Beim Tanzen verstehen sich alle

Zwei Jungs brauchen nur eine Säge und eine Feile, schon verstehen sie sich auch ohne Worte. Der fünfjährige Jannick Hartl sitzt in der Kindertagesstätte Habakuk in der Schillerstraße neben Aaron Yap Yz aus Malaysia. Jannick spricht Deutsch, Aaron Englisch und Malaiisch. So gestalten sie gemeinsam eine Figur aus Speckstein.
 
Aaron ist mit einer Gruppe von 20 Jugendlichen aus Malaysia und Chile zur Green Academy in Heilbronn. Bei dem Angebot der Akademie für innovative Bildung und Management (AIM) und der Austauschorganisation AFS erkunden sie einen Monat lang das Land. Sie lernen Deutsch und wohnen bei Gastfamilien. Die Jugendlichen sollen neue Erfahrungen sammeln und die Kultur kennenlernen.
 
Dazu sind sie an diesem Tag auch im Kindergarten zu Besuch. Ein Termin, der ihnen offensichtlich Spaß macht. Gleich zur Begrüßung nimmt Aaina Nasaruddin eines der Kinder in den Arm. Auch Zhi Sheng Lee und Khai Peng Ng warten nicht lange. Die beiden 15- und 17-Jährigen fassen die Kinder an den Händen und tanzen mit ihnen. Diese Sprache versteht jeder.
 

Kebab und Brezel

Seit Mitte Januar sind die Jugendlichen in Deutschland. Viele von ihnen möchten später hier studieren Maschinenbau ist beliebt. Deshalb nehmen sie an der Green Academy teil. Zum Programm gehören Workshops und Exkursionen zum Thema Nachhaltigkeit wie ein Besuch bei Audi oder bei einer Biogasanlage. Deutschland ist für die Jugendlichen ein Vorreiter in Sachen nachhaltiger Technik.
 
Daneben faszinieren die Jugendlichen vor allem die kleinen Dinge des deutschen Lebens. Francisca Jil aus Chile hat in Heilbronn zum ersten Mal Kebab gegessen, Samuel Cheah eine Butterbrezel. "Bei uns zu Hause gibt es fast jeden Tag Reis", sagt er. Er ist vom Wasser in Deutschland beeindruckt: "Ich trinke hier jeden Tag aus der Leitung", sagt der 17-Jährige. "Das wäre zu Hause nicht möglich." Nicolás Espinosa dagegen mag das Wasser aus Flaschen in Deutschland nicht. "Das sprudelt so komisch."
 
Ansonsten ist Nicolás in Heilbronn nichts negativ aufgefallen. Die Menschen seien überall sehr respektvoll, sagt er. "Jeder versucht, mir zu helfen." Der 16-Jährige aus Santiago de Chile hat oft gehört, dass die Deutschen kühl seien. "Jetzt weiß ich, dass solche Vorurteile nicht stimmen." Er hat viele Jugendliche aus Deutschland und Malaysia kennengelernt. "Bald kann ich Freunde in Deutschland und Malaysia besuchen. Das ist für mich das Beste an diesem Austausch."
 
 
 

dst07.02.2013
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