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Geplante Buga-Brücke kommt nicht

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Die Fußgänger- und Radwegbrücke beim Heilbronner Hauptbahnhof, die den Willy-Brandt-Platz mit der Buga und dem Stadtteil Neckarbogen verbinden sollte, soll aus Kostengründen nicht wie geplant bis zur Bundesgartenschau 2019, sondern erst danach gebaut werden. Das wird Oberbürgermeister Harry Mergel dem Gemeinderat in einer Sondersitzung am 25. April vorschlagen. Bis dahin wird die Verwaltung ermitteln, wie viel Geld die Stadt bereits in das Brückenprojekt investiert hat.

Zu einem finanziellen Risiko kommt das zeitliche Wagnis, die Brücke rechtzeitig zum Start der Buga fertigzustellen. Allein die Abstimmung mit der Bahn für die Überquerung von 17 Gleisen und die Sperrzeiten des Bahnverkehrs erfordern einen erheblichen zeitlichen Aufwand.

Verdoppelung der Kosten

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Nach den jetzt vorliegenden Ergebnissen eines zweiten Ausschreibungsverfahrens würde sich der Bau der auf 7,6 Millionen Euro veranschlagten Brücke auf rund 15,2 Millionen Euro verteuern. Zwei weitere Angebote lagen sogar 200 Prozent über dem ursprünglich kalkulierten Preis. "Angesichts dieser Kostenentwicklung kann die Verwaltung dem Gemeinderat nicht guten Gewissens den Bau der Brücke bis zur Bundesgartenschau empfehlen", begründete Oberbürgermeister Harry Mergel die Entscheidung. In den Planungsmodellen war die Brücke noch bis Dienstag dieser Woche enthalten.

Schon bei einer ersten Ausschreibung hatte es, wie Baudezernent Wilfried Hajek Mitte Februar im HSt-Jahresgespräch sagte, "kein verwertbares Angebot gegeben", obwohl neun Interessenten Unterlagen angefordert hatten. Die Rückmeldungen waren entweder unvollständig oder deutlich überteuert.

"Wir begeben uns nicht in einen völlig überhitzten Markt, sondern verschieben den Bau bis nach der Buga", sagte OB Mergel am Mittwoch gegenüber der Heilbronner Stimme. Das sei bedauerlich, aber in diesem Fall müsse "die Vernunft die Kontrolle über das Herz behalten". Für den Neckarbogen hält Mergel die Brücke für "unverzichtbar".

Zugänge

"Für den Erfolg der Bundesgartenschau ist die Brücke beim Hauptbahnhof nicht zwingend erforderlich", sagte Hanspeter Faas. Gleichwohl bedauerte der Buga-Geschäftsführer die Entwicklung. Zupass komme der Buga die glückliche Situation, dass sich in unmittelbarer Nähe ein Haupteingang auf der Kraneninsel befindet. Vom Hauptbahnhof sei der Zugang zu Fuß in wenigen Minuten erreichbar, mit der Stadtbahn sei es nur eine Haltestelle weiter.

"Die Brücke wäre zusätzlich zu den beiden Haupteingängen im Süden auf der Kraneninsel und im Norden im Bereich des Zukunftsparks Wohlgelegen eine dritte Eingangsmöglichkeit gewesen", beschrieb Faas die Situation.

Die Kostenberechnung über 7,6 Millionen Euro aus dem Jahr 2012 war für Bundesgartenschau-Geschäftsführer Faas realistisch: "Es wurde zwei Mal gerechnet. Selbst Gutachter haben den Betrag damals bestätigt." Die Kostensteigerung begründete er unter anderem damit, dass es 2012 kaum einen Wettbewerb am Baumarkt gegeben habe. Heute spiele der Markt verrückt. Vor diesem Hintergrund stellte sich Oberbürgermeister Harry Mergel hinter Baubürgermeister Wilfried Hajek: "Er hat für das Projekt mit Herzblut gekämpft." Die 195 Meter lange Fußgänger- und Radwegbrücke, die wegen ihrer gezackten Form schon den Spitznamen "Blitz" bekommen hat, ist das Werk der Architekten-Gemeinschaft Arch22 Bogenrieder, Crumbach & Kugel sowie Peter + Lochner Ingenieure aus Stuttgart. Seitens der Architekten war am Mittwoch keine Stellungnahme zu dieser jüngsten Entwicklung zu erhalten.

 

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