer und Bernhard Müller sind gespannt. Müller unterrichtet eigentlich Mathe. Die Rock AG macht er zusätzlich. "Es ist schön, Leben und Hobby auch ein wenig mit den Schülern zu teilen“, meint er. Beim Musizieren in der Band lernt er seine Schüler noch einmal ganz anders kennen.

 

Rock AG als Therapie

"Wir wollen möglichst viele Kinder zum aktiven Musizieren hinführen", sagt Musiklehrer Udo Völker. Die Schüler lernen neben der Musik auch, sich zu engagieren – sie übernehmen Verantwortung. "So eine Band ist immer auch ein Sozialgefüge", sagt Völker.
 
Die Rock AG der Kaywaldschule ist auch eine Therapieeinrichtung. Zehn Kinder und Jugendliche mit geistiger und körperlicher Behinderung rocken dort einmal pro Woche. "Viele konnten am Anfang gar kein Instrument spielen", sagt Lehrer Eddy Barnowsky. Heute singen sie, spielen Schlagzeug oder Bass. Und das so klasse, dass auch sie jetzt den Wow-Effekt erleben.
 
 
 

 

dst07.02.2013
Sicher dir jetzt die neue Ausgabe des Stimmt!-Magazins


Kommentar schreiben

Betreff:
Kommentar:
Sie dürfen nur 1000 Zeichen als Text schreiben

Hier einloggenNoch nicht registriert?
Benutzername  
Passwort