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Ankes Herz schlägt für Gemüse

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Anke Birkenstock plaudert fröhlich, während sie routiniert Äpfel für den Kuchen schnippelt. Casual mit Korksandalen, Stoffhose und schwarzem Shirt mit der Message "Go veggie“ gekleidet, lehnt sie in der heimischen Küche und tut das, was sie am liebsten tut – süße und deftige Gerichte zubereiten.

Doch statt Schnitzel mit Spiegelei gibt es bei ihr ganz andere Leckereien. Seit 2016 ernährt sich die 19-Jährige aus Massenbachhausen vegan. Die oft gestellte Frage „Was isst du dann überhaupt?“ beantwortet sie auf ihrem Blog "Myheartbeatsveggie“ mit vielen leckeren Rezepten, die, der allgemeinen Annahme hingegen, alles andere als fad und langweilig aussehen. Ihr "Ernährungstagebuch“, wie sie es selbst nennt, soll auch anderen als Inspiration dienen. "Ich bin niemand, der genau nach Rezept kocht und ich achte auch nicht auf Mengenangaben, das ist mir alles zu kompliziert“, erzählt die Auszubildende, während sie sich an die Zubereitung des Teigs macht. Dass bei ihren wilden Kochexperimenten auch mal was schief geht, gibt die sympathische Blondine offen zu: "Auch bei mir funktioniert nicht alles.“

Ankes Kochleidenschaft wurde nicht getrübt, als sie vor zwei Jahren begann, sich vegetarisch zu ernähren. "Jeder Vegetarier kommt bestimmt früher oder später mal an den Punkt, an dem er sich fragt, was an einer Milchkuh so viel anders ist als an einer Fleischkuh“, beschreibt Anke ihre weitere  Entwicklung zur Veganerin. Während für andere damit Einkaufen zur Horrorvorstellung wird, meint sie entspannt:  "Man stellt sich das komplizierter vor als es ist. Wenn man selbst einkauft, kauft man einfach was anderes.“

Einsatz für Tierschutz

"Macht euch doch nicht so einen Stress“, antwortet Anke, wenn wieder einmal jemand nervös fragt, was sie essen wolle. Während sie den Teig für den Apfelkuchen ausrollt, betont sie aber auch: "Es macht keinen Sinn, mit Leuten zu reden, die nur dagegen wettern wollen.“ Solche Reaktionen bekam sie bereits bei Demonstrationen zu spüren. Beispielsweise in Stuttgart, als sie vor einer bekannten Fastfood-Kette an einer Aktion für Tierrechte teilnahm. "Dennoch hat man danach das Gefühl, wenigstens ein bisschen was zur Aufklärung getan zu haben“, sagt Anke und wischt sich in ihrer etwas tollpatschigen Art Mehl an ihr Shirt.

Mit ihrem Blog kann die Massenbachhausenerin auch ihr zweites Hobby ausleben: die Fotografie. Wobei es häufig nicht bei einem Foto bleibt. Ihr Motto auch hier: ganz oder gar nicht. Ihre Leser können sich in ihren Beiträgen über liebevoll gestaltete Fotos freuen. Doch damit ist ihre Kreativität noch nicht ausgeschöpft. Nach ihrem Realschulabschluss und der Fachhochschulreife entschied sich Anke für eine Ausbildung zur Mediengestalterin.

Konzerte als zweites Thema

Nur über veganes Essen zu bloggen, wurde Anke auf Dauer zu einseitig. Schließlich zeigen Rezepte "recht wenig Persönlichkeit“. Deswegen erfahren die Leser auf dem Blog auch etwas über Ankes dritte Leidenschaft: die Musik. Die Wände ihres Zimmers sind über und über mit CDs, Postern und unzähligen Eintrittskarten von Konzerten bedeckt. Die Favoriten stammen aus der Rock-, Hip-Hop- und Rap-Szene. Casper, Prinz Pi, Annenmaykantereit und viele andere Bands nur zu hören, reicht Anke nicht aus und so finden sich auf ihrem Blog auch einige Berichte über vergangene Festivalbesuche wie beispielsweise dem Southside oder dem berüchtigten Rock am Ring.

Und auch ihre Zukunft wird mit Sicherheit alles andere als einseitig: Nach ihrer Ausbildung will die 19-Jährige auf keinen Fall in ihrem "verschlafenen“ Heimatort bleiben. Es zieht sie in die Großstadt. „Das will doch jedes Dorfkind mal“, sagt  Anke lachend. Vielleicht Heidelberg, wo sie derzeit die Berufsschule besucht, vielleicht in eine WG, vielleicht neue Leute kennenlernen. Viele offene Fragen, die sie, wie alles im Leben, selbstbewusst beantwortet. Eines will Anke auf keinen Fall: "Mir nachher denken, hätte ich‘s bloß ausprobiert.“

Ankes Apfelkuchen

Zutaten:

•    200 g Margarine
•    350 g Weizenmehl
•    180 g Zucker
•    1 Päckchen Vanillezucker
•    1/2 TL Backpulver
•    etwa 60 ml Wasser
•    4 TL Zimt
•    4-5 Äpfel
•    50 g Apfelmus

Zubereitung:

Der Teig für den Boden sollte etwa eine Stunde im Kühlschrank stehen. Deshalb sollte man diesen zuerst zubereiten. Hierfür 120 g Margarine mit dem Wasser zu einer glatten Masse vermengen. 300 g Mehl mit dem Backpulver, 2 TL Zimt und 130 g Zucker vermengen. Die beiden Mischungen zu einem homogenen Teig verarbeiten und in Folie eingewickelt eine Stunde in den Kühlschrank legen.

In der Zwischenzeit die Äpfel schälen und in Scheiben schneiden. Danach die Apfelscheiben mit dem Apfelmus und dem restlichen Zimt mischen.

Für die Streusel das restliche Mehl, 30 g Zucker und 80 g Margarine zu Streuseln verkneten.
Die Form einfetten und mit etwas Mehl oder Semmelbröseln bestreuen.

Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen, kurz durchkneten, ausrollen und in die Form legen. Nun muss man nur noch die Äpfel auf dem Boden verteilen und die Streusel darüber geben.

Der Kuchen benötigt im Ofen etwa 40 Minuten bei 200°C (Ober- Unterhitze)

Was heißt vegan?

Wer sich vegan ernährt, nimmt keine Produkte zu sich, die vom Tier stammen. Neben Fleisch und Fisch, die auch in der vegetarischen Ernährung nicht vorkommen, beinhaltet das auch Milch und Eier sowie alle anderen Produkte und Zutaten, die aus oder von Tieren gewonnen werden wie zum Beispiel Honig.

 

 

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