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"Ich habe gelernt, dass man, wenn man ein Facebookprofil hat, sich besser schützen muss.“ In Sachen Internetnutzung und Smartphonegebrauch ist Melina jetzt um einiges schlauer, als vor ein paar Wochen. Im Herbst ließ sich die 16-jährige gemeinsam mit sechs weiteren Jugendlichen der evangelischen Jugendhilfe Friedenshort zum Medienscout ausbilden. Angeboten wird die Schulung, die sich speziell an Jugendhilfeeinrichtungen richtet, von der Aktion Jugenschutz (AJS). Dieser Tage fand die Zertifikatsverleihung in der Aula der Tiele-Winckler-Schule statt. 

Überlegung

Schon seit geraumer Zeit, so berichtete der Friedenshort Regionalleiter Jürgen Grajer in der Feierstunde, habe man sich überlegt, "wie bringen wir unseren jungen Leuten bei, wie man mit Handy, Internet und den Medien umgeht“. Das Schulungsangebot der AJS sei da gerade zur rechten Zeit gekommen, freut sich Grajer.

Sechs Mädchen und ein Junge haben sich, begleitet von vier Friedenshortmitarbeitern, in ihrer Freizeit in Sachen Sicherheit im Netz schlau machen lassen. Über vier Tage erstreckte sich die Schulung im Oktober und November 2015, die von den beiden Medienpädagogen und AJS-Fachreferenten Simone Fleckenstein und Robert Rymes durchgeführt wurde.

Rüstzeug

Projektleiter Henrik Blaich von der AJS berichtete, dass die Jugendlichen im Rahmen der Schulung in mehreren Modulen nicht nur auf Risiken im Netz aufmerksam gemacht wurden, sondern auch das Rüstzeug für "souveränes Surfen“ an die Hand bekommen haben. Blaich zeigte sich sehr zufrieden: Die frisch geschulten Öhringer Medienscouts hätten bei eigenen Projekten auch bewiesen, dass sie nun in der Lage seien, ihr neues Wissen auch an Gleichaltrige weiterzugeben. Auch das war nämlich ein Ziel der Schulung. In Zukunft sollen die Medienscouts nach und nach andere Jugendliche in Sachen Sicherheit im Netz schulen.

Im Gespräch mit der Hohenloher Zeitung erzählten die sechs Mädchen Yismeri (15), Cora (14), Lena (16), Irini (12), Burcu (17) und Melina (16) auf was sie in Zukunft genau achten werden. Das Thema Cyber-Mobbing etwa nehmen sie sehr ernst. "Man sollte davon Screenshots machen“, rät Burcu. Und Irini ergänzt: "Und man sollte zur Polizei gehen.“ Cora hat gelernt, dass man in sozialen Netzwerken "nie von Unbekannten Freundschaftsanfragen annehmen darf“. Lena spricht für alle, als sie sagt: "Wir wissen jetzt viel mehr als vorher.“

Fit

Erfreut über das Erreichte sind aber nicht nur die Jugendlichen. Zufrieden zeigten sich auch die Erwachsenen. "Die Kinder waren sehr offen und engagiert“, lobte Simone Fleckenstein. "Wir waren äußerst beeindruckt, wie gut die jungen Leute mitgearbeitet haben“, unterstrich auch Jochen Hemer. Und weiter sagte der Sozialpädagoge und Mitarbeiter des Friedenshorts: "Man hat gemerkt, das ist etwas aus ihrem Leben und man hat auch gemerkt, sie sind wirklich richtig fit geworden durch die Schulung.“ 

Noch freie Plätze bei Schulungen

Die Aktion Jugendschutz führt von 2015 bis 2019 in Kooperation und mit finanzieller Unterstützung durch die Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg in Jugendhilfeeinrichtungen ihr Angebot "ajs Medienscouts Jugendhilfe“ durch. Die Schulung in der evangelischen Jugendhilfe Friedenshort im Herbst 2015 hielten die Medienpädagogen Simone Fleckenstein und Robert Rymes. Die sechs Mädchen Yismeri, Cora, Lena, Irini, Burcu und Melina, sowie Khaled, ein unbegleiteter minderjähriger Flüchtling aus Syrien, wurden während der Schulung durch die Friedenshortmitarbeiter Sue-Ann Dusch, Dominik Feller, Jochen Hemer und Marco Hoffmann betreut. Es gibt noch freie Plätze für interessierte Jugendhilfeeinrichtungen. Diese können sich an Henrik Blaich, Telefon 0711 2373718 wenden.

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