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Anstoß geben und Unterstützung bieten

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Zusammen.leben! Unter diesem Motto steht ein Projekt, das Abstatter und Geflüchtete, die in der Gemeinschaftsunterkunft des Landkreises leben, zusammenführen soll. Projektträger ist die evangelische Kirchengemeinde Abstatt. Als Fachkraft steht Dominik Stupp vom Team Migration und Flucht des Kreisdiakonieverbands Heilbronn mit einem Stundenkontingent zur Seite. Das Geld stammt von Primavera, einem gemeinnützigen Verein, der 1990 von Bosch-Mitarbeitern gegründet wurde. Deutschlandweit haben Bosch-Mitarbeiter gesammelt, um Flüchtlinge zu unterstützen – sie erreichten eine Summe von 840.000 Euro.

"Wie können Flüchtlinge vor Ort eingebunden, in Vereine integriert werden?“, benennt der evangelische Pfarrer Thomas Stuhrmann aus Abstatt als Ziel. Integration geschehe durch Kontakte und Begegnungen, etwas, das klassischerweise Vereine bieten. Wären nur die Hürden nicht so hoch: "Die gibt es auf beiden Seiten, bei Einheimischen und Geflüchteten“, sagt Stuhrmann. Die einen leben eine Zeitlang in der Gemeinschaftsunterkunft, ziehen sich vielleicht zurück oder trauen sich nicht an einen Verein ran. Wer sind sie? Wie lange sind sie da? Das sind Fragen, die mancher im Dorf im Zusammenhang mit dem Flüchtlingscamp stellt. "Sich einzubringen, kann als sinnstiftend erfahren werden und kann wiederum dazu motivieren, Deutsch zu lernen“, sagt Stuhrmann.

Angebote nach vorhandenen Interessen 

Aus Gedanken sind Gesichter geworden. Der erste Begegnungsabend im Flüchtlingscamp hat dieser Tage bereits stattgefunden. "Es waren relativ viele Menschen da“, sagt Pfarrer Stuhrmann und spricht von "einem tollen Erfolg“. Vereinsvertreter kamen ins Camp, erklärten, was bei ihnen geboten ist – Indiaca und Tischtennisplatte standen bereit.

Im Vorfeld des Begegnungsabends hatte Dominik Stupp einen zweiseitigen Fragebogen entwickelt, mit dem unter anderem das Interesse der Geflüchteten abgefragt wurde. Ob sie bereits Vereine kennen oder dort mitmachen. Wie gut sie Deutsch sprechen? Ob sie einen Sprachkurs vormittags oder nachmittags besuchen – und wann sie Zeit haben. "Wir haben versucht, ihre Interessen abzuklopfen“, erklärt Sozialarbeiter Stupp. Von 80 Campbewohnern antworteten 29 Menschen. "Mit diesem Rücklauf sind wir zufrieden“, sagt Tobias Stupp. Jetzt sind alle einen Schritt weiter. Nach dem Begegnungsabend konnten sich die Geflüchteten verbindlich in Listen eintragen.

Tischtennis, Tennis, Fußball, Indiaca und ein Malkurs, etwa diese Angebote offerieren Vereine und Einzelpersonen Flüchtlingen. Gemeinsam mit den Vereinsvertretern, erklärt Stupp, wolle man sich jetzt an einen Tisch setzen, wie es konkret weitergehen kann.

Einbringen von beiden Seiten

Kleinere Probleme müssen noch gelöst werden. Für den SC Abstatt haben sich zehn Personen eingetragen, die aber erst konditionell fit gemacht werden müssen. Generell sind die Projektverantwortlichen auf der Suche nach Menschen, die sich einbringen wollen, wenn es darum geht, die Vereinstätigkeiten zu unterstützen. 

Das Ziel des Projekts sei es, Geflüchtete mit Einheimischen in Kontakt zu bringen. Sportliche Aktivitäten seien niederschwellig: "Man kommt schnell ins Gespräch, kann ein Wir-Gefühl entwickeln“, so Stupp. "Menschen nicht mit dem Flüchtlingsstempel zu versehen“, ist für Stupp ein wichtiger Ansatz. "Das sind Menschen mit einer Geschichte und sozialen Interessen.“ Geflüchtete, die in Vereinen tätig sind, finden dort Ausgleich, vielleicht auch Freunde.

Jetzt kann die Sache anlaufen, einiges muss noch geklärt werden. Eine Idee ist, ein Sommerfest zu veranstalten. "Dann wollen wir zeigen, was geschehen ist und wie die Resonanz aussieht“, sagt Stupp. 

 

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